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Lack, Leder, Limburg

Martin Guth in der Orangerie Lack, Leder, Limburg

Lesung, Stand-Up-Comedy und Musi: Kabarettist Martin Guth stellte in der Oranienburger Oarangerie seinen Roman vor. Titel: „Meine Frau, ihr Mann und ich“.

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Farbenfroh waren die 80er, so wie diese quietschbunten Schallplatten.

Quelle: Fritz Hermann Köser

Oranienburg. Es kann nur die geistige Elite Oranienburgs sein, die an diesem Abend in der Orangerie versammelt ist. Anders kann sich Martin Guth den eher mäßigen Andrang nicht erklären. Nur die ersten sechs Stuhlreihen sind voll besetzt, dahinter herrscht gähnende Leere. Martin Guth, der Geheimtipp. Er war eben nicht im RTL-Dschungelcamp, scherzt er. Dafür bietet der Kabarettist, Kolumnist und Autor den Anwesenden eine humorige Lesung, verbunden mit Stand-Up-Comedy und reichlich Musik. Eigener Gesang und ein paar Hits aus den 80ern. Entsprechend gut ist die Stimmung beim Publikum.

„Meine Frau, ihr Mann und ich“, so der Titel seines Debütromans. Es geht um Leben und Leiden eines Neu-Singles in der Hessischen Provinz. Hessen, das Bundesland, das man nur vom Durchfahren kennt. Aber tolle Raststätten gibt es dort, schwadroniert er. Die Toiletten seien wahre Wellnessbereiche, mit rotierenden Toilettensitzen und Vogelgezwitscher.

Auch Jan, der Held aus seinem Roman, ist Musiker. Wie der Autor lebt er in dem Ort mit dem klangvollen Namen Butzbach. Weitere Ähnlichkeiten sind sicherlich rein zufälliger Art.

Mit seiner Band erlebt Jan so manches Abenteuer. Etwa beim Auftritt in einem Frankfurter Hotel. In der Pause stürzen sie sich auf das Essen. Dröge Gnocchi, fades Wildschwein. Alles wenig und mäßig, ein Büffet, „so schmalbrüstig wie eine rumänische Bodenturnerin“.

Und dann betrügt ihn auch noch seine Frau mit dem muskulösen Drummer. Seine Heike, die den einstigen Scirocco-Vorstadt-Casanova aus den 80ern im Laufe der Jahre in ein Weichei mit Familien-Van verwandelt hat. Ganz schleichend. Singend schildert er, wie er durch den Raum der Eltern-Kind-Stätte schleicht, auf Socken und stets ein Bi-Ba-Butzemann auf den Lippen. Und die „Brigitte“ ist auf seinem Namen abonniert.

Und dann geht die Frau ausgerechnet mit einem Macho fremd. Er fährt zu seinen Eltern, will sich besaufen. Zu blöd, dass der Vater nur Leichtbier im Keller hat. Nach elfmal Pinkeln entdeckt er endlich eine Flasche Pott-Rum. Bei den Backzutaten der Mutter. Weitaus mehr Trost findet er bei einer alleinerziehenden jungen Dame. Katharina arbeitet als Lektorin. Auf ihrem Tisch liegen Werke von hessischen Nachwuchsautoren, die einen auf „50 Shades of Grey“ machen wollen. Eines der Bücher nennt sich „Lack, Leder, Limburg“.

Von Fritz Hermann Köser

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