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Leben bei den Kranichen: Alters-WG geplant

Linumhorst (Oberhavel) Leben bei den Kranichen: Alters-WG geplant

Kay Jacobsen lebt seit einem Jahr im Kremmener Gemeindeteil Linumhorst. Gemeinsam mit Freunden plant er ein Wohnprojekt – eine Art Wohngemeinschaft für das Leben im Alter. Alle wohnen separat, haben aber einen Gemeinschaftsraum. Auch die Telemedizin spielt dort in der Abgeschiedenheit eine Rolle.

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Immer im Herbst ist Kranichzeit in Linumhorst.

Quelle: Karl Baumann

Linumhorst. Kay Jacobsen hat eine Idee vom Leben im Alter. Er ist jetzt 66, und er wohnt seit einem Jahr im Kremmener Gemeindeteil Linumhorst. Gemeinsam mit mehreren Freunden möchte er an der Linumhorster Straße eine Art WG gründen. „Wir sind eine Gruppe von sechs Leuten“, erzählt er. Auf dem Grundstück sollen sechs Wohneinheiten entstehen, jeweils um die 100 Quadratmeter groß. „Hinzu kommt ein Gemeinschaftsraum und ein Gästezimmer, so unsere Idee.“

Dabei handelt es sich um ein rein privates Projekt. Aber es ist ein zukunftsweisendes, denn immer mehr ältere Leute fragen sich: Wie will ich eigentlich wohnen im Alter – und mit wem? Kay Jacobsen und seine Freunde haben für sich diese Frage beantwortet. Er selbst ist 66, seine Freunde „kurz unter 60“, wie er sagt. Dieses oder nächstes Jahr soll es losgehen.

Dabei geht es auch um den Punkt der Pflege. „Das Stichwort Telemedizin ist dabei ganz interessant“, sagt der Neu-Linumhorster. „Bis der Notarzt kommt, dauert es ja schon mal.“ Zumal es nach Linumhorst selbst von Kremmen aus ein paar Kilometer zu fahren sind. Bei der Telemedizin könnten über das Internet Gesundheitsfragen schnell geklärt werden. Man lässt sich zunächst durchchecken, dann sind die Daten beim Arzt. Bei Problemen könnten sich die Patienten dann über das Netz melden, Daten könnten neu gemessen und übermittelt werden. „Wir wollen uns das so organisieren“, sagt Kay Jacobsen.

Die Abgeschiedenheit in Linumhorst war ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des Wohnortes. „Wir haben so etwas gesucht, sogar auf Rügen waren wir gewesen“, erzählt der 66-Jährige. Er mag den kleinen Ort mit nur 16 Wohneinheiten sehr. „Es gibt hier keine soziale Kontrolle und kein Neid. Man kennt sich, man steht aber nicht ernsthaft in Kontakt.“ Einmal im Jahr, am 1. Mai, da treffe man sich im Ort.

Anfangs wachte Kay Jacobsen nachts auf – wegen der Ruhe. „Das war am Anfang ungewohnt.“ Im Herbst ist es in Linumhorst dann vorübergehend nicht ganz so ruhig. „Da haben wir dann schon mal 60 000 Kraniche hinter uns auf dem zweiten Feld“, erzählt er begeistert. „Die fliegen 20 Meter über unserem Haus, das ist eine geile Nummer.“ Alles in allem findet er es in dem kleinen Ort mitten im Luch „ganz hervorragend“.

Schon jetzt kommen ihn die Freunde immer mal wieder in Linumhorst besuchen. „Zwei von ihnen sind noch unschlüssig, aber das Projekt steht auf jeden Fall.“

Von Robert Tiesler

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