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Kulturwerkstatt soll zum Babylon werden

Kulturkreis zieht Bilanz Kulturwerkstatt soll zum Babylon werden

Sie vereine das gemeinsame Anliegen, zu mehr Verständnis, Weltoffenheit, Respekt und Toleranz gegenüber Fremden beizutragen. Mit diesen Worten bilanzierte Angelika Stobinski die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft „Brot und Salz“. Die Vorsitzende des Kulturkreises möchte die Remise der Kulturwerkstatt zu einem Treffpunkt machen.

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Schnappschuss vom Hoffest im Juni dieses Jahres.

Quelle: privat

Hohen Neuendorf. Die renovierte und modernisierte Remise der Kulturwerkstatt in der Karl-Marx-Straße 24 soll künftig zu einer Art „Babylon“ werden. Das kündigte Angelika Stobinski an, Vorsitzende des Kulturkreises Hohen Neuendorf. Gemeint sei ein Ort, „wo sich Menschen, die verschiedene Sprachen sprechen und aus aller Welt kommen, treffen, kennenlernen und austauschen können.“ Als erste Gäste erwarte die AG syrische Flüchtlinge, die über Kulturschätze ihrer Heimat sprechen. Anfang 2016 werde die AG Brot und Salz jugendliche Flüchtlinge aus Bergfelde und Birkenwerder dazu einladen, internationale Spiele auszuprobieren.

„Unsere Fremden“ heißt eine Veranstaltungsreihe im Kulturkreis Hohen Neuendorf, passend zur Welle von ankommenden Flüchtlingen, die infolge von Kriegen und Menschenrechtsverletzungen sowie aus Perspektivlosigkeit unter gefährlichen und entbehrungsreichen Umständen nach Deutschland kommen. Mit der neuen Reihe sei es auf unterschiedliche Weise gelungen, Nachdenklichkeit zu erzeugen, bilanzierte Angelika Stobinski im Rahmen einer Weihnachtsfeier der AG Brot und Salz des Kulturkreises.

Das Ziel ist mehr Verständnis und Respekt gegenüber Fremden

An dem Treffen hatten viele Unterstützer aus den Reihen des Kulturkreises und von außerhalb ihren Anteil, sagt Angelika Stobinski. Sie alle vereine das gemeinsame Anliegen, zu mehr Verständnis, Weltoffenheit, Respekt und Toleranz gegenüber Fremden beizutragen. Dank richtete sich unter anderen an die Mitstreiter des Jugendzentrums Wasserwerk, an die Willkommensinitiativen in Birkenwerder und Hohen Neuendorf, an den Verein Nordbahngemeinden mit Courage und die Stadtverwaltung Hohen Neuendorf. Viele waren in die Remise der Kulturwerkstatt gekommen, um im Kerzenschein bei kulinarischen Extras die Erfahrungen des zurückliegenden Jahres gemeinsam zu erörtern.

Zwei großartige Filme „Can’t be silent“ und „Fremd“ seien vor vielen interessierten Zuschauern gezeigt worden, so die Kulturkreisvorsitzende. Die Vorführungen hätten viel Empathie erzeugt – neben dem Wunsch, endlich die Verhältnisse menschlicher zu gestalten und so die Gründe für Flucht zu beseitigen.

Ideen, um Willkommenskultur mit Leben zu erfüllen

Pfarrer Bernhard FrickeAuf einer Veranstaltung mit Pfarrer Bernhard Fricke spielten die europäische und nationale Gesetzgebung eine Rolle und mit ihr die Verschärfung der Asylgesetzgebung und deren Auswirkungen auf die Fluchtwege und jeden einzelnen Betroffenen. Der unterschiedliche Umgang mit Asylsuchenden aus Asien, Afrika und dem Westbalkan sowie Ideen, wie Willkommenskultur vor Ort in Hohen Neuendorf mit seinen Ortsteilen mit Leben erfüllt werden könnte, waren Thema.

Die AG widmete sich auch den Verbrechen des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU). Professor Hajo Funke stellte seine Erkenntnisse über die immer noch währenden Aufklärungsversuche der offenbar weitgehend unter den Augen des Verfassungsschutzes begangenen Mordserie vor, die sich inzwischen zu einer Staatsaffäre entwickelt hat.

Einwohner und Asylbewerber mit Musik erreicht

Das Hoffest „Musik verbindet“ sei im Juni gemeinsam mit in- und ausländischen Künstlern und mit großartiger Unterstützung der Stadt Hennigsdorf und Hohen Neuendorf zu einem Fest der Begegnung gestaltet worden. Es habe sowohl viele neu angekommene Asylbewerber, als auch viele Einwohner aus den Nordbahngemeinden erreicht.

Der Kulturkreis sehe die AG Brot und Salz prädestiniert dafür, mit der sich bildenden Willkommensinitiative Hohen Neuendorf zusammenzuarbeiten und künftig spezifische Angebote zur Erleichterung der Lebensumstände und Integration der ankommenden Flüchtlinge zu unterbreiten, so Angelika Stobinski. So sei es zum Beispiel wichtig, fremdsprachige Literatur für Erwachsene, Jugendliche und Kinder bereitzuhalten und diese Anregung an die örtlichen Bibliotheken für die Planung 2016 weiterzugeben. Interessante Filme in Originalsprache zu zeigen, könnte künftig ebenfalls ein spezifisches Angebot des Kulturkreises sein, sagt die Kulturkreischefin. In Kürze werde der Kulturkreis einen Kurs „Arabisch für Anfänger“ anbieten, denn Integration sei ja keine Einbahnstraße. Sie kann auch das Dazulernen der Einheimischen bedeuten.

Kontakt zur AG Brot und Salz

Die AG Brot und Salz freut sich über weiteren Zuwachs. Kontakt unter  03303/50 05 77 oder 03303/40 84 49. Email: brotundsalz@kulturkreis-hn.de, Internet: www.kulturkreis-hn.de.

Von Helge Treichel

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