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Kremmen Zeuge hat große Erinnerungslücken
Lokales Oberhavel Kremmen Zeuge hat große Erinnerungslücken
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00:37 07.05.2018
Das Landgericht in Neuruppin. Quelle: FOTO: Helge Treichel
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Kremmen

Der Prozess vor dem Neuruppiner Landgericht gegen zwei Kremmener geht in die Zielgerade. Es geht um den Brandanschlag auf das Asylbewerberheim am Ostersonnabend 2017 in Kremmen. Robert U. (29) wird vorgeworfen, zwei Molotowcockatils auf das Gelände gegeschmissen zu haben. Nico B. (35) wird vorgeworfen, diese Tat mindestens mit in Kauf genommen zu haben – ob er wirklich Robert U. davon abbringen wollte, den Anschlag zu verüben, ist auch Thema des Prozesses.

Der Zeuge Guido K., der zweimal nicht vor Gericht erschienen war, saß nun am Freitag tatsächlich im Zeugenstand. Er sei in Frankreich arbeiten gewesen und habe von der Vorladung nichts mitbekommen, eine Vorladung sei zudem nicht am Wohnort angekommen, stellte Richter Udo Lechtermann fest. K. ist der Zeuge, der im vergangenen Herbst überhaupt erst den zweiten Angeklagten ins Spiel gebracht hatte.

Der Zeuge hatte diverse Erinnerungslücken, er trinke viel Alkohol und nehme Drogen, so begründete er das vor Gericht. Der Richter wollte am Freitag von Guido K. wissen, was genau ihm die beiden Angeklagten gesagt hatten. Robert U. sei ein guter Kumpel, und dass er „eine Molle“ geschmissen hat, habe er ihm erzählt, so erzählte der Zeuge. U. habe ihm erzählt, dass „sie irgendwo gesessen und gesoffen haben.“ Das habe sich hochgeschaukelt, sie hätten sich über die politische Situation unterhalten. Robert U. habe Nico B. eins auswischen wollen, weil B. in einer Whatsapp-Gruppe Witze über Ausländer gemacht habe und sich darüber beschwert habe, dass Steuergelder für sie ausgegeben würden. Ob Nico B. während der Tat Schmiere stehen sollte oder ob er schon vorher wieder umgedreht ist – da widersprach sich der Zeuge und verwies wieder auf seine Erinnerungslücken.

Die Asylbewerber-Häuser in Kremmen. Quelle: Enrico Kugler

Richter Lechtermann hielt dem Zeugen seine zuvor schon stattgefundene polizeiliche Befragung vor. Damals sagte er, Robert U. habe „öfter gekokelt und er habe in der Umgebung Autos angezündet. „Das bereue ich, gesagt zu haben“, sagte Guido K. nun am Freitag. Der Richter fragte daraufhin scharf nach, ob K. bei der Polizei gelogen habe. „Kann sein“, sagte K. daraufhin, er sei ein gefühlsbetonter Mensch. „Das ist hier kein Spaß und kein Kasperletheater“, rief Richter Lechtermann daraufhin und fragte dann angesichts des Verhaltens des Zeugens einfach mal: „Waren Sie eigentlich dabei?“ Das verneinte Guido K., worauf der Richter feststellte: „Ach, guck, da kann er sich erinnern.“

Die Vernehmung des Zeugen war am Freitag der einzige Tagesordnungspunkt. Für den 24. Mai ist der sechste Prozesstag vor dem Landgericht in Neuruppin angesetzt. Da bislang keine weiteren Termine dafür eingeplant sind, könnte an diesem Tag das Urteil gesprochen werden, das eigentlich schon am 20. April erwartet worden war. Beginn ist um 10 Uhr im Saal 2.

Von Robert Tiesler

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