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Landkreis holt historisches Gemälde zurück

Oranienburg Landkreis holt historisches Gemälde zurück

Seit 17 Jahren hängt ein Öl-Gemälde des Niederländers Willem van Honthorst im Oranienburger Schlossmuseum. Jetzt holt sich der Eigentümer des Bildes – der Landkreis – sein Bild zurück, weil die Stiftung, die das Schlossmuseum betreibt, an der Preisschraube für die Tickets schraubt.

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Seit 2000 hängt das prägnante Gemälde von Willem van Honthorst im Schlossmuseum. Jetzt soll es umziehen – ins Kreismuseum.

Quelle: MAZ

Oranienburg. Den meisten Besuchern dürfte es wohl nicht bewusst sein, aber das Gemälde „Allegorie auf die Gründung von Oranienburg“ des niederländischen Malers Willem van Honthorst, das im Oranienburger Schlossmuseum hängt, gehört dem Museum nicht. Es ist ein Sammlungsstück des Kreismuseums, also Eigentum des Landkreises.

Dieser lieh das Öl-Gemälde – entstanden um 1660 – vor 17 Jahren der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), die das Schlossmuseum betreibt. Seitdem hängt es im Orange-Saal, ist Teil einer Dauerausstellung und neben der Porzellankammer einer der Höhepunkt im Schlossmuseum. Jetzt holt der Kreis sein Gemälde zurück, weil er sein eigenes Museum neu konzipieren muss.

Nicht leicht zu entwirren ist das museale Treiben in dem barocken Haus im Herzen der Stadt. Es gibt zwei Museen: Das Schloss- und das Kreismuseum. Die jeweiligen Ausstellungen sind inhaltlich und räumlich voneinander getrennt. Das Kreismuseum ist im südlichen Flügel, das Schlossmuseum im nördlichen sowie in Teilen des Mittelbaus.

Stiftung will Einzelticket einführen

Es gibt ein Ticket – für beide Museen zusammen. Humane sechs Euro kostet es. Doch im Rahmen der Kooperationsvereinbarung hat die Stiftung dem Kreis nun zu verstehen gegeben, dass sie andere Preise in Oberhavel etablieren will. Konkret bedeutet das: Die Stiftung will ein Einzelticket einführen.

Das zwingt den Kreis, auch für sein Museum ein solches Ticket anzubieten. Einen Erfolg konnte der Landkreis aber in den Verhandlungen erzielen: Es wird weiterhin ein Kombi-Ticket für beide Museen geben, allerdings zu einem höheren Preis. Der Kreis sieht diese Politik als Anlass, sein eigenes Museumsprofil zu stärken – und das alte Gemälde zurückzuholen.

Schlösserstiftung prüft das Schreiben des Kreises

Von der Stiftung selbst ist in diesen Tagen nicht viel zu erfahren. „Wir bestätigen, dass der Leihvertrag eine Kündigungsklausel enthält und die Ankündigung einer Kündigung seitens des Landkreises Oberhavel bei uns eingegangen ist“, so ein Sprecher auf MAZ-Nachfrage. „Die SPSG wird nach Prüfung des Schreibens das Gespräch mit dem Leihgeber suchen.“

Der Leihgeber, also der Landkreis selbst spricht in seiner Kündigung vom Gemälde als das „bedeutendste Sammlungsstück des Kreismuseums Oberhavel“, es solle künftig die „Identifikation mit der Einrichtung in besonderem Maße herstellen“ und als „Hauptexponat der Dauerausstellung dienen“ sowie als „zentrales Motiv für die Öffentlichkeitsarbeit des Kreismuseums Oberhavel fungieren.“

Landrat Ludger Weskamp ist sich in dem Schreiben sicher: „Dank des reichen Sammlungsfundus der Schlösserstiftung bin ich überzeugt, dass die betreffende Wandfläche im Orangesaal wieder ein attraktives und passendes Kunstwerk erhält.“

Ein entsprechender Beschluss geht aktuell durch die Kreisausschüsse und wird am 29. Mai von Kreisausschuss abgesegnet – oder abgelehnt.

Von Marco Winkler

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