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Künstlerstammtisch Glienicke: Gebündelte Kreativität

Vor sechs Jahren entstand das kreative Netzwerk Künstlerstammtisch Glienicke: Gebündelte Kreativität

Der Künstlerstammtisch Glienicke ist kein typischer Stammtisch, eher ein Netzwerk an Kreativen, die sich vor sechs Jahren zusammengeschlossen haben, um gemeinsam Ausstellungen zu organisieren. Mit ausgezeichneter Werbung für die Gemeinde und seine Künstler über die Stadtgrenzen hinaus.

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Die Kreativen des Glienicker Künstlerstammtisches.

Quelle: Foto: Ulrike Gawande

Göienicke. Im März 2010 trafen sich 18 Künstler aus Glienicke zu ihrem ersten „Stammtisch“. Angestoßen als Projekt der PUR zur 600-Jahr-feier von Wolfgang Bentz, damals Mitarbeiter der Verwaltung. Über Nacht habe er die Anzeige, in der er Künstler im Amtsblatt gesucht habe, entworfen, erinnert sich der Initiator: „Ich war sehr aufgeregt. Wer würde kommen? Was erwarten die Künstler?“

Nun sechs Jahre später besteht der Künstlerstammtisch, der eigentlich kein Stammtisch, sondern eher ein Künstlernetzwerk ist, noch immer. Und ist sogar auf rund vierzig Kreative angewachsen. Es sind Maler, Bildhauer, Fotografen und Autoren. Profis und Amateure. Eine bunte Mischung. Locker und ohne Verpflichtungen verbunden. Genau das mache den Reiz des Stammtisches aus, sind sich die Aktiven einig.

Gerne würde man auch Musiker, Schauspieler und mehr Schreiber begrüßen. Doch die Auswahl ist strenger geworden als vor sechs Jahren. Damals habe man schon mal ein Auge zugedrückt, wenn ein Kreativer mit Wohnsitz außerhalb von Glienicke vorbeikam. „Unser Wunsch ist eine Verbindung zu Glienicke, aber wer dabei ist, darf es auch bleiben,“ so Uwe Tabatt, von Beruf Künstler, Bildhauer und Maler sowie einer von drei Sprechern des Stammtisches. „Sonst wird es zu kompliziert, die Gruppe zusammenzuhalten.“

Bürgermeister Hans Günther Oberlack (FDP) verglich die Künstler gar mit „einem Sack Flöhe“, für die es einen ausreichend großen Hut bedürfe, um all die Individualisten zu hüten. Doch einen gewissen Stolz auf das künstlerische Aushängeschild seiner Gemeinde konnte Oberlack nicht verhehlen. „Es herrscht eine gute Stimmung, jeder ist willkommen.“ Zwar habe das MOMA, das New Yorker Museum of Modern Arts, noch nicht wegen einer Ausstellung angefragt, aber schon in Berlin, Kremmen und Oranienburg habe es Ausstellungen gegeben.

„Dabei darf der Frosch aber nicht größer werden als der Teich“, zauberte der Bürgermeister das nächste Tier aus dem Ärmel und lobte die gesunde Selbsteinschätzung des Kreativenzirkels. Man dürfe sich selbst nicht so ernst nehmen. Wichtig sei es, offen zu sein und neue Mitglieder willkommen zu heißen. „Das ist der Geist des Künstlerstammtisches.“ Schließlich gäbe es ja nicht nur Teiche, sondern auch Pfützen zu erobern. Durch die Selbstorganisation der Gruppe könnten die Kreativen, bis auf einen kleinen Anker im Rathaus, dabei frei segeln, so Oberlack. „Bei zu viel Bürokratie würde das Projekt sterben.“

Dabei ist für viele Künstler der Stammtisch erst der Einstieg in die Kunst, bietet er überhaupt erst einmal die Möglichkeit, eigene Werke auszustellen. „Die Gruppe gibt Kraft und macht Mut. Es ist leichter gemeinsam auszustellen, denn Kritik ist nicht nur angenehm“, berichtet Uwe Tabatt. „Das Präsentieren der Werke ist das A und O.“ Deshalb wolle man auch weitere öffentliche Gebäude erobern, über die Grenzen des Landkreises hinaus aktiv werden und auch in den Partnerstädten Ausstellungen organisieren. Als nächstes Projekt stehen die Tage der offenen Ateliers Anfang Mai auf dem Plan.

Von Ulrike Gawande

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