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Kurt Mühlenhaupts letztes großes Abenteuer

20 Jahre Mühlenhauptmuseum in Bergsdorf: Kurt Mühlenhaupts letztes großes Abenteuer

Die Zahl der Gäste hielt sich am wärmsten Tag des Jahres in Grenzen. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass das Kurt-Mühlenhaupt-Museum in Bergsdorf eine der ersten kulturellen Adressen der Region ist.

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Hannelore Mühlenhaupt, die Chefin vom Museum.

Quelle: Margot Schöning

Bergsdorf. Hannelore Mühlenhaupt begrüßte die wenigen Gäste, die am Sonntag trotz Hitze-Rekord-Tag 20 Jahre Mühlenhauptmuseum feiern und genießen wollten, humorig: „Das Jahr 2015 wird in die Geschichte unseres Vereins eingehen mit den wenigsten und mit den meisten Gästen bei einer Ausstellungseröffnung. Gerammelt voll war es am 10. Mai mit Meisterkunstfälscher Wolfgang Beltracci.“ Der ungewöhnlich geringe Besuch schmälere nicht die Wertschätzung des Mühlenhauptmuseum, betonte der passend zum Tropentag hemdsärmelig gekleidete Rainer Walleser, Leiter der Kulturabteilung im Brandenburgischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Er hielt die Laudatio anstelle der angekündigten Ministerin Sabine Kunst. Das Museum sei der lebendigste und interessanteste Kulturort der Region. Hier werde kulturell alles möglich, vom klassischen Konzert, der Kammeroper Rheinsberg bis hin zum Jazz. Herausragende Ausstellungen wechselten sich ab wie mit dem Leipziger Johannes Heisig oder den Zeichnungen von Janosch, dem Vater der Tigerente, der extra aus Teneriffa einflog, weil er mit Kurt Mühlenhaupt zu Urzeiten zusammengearbeitet hatte. Es fanden Lesungen mit außergewöhnlichen Literaten wie Günter Grass, Christoph Hein, Sarah Kirsch, Wiglaf Droste, Harald Martenstein, Günter Bisky oder Herta Müller statt. Regelmäßig besuchen Schulklassen das Museum und arbeiten unter anderem in der Druckwerkstatt. Zum 20. Jubiläum eröffnete Hannelore Mühlenhaupt in der Scheune des einstigen Gutshofes des Grafen von Eulenburg die Ausstellung „Alles was im Teiche unkt“.

Musikalisch tangiert wurde die brandenburgische Mühlenhaupt-Galerie von den Klangwelten des Berliner Kontrabassisten Jaspar Libuda und im Garten von den Boxhagener Stadtmusikanten. Unweit ruhte Kurts Malerwerksatt im einstigen Schafstall als Memoriam. Zehdenicks Bürgermeister Arno Dahlenburg hatte im Auftrag der Stadt die Feierlichkeiten großzügig unterstützt und brachte ein persönliches Geschenk vorbei.

„Das Grundstück hat uns gesucht“, sagte die Chefin des Museums zum Start in Bergsdorf. „Wir waren 1990, als wir zum ersten Mal auf diesen Hof kamen, der von der LPG ’Tag der Befreiung’ bewirtschaftet wurde, ziemlich blauäugig hinsichtlich der vielen Arbeit, Mühe und Kosten.“ Es begann mit einem Zelt und endete mit dem Umzug nach Bergsdorf, obwohl Hannelore nie nach Bergsdorf wollte. Für Kurt, der ein halbes Jahr vorm Mauerbau nach Westberlin flüchtete, war der Umbau zum Museum sein letztes großes Abenteuer. ms

Von Margot Schöning

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