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Kremmen Neptunfest: Mit Dreizack und Rauschebart
Lokales Oberhavel Kremmen Neptunfest: Mit Dreizack und Rauschebart
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00:19 01.08.2018
Neptun alias Stefan Schäfer (33) aus Legebruch mit Rauschebart und weißer Wallemähne
Kremmen

Mit weißem Rauschebart und weißer Wallemähne kam auf dem Boot Neptun angeschippert. Und wäre er nicht grün angemalt mit einem selbst gebastelten Dreizack in der Hand, hätte man ihn glatt für den Weihnachtsmann halten können. Aber der tollen Veranstaltung am Kremmener See tat das keinen Abbruch. Seit etwa 48 Jahren fand dort das erste Mal wieder ein Neptunfest statt. Die Idee dafür ist Vize-Ortsvorsteherin Heidi Sommer bei der Ortsbeiratssitzung gekommen. „Ich kenne Neptunfeste noch aus dem Ferienlager“, erzählt sie. Und als es darum ging, wie das Geld vom Bürgerhaushalt verteilt werden soll, setzte der Ortsbeirat den Vorschlag auf die Liste – Volltreffer. Die 2000 Euro kommen einem Neptunfest inklusive bunten Unterhaltungsprogramm zugute.

Neptun ist gelandet – gleich gehen die Häscher auf Tour. Quelle: Robert Roeske

Rund 20 „Wasserratten“ ließen sich von Neptun taufen

Und das war bei der Hitze echt der Renner. „Neptun, wo bist du?“, riefen alle Sonnenanbeter am Strand und dann kam endlich Neptun um die Ecke. „Das Kostüm haben wir aus Mitteln vom Jugendclub Kremmen gekauft“, sagt Mareike Kunkel (40). Denn der Jugendclub ist auch Mitveranstalter der Aktion. Kaum war Neptun mit seinen Nixen gelandet, schwärmten auch schon seine Häscher aus, um auf „Taufe-Fang“ zu gehen. Und wie es sich vor einer zünftigen Taufe gehört, müssen die „Täuflinge“ natürlich auch für die Rasur eingeschäumt (mit Schlagsahne) und rasiert werden (mit einem Riesen-Holzmesser). Auch der zur Taufe dazugehörige Trunk ist nicht von dieser Welt und darum auch eher „abgründig“.

Der Neptun-Drink war ein Mix aus Sauerkraut, Tomate und Rote Beete

„Wir haben einen Mix aus Tomaten-, Sauerkraut-, Rote Beete, Fanta und Kakao zusammengebraut“, sagt Moderator Danny See (33) vom Jugendclub Kremmen. Danny musste natürlich auch die Worte von Neptun übersetzen, denn wie man weiß, spricht er ja nur die „Blubb-Blubb-Sprache“.

Unter den ersten „Neptun-Opfern“ war auch Livia aus Berlin (5). Ihre Oma hat seit 40 Jahren in Kremmen ein Sommer-Grundstück und hat den Steppke angemeldet. Livia unter Tränen: „Der hat mein Kleid nass gemacht.“ Als Trost gab es eine Seepferdchen-Urkunde. Livias Zwillingsschwester Andra war vor der Taufe gewappnet – sie hatte ihr Rosa-Kleidchen vorher ausgezogen. Fest-Mit-Organisator und Ortsvorsteher Eckhard Koop: „20 Leute haben sich taufen lassen.“

Neun Boote machten beim Bootscorso mit – der Gewinner bekam 100 Euro. Quelle: Robert Roeske

Beim Bootscorso konnte dann richtig abgesahnt werden: Platz 1 und 100 Euro bekam Familie Will für ihr Modell „Krabbe“. Platz 2 ging an Familie Franke und ihren „Kiez-Fischer“ (75 Euro) und Platz 3 (50 Euro) bekam das „Das Traumschiff“ von der SeeLodge. Wie es aussieht, könnte es auch 2019 ein Neptunfest geben. Vorausgesetzt, jeder Ortsteil behält sein eigenes Budget. Denn Planungen zufolge, könnte bald für alle sieben Ortsteile nur noch ein Geld-Topf zur Verfügung stehen.

Von Jeannette Hix

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