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Oberhavel Lebenshilfe auf den Straßen der Stadt
Lokales Oberhavel Lebenshilfe auf den Straßen der Stadt
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10:00 03.02.2018
Streetworker fürs CJO: Matthias Klein (l.) und Johannes Herzberg. Jeden Tag sind sie in der Stadt zu den Jugendtreffs unterwegs. Quelle: Robert Roeske
Oranienburg

Skateboard und Fahrrad standen am Freitagmittag vor der Tür. Denn im Moment stellen Matthias Klein und Johannes Herzberg ihre Qualitäten als Malermeister unter Beweis. Ein Raum im Souterrain der Lehnitzstraße 26 ist schon fertig. Weiß bringt Helligkeit. Doch wer will, kann auch jetzt schon vorbeikommen. Ihre Tür steht immer offen. Matthias Klein und Johannes Herzberg sind die Streetworker des Projekts „Mobile Jugendarbeit in Oranienburg des CJO“. Offiziell eröffnet ihr Büro im März.

Bis Ende 2016 lag die mobile Jugendarbeit in der City in den Händen des DRK. Dann wurde das Projekt neu ausgeschrieben. „Es gab vier oder fünf Bewerber als Träger, wir bekamen im September den Zuschlag“, so CJO-Geschäftsführer Jörn Weimer. In einer Phase, wo er gar nicht mehr so recht damit gerechnet hatte. Woher nun schnell zwei Streetworker nehmen? Alles fügte sich über drei Ecken und Telefonate. Matthias Klein begann mit Projektstart am 1. Oktober 2017, Johannes Herzberg stieß vier Wochen später dazu.

Klein stammt aus Düsseldorf, hat Sozialpädagogik studiert, war bisher dort in Kitas Erzieher, hat offene Jugendarbeit betreut. „Meine Motivation für den Job in Oranienburg liegt wohl auch ein Stück in meiner Jugend begründet. Ich war ein ganz schön wilder Punkrocker, habe viel getrunken.“ Das ist eine Weile her, aber der 34-Jährige wisse zu gut, wie sich junge Leute in dem Alter fühlen. „Meine bisherige Arbeit, mein Glaube, das passt hier beim CJO alles perfekt zusammen.“

Auch Johannes Herzberg (41) ist kein Oranienburger. Der gebürtige Schwabe aus Biberach an der Riß ist seit 2001 Berliner. Viele Jahre sei er beruflich in der IT-Branche unterwegs gewesen. „Aber der Job hat mich nicht zufrieden gemacht.“ Er sattelte um, arbeitete in der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Staaken. Im Oranienburger Projekt findet er sich gut aufgehoben: „Denn ich habe Hoffnung für jeden, den ich da draußen treffe. Sie alle haben doch Potenzial.“

Seit November rollen die Streetworker täglich durch die Stadt: per Rad beziehungsweise Skateboard. Kontakt aufnehmen, Vertrauen gewinnen, um nicht mehr und nicht weniger geht es am Anfang. Treffpunkte der Jugendlichen gibt es in der Innenstadt viele: um die Skateranlage, auf der Pferdeinsel, am Bollwerk, am Bahnhof. „Wir versorgen sie mit Tee, reden, wollen an ihrer Lebenswelt teilnehmen, Fragen beantworten“, beschreibt es Johannes Herzberg. Er sei verblüfft, wie offen die 14-bis 18-Jährigen ihnen zum Teil begegnen. Sie selbst seien mitnichten Arm der Polizei, verpfeifen keinen, „wir wollen verlässliche Bezugspersonen sein, Vorbilder und Schnittstelle zwischen Hilfssystemen und den Jugendlichen“.

Die Sozialarbeiter versuchen, Lösungen zu finden, zum Beispiel wenn Obdachlosigkeit droht, ein Flüchtling einen Sprachkurs sucht. „Wir regen aber auch an, was man noch tun kann, als draußen rumzuhängen, helfen beim Schreiben einer Bewerbung.“ Auch Drogen seien ein großes und unterschätztes Thema, weiß Matthias Klein. Leider komme man an chemische Drogen wie Alkohol immer billiger ran, bedauert er.

Jörn Weimer ist froh über diese neue „Baustelle“ des CJO. „Und, dass die Stadt das Projekt so gut unterstützt und damit Leute aufgefangen werden, bevor etwas dramatisches passiert.“ Ganz unkompliziert sei es auch gewesen, Zeit in der Sporthalle am Schloss freizuschaufeln. Die Kinder hatten sich gewünscht, Fußball spielen zu können. Das geht jetzt: montags von 14 bis 16 Uhr. Am Montag kickten schon zehn mit. „Das Schicksal mancher Kinder geht an einem nicht spurlos vorbei“, räumt Johannes Herzberg ein, „aber es ist eine dankbare Aufgabe“.

Träger des Projekts „Mobile Jugendarbeit“ in Oranienburg ist das Christliche Jugendzentrum (CJO).

Finanziert wird es von Land, Landkreis und Stadt Oranienburg.

Start war am 1. Oktober 2017.

Die Streetworker Matthias Klein und Johannes Herzberg sind ab sofort von Dienstag bis Freitag jeweils von 12.30 bis 14 Uhr in der Lehnitzstraße 26 zu erreichen. Dort renovieren sie gerade ihre neuen Büroräume.

Von Heike Bergt

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