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Lebendiges Zentrum und S-Bahn gewünscht

Velten Lebendiges Zentrum und S-Bahn gewünscht

Bei der Umfrage innerhalb der Serie „MAZ zu Hause in Velten“ votiert eine große Mehrheit für ein lebendigeres Stadtzentrum und den S-Bahn-Anschluss. Geteilt sind die Meinungen im Hinblick auf die Diskussionskultur in der Stadt.

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Programm von Veltener Schülerinnen beim Stadtempfang vor wenigen Wochen in der Ofenstadthalle.

Quelle: Robert Roeske

Velten. Die Mehrheit der Veltener wünscht sich weiterhin eine Belebung des Stadtzentrums. Das ist ein Ergebnis der Umfrage innerhalb der Serie „MAZ zu Hause in Velten“. 71 Prozent der Teilnehmer kreuzten den Punkt „Ich würde mir einen Anziehungspunkt im Zentrum wünschen“ an. Sie wollen mehr Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt. So könnten sich einige Teilnehmer durchaus einen großen Einkaufsmarkt vorstellen, andere plädieren für eine Ladenzeile, ähnlich der Storchengalerie in Hennigsdorf, oder für neue Einzelgeschäfte. 13 Prozent der Umfrageteilnehmer votieren eher für einen Bürgerpark im Zentrum. Die weiteren Umfrageteilnehmer wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, oder ihnen ist das Thema egal.

Das Projekt eines Einkaufszentrums für Velten gestaltet sich unterdessen aber kompliziert. Eine wichtige Fläche nahe der Viktoriastraße befindet sich in privatem Besitz. Die Veltener Verwaltung müsste das Grundstück also kaufen, um eine komplette Fläche für das neue Einkaufszentrum zu haben. „Es erweist sich aber als schwierig, in deren Besitz zu kommen“, hatte Stadtsprecherin Ivonne Pelz kürzlich erklärt. Die Stadtverwaltung wolle nun untersuchen, was sie auf den eigenen Flächen gestalten könne, sagte sie. Danach werde das Stadtparlament beraten müssen, wie man weiter verfahren will. Das Einkaufszentrumsprojekt ist seit Jahren Zankapfel in der Stadtverordnetenversammlung. Aus Protest gegen den geplanten Bau gründete sich der Verein Pro Velten, der nach der Wahl die stärkste Fraktion im Stadtparlament stellte.

Eine große Mehrheit unter den Umfrageteilnehmern gibt es bei der Antwort auf die Frage „Wie beurteilen Sie das Angebot im öffentlichen Personennahverkehr?“. Bei 78 Prozent ist die Antwort B „Gut, nur die S-Bahn fehlt“ angekreuzt. 13 Prozent antworten „Ich komme überall gut hin“ und zehn Prozent „Die Busse könnten häufiger fahren“. Der sehnliche Wunsch nach der S-Bahn dokumentieren die Umfrageteilnehmer auch durch Zusätze: „Unbedingt einen Anschluss an die S 25“, heißt es da zum Beispiel.

Die Hoffnung auf die S-Bahn nach Velten ist in den vergangenen Monaten wieder gewachsen. In der Korridoruntersuchung für den Landesnahverkehrsplan (LNVP) 2018 bis 2022 steht der entscheidende Satz: „Die Verlängerung der S-Bahn bis nach Velten bleibt eine Entscheidungsoption.“ „Wir sind optimistisch, damit ist eine neue Option für Velten aufgemacht worden“, hatte Bürgermeisterin Ines Hübner (SPD) danach erklärt. Alle Karten liegen auf dem Tisch nun muss eine Entscheidung fallen. Mit dem Entwurf des neuen Verkehrsplanes – und damit einer Entscheidung für oder gegen die S-Bahn nach Velten – ist in diesem Jahr zu rechnen. Das Papier wird zuvor mit dem neuen Berliner Senat, der Bahn und in VBB-Regionaldialogen diskutiert.

Dass die Veltener sich mehrheitlich mit ihrer Stadt identifizieren zeigt die Antwort auf die Frage „Können Sie sich vorstellen, auch in Zukunft in Velten zu leben“. Darauf antworten 63 Prozent mit „Ja, mir gefällt es“. 28 Prozent kreuzten den Punkt B „Ja, aber es fehlen bezahlbare Wohnungen“ an. Zwei Prozent antworten „Ja, aber es fehlen Baugrundstücke“ und vier Prozent beantworten die Frage mit Nein. Die Stadtverwaltung hatte wiederholt erklärt, dass es in der Ofenstadt ein großes Potenzial an Wohnbauflächen gebe. Derzeit wird die städtebauliche Entwicklung der Flächen an der ­Nauener Straße vorbereitet. Bis zum Jahr 2030 wächst die Einwohnerzahl der Ofenstadt laut aktueller Schätzung des Landesamtes für Bauen und Verkehr (LBV) um 9,5 Prozent. Keine Stadt im Landkreis Oberhavel wächst relativ gesehen stärker. Laut Prognose werden dann 12 670 Menschen in Velten leben, etwa 1100 mehr als noch 2013. Einige Wohnungen sind unterdessen im Bau: Der erste Spatenstich für das Bauprojekt der Neuruppiner Prima-Unternehmensgruppe auf dem Gelände des abgerissenen Krause-Marktes in der Poststraße fand vorigen November statt. Der Investor baut dort vier altersgerechte Häuser mit 77 Wohnungen.

An einem wichtigen Punkt scheiden sich in Velten die Geister. Auf die Frage „Zwischen den Fraktionen Pro Velten, den anderen Fraktionen und der Stadtverwaltung gibt es häufig Streit. Wie beurteilen Sie die Situation?“ wählten 46 Prozent der Umfrageteilnehmer Antwort B „Ich finde es gut, wenn über Entscheidungen mehr diskutiert wird als früher“. 34 Prozent antworteten „Ich finde es peinlich, weil das Image der Stadt darunter leidet“. 17 Prozent antworten „Ich würde mir auch für Velten einen Bürgerhaushalt wünschen, damit die Bürger mehr Einfluss der ­nehmen können“. Während einige sich wünschen, dass alle Fraktionen an einem Strang ziehen, stellen andere die Beteiligung der Einwohner an weitreichenden Entscheidungen in den Vordergrund. Nur drei Prozent sind an diesem kommunalpolitischen Thema überhaupt nicht interessiert.

Von Heiko Hohenhaus

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