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Lange Anklageliste gegen 37-Jährigen Großmutzer

Löwenberger Land Lange Anklageliste gegen 37-Jährigen Großmutzer

Stephan F. versetzte Einwohner in Großmutz und umliegenden Orten in Angst.

jetzt muss er sich in neun Fällen verantworten. Am ersten Verhandlungstag ging es um „versuchten Beischlaf“ und Erniedrigung einer 63-Jährigen. Sie kann sich an eine Vergewaltigung nicht erinnern.

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Hier wurde Stephan F. vom Sondereinsatzkommando abgeholt.

Quelle: Julian Stähle

Neuruppin/Großmutz. Die Liste der Vorwürfe ist lang. Neun Anklagen liegen gegen den Großmutzer Stephan F. vor. Deren Inhalte drehen sich um Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, versuchte sexuelle Nötigung, gefährliche Körperverletzung, Sachbeschädigung und Trunkenheit im Verkehr. Nachdem am Amtsgericht Zehdenick bereits Verfahren gegen ihn eröffnet worden waren, wurde das ganze Verhandlungspaket an das Landgericht Neuruppin übergeben, wo gestern der Prozess gegen ihn eröffnet. Zugleich sagten erste Zeugen aus.

„Mit jedem hurst du herum - nur mit mir nicht“

Zu verhandeln ist zum Beispiel dieser Vorwurf: eine Vergewaltigung in Neulöwenberg. Stephan F. sei am 18. Mai 2016 in die Wohnung der Frau eingedrungen, habe sie aufs Sofa geworfen, ihr die Kleider vom Leib gerissen und sie geschlagen. „Mit jedem hurst du herum - nur mit mir nicht“, soll er gesagt haben. Am 28. Mai 2016 brach er einem Mann die Nase. Am 18. August 2016 wurde er in Gransee erwischt, als er alkoholisiert mit dem Fahrrad auf dem Großmutzer Weg fuhr (1,69 Promille). Weil er am 27. Mai 2016 kein Geld aus einem Geldautomaten in Löwenberg bekam, sprang er aus Frust gegen die geschlossene Tür und beschädigte diese (308,10 Euro Schaden). Anschließend wurde er wieder betrunken mit dem Fahrrad ertappt (2,75 Promille). Am 18. Juli 2016 dasselbe Spiel: Fahrt mit dem Rad und Alkohol im Blut (1,37 Promille).

Einem Mann warf er am 2. Juli 2016 eine etwa ein Kilogramm schwere Hundefutterbüchse an den Kopf, woraufhin er eine starke Verletzung davontrug. Zwei Wochen später verschaffte er sich Zutritt zur Wohnung einer Bekannten aus Großmutz. Beim Hinausgehen legte er ihr ein Tuch um den Hals, schleifte sie ins Wohnzimmer, bedrohte sie mit einem Messer, schlug sie, zog sie aufs Bett und versuchte, sie zu vergewaltigen. Das klappte nicht, er ergoss sich aber zwischen ihren Beinen. Danach ging er. Einen Mann aus Neulöwenberg verletzte er am 15. Dezember nach einem Gelage mit einem Messer. Zunächst tranken sie gemeinsam Bier, dann zückte Stephan F. ein Klappmesser und stach zweimal in das Bein, anschließend auch noch in die Schulter. Noch in derselben Nacht wurde er gefasst und in Untersuchungshaft gesteckt.

Vergewaltigungsvorwurf abgestritten

Erst Ausführlich behandelt wurde gestern der Vorwurf der Vergewaltigung vom 20. August 2015. Dort hielt der 37-Jährige nach eigenen Aussagen bei Renate S. in Glambeck an und unterhielt sich mit ihr. „Wir sprachen miteinander. Dann ging ich auf den Hof. Dort redeten wir weiter.“ In ihrem Haus fühlte sich Stephan F. plötzlich von der 63-Jährigen bedroht; sie habe eine Sichel gezogen. Er habe sie ins Gesicht geschlagen, ging dann raus, weil jemand ans Fenster klopfte. Er sei nicht mehr hineingegangen. Den Vergewaltigungsvorwurf stritt er ab. „Ich weiß nicht, was sie danach gemacht hat“, sagte Stephan F., der über den Verlauf widersprüchliche Aussagen machte (laut Vernehmungsprotokoll war er gar nicht im Haus).

Renate S. bestätigte diese Aussagen weitestgehend. „Als ich ins Haus ging, sagte er, dass ich ihn heute nicht mehr loswerde. Er sollte die Wohnung verlassen, ich rief aus dem Fenster um Hilfe, dann schlug er mir ins Gesicht.“ Gefunden wurde sie von den Nachbarn, die zu Hilfe kamen und ans Fenster klopften: auf dem Boden liegend und untenherum entblößt, auf dem Körper ein Hocker. „Ob ich vergewaltigt wurde, weiß ich nicht. Wir hatten ganz schön einen getrunken.“ Ihr Wert: 3,1 Promille Atemalkohol standen im Protokoll. DNA-Spuren von zwei Männern wurden an ihren Sachen gefunden.

Vier weitere Verhandlungstage sind angesetzt; der nächste am 21. September.

Von Stefan Blumberg

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