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Landkreis Oberhavel ist kein Selbstläufer mehr

Oranienburg Landkreis Oberhavel ist kein Selbstläufer mehr

Eine Studie der IHK Potsdam offenbart teils überraschende Erkenntnisse zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landkreises. Dieser befand sich zuletzt durchgängig im Aufwärtstrend, darauf ausruhen können sich Unternehmen, Kommunen und der Landkreis jedoch nicht.

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Gemeinsam mit Marco Gaffrey (l.) und Achim Georg (2.v.l.) von Georg Consulting präsentierten der Präsident der IHK Potsdam, Peter Heydenbluth (2.v.r.), und der Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam, Mario Tobias, die Studie.

Quelle: Nadine Bieneck

Oranienburg. Für den seit zwei Monaten im Amt befindlichen Präsidenten der IHK Potsdam, Peter Heydenbluth, war der Termin im Oranienburger Gewerbepark Süd auf dem ehemaligen Flugplatzgelände gestern Vormittag ein „Heimspiel“. Denn auch das mittelständische Entsorgungsunternehmen, welches der 56-Jährige neben seinem Ehrenamt bei der IHK als Geschäftsführer leitet, hat seinen Sitz in Oranienburg und gehört zum Einzugsbereich einer umfangreichen Studie, welches das Hamburger Unternehmen Georg Consulting im Auftrag der IHK Potsdam erstellte. Im Rewe-Logistikzentrum präsentierte Heydenbluth das „Wirtschaftsprofil und Gewerbeflächengutachten 2025“ nun der Öffentlichkeit.

Ein sperriger Titel für eine Studie, die „für uns teils überraschende Ergebnisse hervorgebracht hat“, so Heydenbluth. Lange habe der Landkreis mit seiner positiven wirtschaftlichen Entwicklung als Dauerbrenner gegolten. Mit den jetzt vorgelegten Zahlen und Daten lasse sich belegen, „dass auch der Landkreis Oberhavel kein sogenannter Selbstläufer ist“. Auch das Ausmaß an unterschiedlichem Entwicklungspotenzial des berlinfernen, eher strukturschwachen Nordens und des berlinnahens, wirtschaftlich starken Südens „war für uns mit den nun gewonnenen Erkenntnissen und Kennzahlen neu“.

Positive Entwicklung, teils gar über dem Bundesdurchschnitt

Insgesamt weist die Region jedoch zahlreiche positive Entwicklungen auf: Das Bevölkerungswachstum steigt kontinuierlich. Insgesamt zählt der Landkreis Oberhavel aktuell rund 207 500 Einwohner, von denen 166 800 im Süden, 40 700 im Norden leben. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen stieg in den vergangenen Jahren stetig und liegt mit einem Wachstum von 15,8 Prozent seit 2008 deutlich über dem Bundesdurchschnitt (13,3 Prozent). Vor allem im verarbeitenden Gewerbe, dem Gesundheits- und Sozialwesen, Handel und Baugewerbe, aber auch in der öffentlichen Verwaltung und der Logistiksparte seien die Menschen in der Region tätig.

Aus den Kennzahlen der vergangenen Jahre leitete das Projektteam um Achim Georg zahlreiche Empfehlungen für den Zeitraum bis 2025 ab: „Neben der Fortführung der verkehrstechnischen Anbindung, dabei denke ich insbesondere an den Ausbau der B 96, ist vor allem der Breitbandausbau ein grundlegender Faktor für eine positive Entwicklung der Region“, mahnt Georg. Gleichzeitig solle der Mittelstand weiter gestärkt werden. Georg spricht gar von einer „Mittelstandsoffensive“, um die Unternehmensstruktur im Kreis breiter aufzustellen und die Abhängigkeit von Großunternehmen zu verringern. Deren Ansiedlung sei immens wichtig, ziehe jedoch bei Einschränkungen oder Schließungen von Standorten die Region auch besonders in Mitleidenschaft.

Mangelnde Flächenmobilisierung kann zum Problem werden

Der Bedarf an Gewerbeflächen wird bis 2025 zwischen 113 und 148 Hektar betragen. „Die im Kreis zur Verfügung stehenden Flächen können diesen Bedarf decken“, so Georg. „Allerdings stehen nicht alle Flächen auch kurzfristig zur Verfügung.“ Lediglich 48,5 Hektar sind sofort verfügbar. „Daher gilt es, bereits jetzt in Gespräche mit Eigentümern zu gehen, um diese langfristig gesehen zu mobilisieren.“

Mit seinem Appell, die Politik ins Boot zu holen, stieß Bauer auf offene Ohren: „Die Fortführung der positiven Entwicklung ist nicht allein zu schaffen. Auch die Kommunen sind gefragt, wenn es und die Schaffung von Gewerbeflächen geht“, so Heydenbluth. Ein erster Schritt war die Vorstellung der fast 100-seitigen Studie vor Bürgermeistern, Landtagsmitgliedern und kommunalen Vertretern gestern Vormittag.

Die umfangreiche Studie mit allen Zahlen, Daten und Fakten stellt die IHK Potsdam auf ihrer Website für jedermann zum Download zur Verfügung. Zu finden ist das Dokument als PDF-Datei unter diesem Link: www.ihk-potsdam.de/blob/pihk24/produktmarken/Unternehmer/STANDORT/WIRTSCHAFTSPROFIL-WESTBRANDENBURG/3885812/dd34210f502a527df4146532bfad8695/Studie-Oberhavel-data.pdf

Von Nadine Bieneck

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