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Oberhavel Küche im Sperrkreis, Parkplatz nicht
Lokales Oberhavel Küche im Sperrkreis, Parkplatz nicht
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15:13 21.09.2017
Die Wohnung von Familie Schade befindet sich im Wohnblock (links), der in Sperrzone liegt, der Parkplatz hingegen rechts im freigegeben Bereich.  Quelle: Privat
Oranienburg

 Die Aufregung in Oranienburg am Mittwoch (20. September) war groß, nachdem bei Ausgrabungsarbeiten auf einem Privatgrundstück eine amerikanische 250-Kilogramm-Bombe gefunden wurde (MAZ berichtete). Am späten Vormittag wurde der Sperrkreis rund um das Entschärfungsgebietes bekanntgegeben.

Zu den 3600 betroffenen Anwohnern, die den 800-Meter-Sperrkreis im Umkreis der Bombe am Donnerstag ab 8 Uhr verlassen haben musste, zählt auch Familie Schade aus der Walther-Bothe-Straße. Kurios: Während die Wohnung der Schades zum Sperrkreis zählt und somit ab 8 Uhr nicht mehr betreten werden durfte, liegt der direkt vor dem Wohnblock befindliche Parkplatz der Familie außerhalb der Sperrzone.

Sperrkreis betrifft inbesondere die schulpflichtigen Töchter

Die gesperrte Wohnung betrifft vor allem die beiden Töchter der Familie, berichtet Vater Andreas Schade. Ob die beiden, sieben und zehn Jahre alt, heute recht zeitnah nach der Schule wie gewohnt nach Haus in die Wohnung kehren können, sei aufgrund der Situation unklar. „Aber die Oma springt ein und kümmert sich um die beiden“, erzählt Andreas Schade. Morgens habe es keine Probleme gegeben: „Die Schule beginnt halbacht, da war der Sperrkreis ja noch offen.“

Der 33-Jährige ist dienstlich viel unterwegs. Heute ist er auf einer Baustelle in Potsdam im Einsatz. Auch sonst sei er regelmäßig in Berlin bis hin nach Mecklenburg/Vorpommern im Einsatz. „Ich mache im Dunkeln los und komme oft auch im Dunkeln erst wieder heim“, berichtet er. Durch seine Familienangehörigen und das Internet sei er aber stets, und am Tag der Bombenentschärfung „immer auf dem Laufenden. Falls etwas ist, sind Oma und die weitere Verwandschaft da und springen ein. Und im Ernstfall fahre ich auch schnurstracks heim.“

„Wir wollen ja nicht auf einem Pulverfass sitzen“

Der 33-Jährige ist in Oranienburg groß geworden. „Wir kennen das als Ur-Oranienburger gar nicht anders, ich bin damit aufgewachsen.“ Geschätzte 30 bis 40 Bombenentschärfungen habe er bereits miterlebt. „Im Grunde schleicht sich da eine gewisse Routine ein. Ich bin ja froh, dass das gemacht wird. Wir wollen ja auch nicht auf einem Pulverfass sitzen“, erklärt er, und meint: „Wir versuchen es, mit Humor zu nehmen. Ändern können wir die Situation ja sowieso nicht“.

Eine Sache ist Andreas Schade noch wichtig: „Ich möchte dem Kampfmittelräumungsdienst mal ein Riesenlob aussprechen. Die machen einen verdammt guten Job. Vielen Dank dafür!“

Bombenentschärfung in Oranienburg am 21. September

Am Mittwochvormittag wurde in der Saarlandstraße in Oranienburg eine amerikanische 250-Kilogramm-Bombe gefunden. Die Entschärfung der insgesamt 202. in Oranienburg aufgefundenen Bombe wurde direkt für Donnerstag, den 21. September, angesetzt. Ab 8 Uhr wurde daher ein 800-Meter-Sperrkreis um die Fundstelle aufgestellt. 12.07 Uhr die gute Nachricht – die Bombe ist erfolgreich entschärft. Der Sperrkreis wurde wenig später, um 12.20 Uhr wieder aufgehoben. Die MAZ hat den Tag der Entschärfung im Liveticker begleitet, den Sie hier nachlesen können.

Oranienburg, 21. September – In Oranienburg (Oberhavel) wird wieder eine Bombe unschädlich gemacht. Laut Stadtverwaltung ist es die 202. Bombe seit der Wende. Fünf Kollegen der MAZ dokumentieren den Tag der Bombenentschärfung.

Von Nadine Bieneck

Oberhavel Regine-Hildebrandt-Haus - Warten auf die Bombenentschärfung

Im Regine-Hildebrandt-Haus in Oranienburg, das während der Bombenentschärfung als eine von zwei Betreuungsstellen für evakuierte Leute diente, waren am Donnerstag gegen 9 Uhr gerade zwei Tische besetzt. An einem hatten Ruth Wetzke (67 Jahre) und ihr Mann Gerd (72) aus Lehnitz sowie die 83-jährige Waltraud Maaß aus der Robert-Koch-Straße Platz genommen, lösten Kreuzworträtsel und unterhielten sich.

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