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Oberhavel Kritische Blicke aus dem Fenster
Lokales Oberhavel Kritische Blicke aus dem Fenster
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00:23 06.01.2016
Das Titelfoto der aktuellen Ausgabe aus dem Jahr 1926. Quelle: Geschichtskreis
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Hohen Neuendorf

Der Kulturkreis der Stadt hat im Dezember die sechste Ausgabe der „Hohen Neuendorfer Hefte“ herausgebracht. Auflage: 250 Stück. In der 44-seitigen Broschüre sind wieder einmal bunt gemischte Beiträge aus der Geschichte und Gegenwart zusammengefasst.

Drei Zeitebenen beleuchtet der Beitrag von Horst Golm, der darin „Blicke aus meinem Fenster“ gewährt. Es sind Aussichten aus der oberen Etage jenen Hauses, in dem auch der Kulturkreis seine Werkstatt hat, Karl-Marx-Straße 24. Von dort aus sieht der Autor die Züge Richtung Hennigsdorf und Potsdam rollen – und in die Gegenrichtung nach Oranienburg. Auch Güterzüge mit nagelneuen Autos oder mit Containern. Sogar ein umgeleiteter ICE kam bereits dort vorbei und gab einen Vorgeschmack auf den geringen Lärmpegel moderner Technik. Und dann schaut Horst Golm 70 Jahre zurück in die Tage seiner Kindheit, als die alte Dorfaue noch nicht vom Schienenstrang zerschnitten war und regelmäßig als Fußball-Bolzplatz diente, mit Ranzen als Tormarkierungen. Er blickt zurück in seine Zeit als Gänsehirt und Kastaniensammler. Um so überraschender ist der Schwenk Richtung Zukunft und seine harsche Kritik an dem Vorhaben, der Bahn AG aus der Stadtkasse Millionen Euro zu schenken für ein aus seiner Sicht verzichtbares Verbreitern der Straßenunterführung unter den Schienen.

Zwei Borgsdorfer Autoren stellen das Leben in ihrem Stadtteil in den 1960er- und 1970er-Jahren dar. Es geht um gemeinsame Bauprojekte von Forstwirtschaft und Gartenbaubetrieb und um den „Solle-Chor“. Eine Rückschau auf die kulturellen Aktivitäten des Literaturcafés „Schreibmut“ der vergangenen zehn Jahre liefern Nadja Felscher und Matthias Salchow. Ihre Gruppe stellt die MAZ heute übrigens mit einer ganzen Seite vor.

Geschichtskreis-Senior Dietrich Raetzer, der neben Petra Schmidt zu den

Dietrich Raetzer hatte 2015 ein Buch vorgestellt, in dem die wichtigsten Blätter des für 2016 zum elften Mal erschienenen Historischen Kalenders zusammengefasst sind. Quelle: Helge Treichel

Hauptakteuren der AG gehört, stellt „Das Hohen Neuendorfer Adressbuch von 1914“ vor. Der 80-Jährige, der maßgeblich das Stadtarchiv mit aufgebaut hat und 2015 mit dem Ehrenamtspreis ausgezeichnet wurde, hat über das damals 3200 Einwohner zählende Hohen Neuendorf eine Menge mehr Informationen gefunden als nur Namen und Adressen.

Seine persönlichen Erfahrungen mit einer „WikiLink-Challange“ beschreibt MAZ-Autor Robert Tiesler. Bei dem von Paul Aurin initiierten Wettbewerb geht es darum, sich möglichst schnell vom ersten zum zweiten vorgegebenen Begriff durch die Online-Wissensbank Wikipedia durchzuklicken – und zwar ausschließlich über vorhandene Links.

Über „Unsere Fremden“ schließlich berichtet Petra Schmidt, die damit eine Veranstaltungsreihe des Kulturkreises vorstellt. Damit setze man sich gezielt für ein Willkommen in der Stadt ein, schreibt sie. Hintergrund ist die erwartete Ankunft von 240 Flüchtlingen in diesem Jahr in Borgsdorf.

Die Hohen Neuendorfer Hefte 6 gibt es zum Preis von 3,90 Euro beim Kulturkreis, Karl-Marx-Straße 24, sowie in der Buchhandlung Behm.

Von Helge Treichel

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