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Krimi um Luther

Hohen Neuendorf/Birkenwerder Krimi um Luther

20 Kinder und Jugendliche aus Hohen Neuendorf, Borgsdorf und Birkenwerder haben in diesem Jahr das Luther-Musical „Der falsche Ritter“ einstudiert. Die Leitung übernahmen Kantor Christian Ohly, der dafür eine Mönchskutte überstreift, und Kirchenmusikerin Eva Schulze, die die Sänger zwischen 5 und 15 Jahren am E-Piano begleitet.

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Der Hohen Neuendorfer Kantor Christian Ohly und die in Birkenwerder tätige Kirchenmusikerin Eva Schulze vor der Orgel der evangelischen Kirche in Hohen Neuendorf.

Quelle: Helge Treichel

Hohen Neuendorf/Birkenwerder. Der Überfall der Ritter macht den Kindern besonders viel Spaß. Es ist der Moment im Luther-Musical „Der falsche Ritter“, bei dem der Kirchenreformator angeblich entführt und im Anschluss auf die Wartburg gebracht wird. Diese Szene war auch zu sehen, als die Hohen Neuendorfer kürzlich gemeinsam mit ihren Müllheimer Gästen das 25-jährige Bestehen ihrer Städtepartnerschaft feierten. Mit auf der Bühne in der Stadthalle: Kantor Christian Ohly in Mönchskutte sowie Kirchenmusikerin Eva Schulze am E-Piano.

Szene aus dem Musical „Der falsche Ritter“ mit Emil Dieck (12) aus Birkenwerder als Martin Luther (4vl)

Szene aus dem Musical „Der falsche Ritter“ mit Emil Dieck (12) aus Birkenwerder als Martin Luther (4.v.l.).

Quelle: Helge Treichel

Ende Februar hatten sie begonnen, das aus elf Liedern bestehende Singspiel des Münchener Kirchenmusikers Andreas Hantke einzustudieren. Involviert sind die Kinderchöre der evangelischen Kirchengemeinden Hohen Neuendorf, Borgsdorf und Birkenwerder – insgesamt rund 20 Kinder im Alter von fünf bis 15 Jahren . Geprobt wird dezentral in allen drei Orten – einmal wöchentlich. Involviert ist ebenso die Gemeindepädagogin Annegret Ortelt aus Birkenwerder, die mit ihren Kindern aus der Christenlehre Sprechrollen einstudiert und die Kulissen angefertigt hat. Die nächsten beiden Aufführungen sind am 20. Oktober in der Pestalozzi-Grundschule in Birkenwerder geplant. „Wir wollen den Kindern vermitteln, dass am 31. Oktober nicht nur Halloween ist, sondern mit diesem Datum auch eine Menge Prägendes für unser Leben verbunden ist“, sagt Ohly.

Aufgewachsen in einem Pfarrhaus

Der 46-Jährige ist selbst in einem Pfarrhaus aufgewachsen. Er spielte Klavier und wirkte im Posaunenchor mit, interessierte sich aber auch für Technik, Landwirtschaft und Bienenzucht. Auf den Rat seiner Eltern hin macht er aber nicht nur die C-Ausbildung als Kirchenmusiker, sondern studierte zusätzlich an der TU Berlin Umwelttechnik. Sein Spezialgebiete: Schallschutz und Akustik. Seine Diplomarbeit verfasst er zum Antischall, bei dem Lärm quasi mit Lärm bekämpft wird. Doch seine wahre Passion bleibt die Kirchenmusik, die er zwischen 2001 und 2005 in Halle an der Saale studiert. Danach ist er zunächst als Vertretung in zahlreichen Kirchen tätig, bevor er 2006 eine halbe Stelle in Hohen Neuendorf antritt. Fest angestellt ist Christian Ohly hier seit 2015. Sein Kinderchor allerdings begeht in diesem Jahr bereits sein zehnjähriges Bestehen.

Die beiden Kirchenmusiker am Altar der Hohen Neuendorfer Kirche

Die beiden Kirchenmusiker am Altar der Hohen Neuendorfer Kirche.

Quelle: Helge Treichel

„Singen ist eine wunderbare Form des Mitteilens, die für mich auch ein bisschen auf der Roten Liste der Ausdrucksformen steht“, sagt der Kantor. Gesangsnachwuchs sei in den Chören deshalb jederzeit herzlich willkommen. Ein Anruf genügt: 03303/2 97 42 02. Die musikalische Ausbildung sei kostenfrei.

Musik ist ganz viel Training

Ganz ähnliche musikalische Stationen wie Ohly hat auch Kirchenmusikerin Eva Schulz in Berlin durchlaufen: Die 38-Jährige spielt zum Beispiel Orgel in der Gedächtniskirche, leitet einen Chor in Wilmersdorf, begleitet eine Sängerin bei Auftritten. In Birkenwerder war sie zunächst ein Jahr kommissarisch tätig, bevor sie dort im vergangenen August eine reguläre 50-Prozent-Stelle antrat. Als Jugendliche hat sie Piano und Schlagzeug gespielt, bevor sie Geschichte und Musikwissenschaften studierte. Ihre Erfahrung: „Talent sind nur 20 Prozent.“ Es komme darauf an, Musik kontinuierlich zu betreiben. Das sei so ähnlich wie beim Sport.

Drei Szenen des Musicals werden beim Partnerschaftsabend von Hohen Neuendorf und Müllheim vor rund 350 Gästen in der Stadthalle gezeigt

Drei Szenen des Musicals werden beim Partnerschaftsabend von Hohen Neuendorf und Müllheim vor rund 350 Gästen in der Stadthalle gezeigt.

Quelle: Helge Treichel

Das musikalische Leben in der Kirchengemeinde sei nicht sehr öffentlichkeitswirksam, stellt Christian Ohly fest. Um so mehr freut in die gemeinsame Veranstaltung mit der Stadt und dem Kulturkreis am 19. Oktober. Für 18 Uhr wird zur Midissage der Ausstellung „#Herelstand – Martin, die Reformation und ihre Folgen“ ins Rathaus eingeladen. Im Anschluss an ein themenbezogenes, musikalisch umrahmtes Programm kann die Ausstellung besichtigt werden.

Von Helge Treichel

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