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Kurzarbeit im Stahlwerk endet

1. Mai in Hennigsdorf Kurzarbeit im Stahlwerk endet

Die Kurzarbeit im Hennigsdorfer Stahlwerk endet Anfang Mai. So dürften die Mitarbeiter entspannt bei der Demonstration zum 1. Mai mitlaufen, die wieder durch die Innenstadt verläuft. Im Anschluss gibt es ein großes Familienfest mit Livemusik und Gulaschkanone.

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Die Organisatoren der Demonstration zum 1. Mai in Hennigsdorf werben mit rotem Banner für rote Positionen.

Quelle: Foto: Marco Paetzel

Hennigsdorf. Diese Nachricht dürfte den Gewerkschaftern Rückenwind für den diesjährigen Marsch durch Hennigsdorf am Sonntag, 1. Mai, geben: Die Kurzarbeit im Hennigsdorfer Stahlwerk endet am kommenden Montag. „Die Chinesen haben aufgehört, den Markt mit billigem Baustahl zu versorgen“, erklärte Detlef Krebs vom Betriebsrat bei der Pressekonferenz zur Mai-Demo. Sie bräuchten den Stahl zunächst für die eigene, wachsende Wirtschaft, so Krebs. Deshalb gebe es wieder mehr Aufträge, zumindest vorerst. Seit März galt Kurzarbeit für mehr als ein Viertel der 632 Mitarbeiter, die Produktion wurde um bis zu 15 Prozent gedrosselt. „Das ist erstmal vorbei. Und es wird auch niemand entlassen.“ In Zukunft wolle man verstärkt Qualitätsstahl produzieren, etwa für Windkraftanlagen oder Industriemaschinen. Auch beim Baustahl müsse man die Qualität erhöhen, um sich vom Markt abzuheben, sagte Krebs.

Am kommenden Sonntag dürften also erleichterte Stahlwerker in der Gruppe der Demonstranten zum 1. Mai mitlaufen. Das Motto lautet in diesem Jahr: „Es ist Zeit für mehr Solidarität!“ Die Hauptthemen sind die Integration von Flüchtlingen, Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, faire Löhne und die Stärkung der gesetzlichen Rente. Ab 9.30 Uhr beginnt der Demonstrationszug, er verläuft wieder vom Postplatz durch die Innenstadt bis zum Rathausplatz.

Eine Besonderheit gibt es in diesem Jahr, Pfarrer Clemens Liepe von der Evangelischen Kirche wird gegen 9.45 Uhr seinen Gottesdienst unterbrechen und vor der Kirche ein paar solidarische Worte an die Demonstranten richten. „Das hat er so vorgeschlagen, weil der 1. Mai in diesem Jahr auf einen Sonntag fällt und parallel der Gottesdienst stattfindet“, erklärt Gewerkschaftssekretär Detlef Almagro Velázquez.

Um zehn Uhr findet die traditionelle Kundgebung vor dem Rathaus statt. Sprechen werden unter anderem Bürgermeister Andreas Schulz, Bombardier-Betriebsratschef Michael Wobst oder Herrmann Zilk, Verdi-Experte für die Postdienste im Bezirk Potsdam-Nordwestbrandenburg. Zudem gibt es Infostände von SPD, Linken, dem Bündnis „Halt“ oder Gewerkschaften wie NGG, Verdi oder IG Metall.

Ab elf Uhr gibt es dann ein Familienfest. Für Unterhaltung sorgen unter anderem die jungen Artisten der Schweitzer-Oberschule und die Coverband „Hit Hunters Show“, die vor allem deutsche Hits zum Mitsingen spielt. Für die ganz Kleinen organisiert die Pur zudem wieder eine Mal- und Bastelstraße auf dem Fest. Stärken können sich die Teilnehmer auch in diesem Jahr wieder an der Gulaschkanone von Kreistagschef Karsten Peter Schröder (SPD).

Zur Einstimmung auf die Demonstration wird Bundestagsmitglied Klaus Ernst (Linke) bereits morgen ab 18 Uhr ein Referat im Sportcasino Velten, Germendorfer Straße 73, halten. Sein Thema lautet passenderweise: „Perspektiven der Einheitsgewerkschaft im 21. Jahrhundert“

Von Marco Paetzel

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