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Oberhavel Kunstschätze in der Kirche entdeckt
Lokales Oberhavel Kunstschätze in der Kirche entdeckt
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17:50 23.11.2016
Erwin Beelitz vom Gemeindekirchenrat zeigt den Fund auf dem Boden der Kirche in Grieben. Quelle: Stefan Blumberg
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Grieben

Sie geht stramm auf die 800 Jahre zu. Das Lifting, das an der Griebener Kirche in den vergangenen Monaten vorgenommen wurde und welches ihr in den nächsten beiden Jahren noch blüht, wird Wirkung zeigen. Schon jetzt, nach Abschluss der Arbeiten im ersten Bauabschnitt, sieht sie wesentlich schicker aus. In drei Etappen wird das historische Gebäude, das etwa 1235 erbaut wurde, saniert: Dach Nordseite (2016), Dach Südseite (2017), Innensanierung (2018).

„Wir mussten was tun“, sagt Erwin Beelitz, der stellvertretende Vorsitzende des Gemeindekirchenrates Grieben. „Es fielen immer wieder mal Dachziegel herunter. Die Sicherheit war nicht mehr gegeben. Seit drei Jahren haben wir ein Stück zwischen Kirche und Gehweg absperren müssen, damit niemand verletzt wird.“ Glück hatten die Griebener, dass es nicht durchs Dach regnete. Genau weiß man es nicht, aber die ältesten Ziegel haben vermutlich hunderte Jahre auf dem Buckel.

Baustelle: die Kirche in Grieben. Quelle: Stefan Blumberg

Das Gebäude war an einigen Stellen vom Schwamm befallen. Da auch die Dachbalkenköpfe angegriffen waren und das Dach irgendwann nicht mehr die geforderte Stabilität besitzen würde, mussten die Griebener handeln – auch wenn der  Dachstuhl nicht in Gefahr war. Die Balkenköpfe wurden ausgetauscht,  andere, angegriffene Teile vom Dachstuhl ebenso.

Schon im ersten Abschnitt, der im April dieses Jahres begann, entdeckten Bauarbeiter historische Funde, mit denen niemand unbedingt gerechnet hatte, schon gar nicht in der guten Qualität. „Malereien aus der Zeit des Barock“, erzählt Erwin Beelitz über die Kunstwerke an den Balken und der Decke. Die waren über viele Jahre von Brettern verdeckt worden, die an die Decke des Kircheninneren gebracht wurden. Es könnte sein, dass dies in einem Atemzug mit der Einschalung der Orgel passierte. „Aber das ist eine Vermutung. Unterlagen gibt es nicht“, so Erwin Beelitz.

Blick ins Gebälk. Quelle: Stefan Blumberg

Zutage trat ein richtiger Sternenhimmel an der Decke. „Die Malereien sind schon etwas Besonderes“, sagt Marek Fiedorowicz, Bauleiter und Denkmalpfleger des baubetreuenden Ingenieurbüros IBS aus Hoppegarten. Er würde sie nicht unbedingt als „Entdeckung des Jahres“ bezeichnen, aber schon als außergewöhnlich, da insbesondere durch Kriege immer mehr solcher Kunstwerke verschwanden. „Solche Malereien wie in Grieben, findet man selten“, so Marek Fiedorowicz.

Laut seiner Aussage werden die Bilder auf jeden Fall erhalten, gereinigt und dokumentiert. Der Wunsch bestehe, dass sie künftig auch gezeigt werden, „jedoch sind die Hölzer kontaminiert“. Klarheit über den weiteren Umgang haben die Experten erst, wenn im nächsten Jahr die komplette Decke abgenommen wird. Dann könne man sehen, in welchem Zustand sich die Bilder befinden und ob sie gereinigt werden können.

Wenn das nicht möglich ist, werde die Decke wieder geschlossen. Wenn doch, „dann versuchen wir Gelder einzuwerben und die Decke zu restaurieren.“ Im Frühsommer 2017 soll darüber eine Entscheidung gefällt werden. Das Dekontaminieren sei eine schwierige Aufgabe.

Malereien sind zutage getreten. Quelle: Stefan Blumberg

Am Donnerstag wird die Bauabnahme für den ersten Bauabschnitt sein. Die Kosten für die Arbeiten in diesem Jahr belaufen sich auf 122 000 Euro. Das ist relativ teuer. Auch deshalb, weil sich die Protagonisten – inklusive Denkmalschützer – dafür entschieden, das Dach möglichst originalgetreu neu zu decken, da es von der Straße aus zu sehen ist. Dafür wurden in Polen extra Handstrichziegel angefertigt. Die werden auf der Südseite nicht verwendet. Deshalb sollen laut Erwin Beelitz die anderen Bauabschnitte auch nicht so teuer werden.

Das Kirchenschiff ist auch schon längst leergeräumt und wurde für die Bauarbeiten vorbereitet. Lediglich Orgel – eine echte Buchholzorgel, die 1867 eingebaut wurde – und Altar stehen noch, sind aber sicher verpackt, damit sie keine Schäden davontragen. Die nächsten Bauabschnitte können kommen. Im Sinne der guten Optik der Kirche.

Von Stefan Blumberg

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