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Kremmen Zeuge erscheint wieder nicht vor Gericht
Lokales Oberhavel Kremmen Zeuge erscheint wieder nicht vor Gericht
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00:50 19.04.2018
Das Urteil beim Prozess vor dem Landgericht Neuruppin sollte am 20. April verkündet werden. Nun wird erst am 4. Mai weiter verhandelt. Quelle: dpa
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Kremmen

Die zum vierten Verhandlungstag um den versuchten Brandanschlag auf das Kremmener Übergangswohnheim am 15. April vergangenen Jahres geladenen Zeugen waren am Montag erschienen – bis auf einen. Guido K. war bereits am vergangenen Freitag nicht ins Landgericht Neuruppin gekommen, vor dem sich Robert U. und Nico B. derzeit wegen gemeinschaftlichen versuchten Mordes und versuchter schwerer Brandstiftung verantworten müssen.

„Jetzt geht es mit dem Problem los“, sagte der Vorsitzende Richter Udo Lechtermann. Das Gericht hatte die polizeiliche Vorführung des Mannes angeordnet. Die Beamten standen auch in der Nacht zu Montag vor seiner Wohnanschrift in Sommerfeld. Sie trafen jedoch nur den Vater an, der mitteilte, sein Sohn befinde sich zurzeit auf Montage in Hannover. Er käme erst Ende des Monats vorbei, um seine Post abzuholen. Und er sei telefonisch nicht zu erreichen.

Das hatten Gericht und Staatsanwaltschaft auch schon feststellen müssen. Bei ihren Versuchen waren beide Handys des Zeugen ausgeschaltet.

„Was machen wir mit ihm?“ fragte Lechtermann. „Vernehmen“, lautete die Antwort von Staatsanwalt Torsten Lowitsch. Dieser Auffassung schloss sich Verteidiger Uwe Meyer an. „Er ist elementar wichtig, ein unverzichtbarer Zeuge.“

Denn er soll derjenige gewesen sein, der die Ermittler erst darauf brachte, dass bei der Tat noch eine zweite Person dabei war, nämlich Nico B. Den kannte Guido K. nach seiner polizeilichen Aussage nur flüchtig. Die beiden hatten sich nach der Tat zufällig getroffen. Nico B. habe ihm eindringlich ans Herz gelegt, bloß nicht zu erzählen, dass er bei dem Anschlag dabei war, so das Protokoll.

In seiner Vernehmung hatte Guido K. weiterhin davon gesprochen, dass Nico B. „Schmiere stehen“ sollte. Guido K. hatte noch weitere Einzelheiten bei der Polizei berichtet, beispielsweise, dass Robert U. die Molotowcocktails allein gebaut habe. Außerdem hatte der Zeuge den Verdacht geäußert, dass Nico B. eins ausgewischt bekommen solle, die Tat eine Art Test gewesen sein soll, ob er so etwas durchziehen würde.

Dass alles wollen Staatsanwalt und Verteidigung von dem Zeugen persönlich hören. Das Gericht hingegen meinte, es brauche ihn nicht unbedingt. Aber „Wir treiben ihn auf“, versprach Lechtermann. Da das aber nicht in der Kürze der Zeit realisierbar sein wird, hob das Gericht den Termin am kommenden Freitag auf. Es wird versucht, Guido K. bis zum nächsten Verhandlungstag, dem 4. Mai, habhaft zu werden.

Zum Tatgeschehen selbst konnten die anderen Zeugen, alles Polizeibeamte, nichts sagen. Kurz vor Mitternacht in der Tatnacht hatte eine Streifenbesatzung einen Einsatz zum Kremmener Ortsteil Orion wegen Ruhestörung. Dort angekommen, war von lauter Musik nichts zu hören. Es öffnete ihnen Robert U.

„Er war extrem verständnisvoll, kooperativ und freundlich“, erinnerte sich eine Beamtin. Sie fand es nur merkwürdig, dass er sie nicht in die Wohnung ließ, nur die Tür einen Spalt öffnete und schloss, als er seinen Personalausweis suchte. Er habe weder unter Alkohol noch unter Drogen stehend gewirkt, so ihr Eindruck damals.

Einige Stunden später wurde die Polizei wieder gerufen – zum Flüchtlingsheim. Zwei Bewohner aus Eritrea waren von einem Knall, den sie übereinstimmend als Schuss bezeichneten, aufgeschreckt, wie sie der Polizei berichteten.Einig waren sich beide Männer auch, dass ein Gegenstand gegen ihr Fenster geflogen sei. Dort konnten die Ermittler allerdings keine Spuren feststellen. Ihren Aussagen zufolge halfen die Eritreer dem Wachschutz bei den Löscharbeiten, wie der Vernehmungsbeamte am Montag vor Gericht sagte.

In dem Haus, das Ziel des Anschlags war, lebten damals vier Leute, in der gesamten Unterkunft 70.

Die Verhandlung wird am 4. Mai um 9 Uhr fortgesetzt.

Von Dagmar Simons

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