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Oberhavel Lebensretter im Brieftaschenformat
Lokales Oberhavel Lebensretter im Brieftaschenformat
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09:52 22.10.2013
Passt in jede Brieftasche: der Spenderausweis. Quelle: Enrico Kugler
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Oranienburg

Branchenriesen wie die Barmer GEK, die Techniker Krankenkasse (TK) und die DAK verschickten im gesamten Land Brandenburg Post an ihre rund 800.000 Versicherten. In ihren Briefkästen: Magazine, Informationsbriefe und Spenderausweise zum Selbstausfüllen. Dass Letztere nicht gleich im Papierkorb landen, ist die große Hoffnung der Politik. Der scheidende Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) hatte alle Kassen im Rahmen einer Änderung des Transplantationsgesetzes im November 2012 dazu verpflichtet, ihre Versicherten innerhalb eines Jahres über das Thema Organspende zu informieren. Das Ziel: Potenzielle Spender sollten sich auf ein klares Ja oder Nein festlegen können.

Kurz vor Ablauf der Frist sehen die meisten Kassen nun ihren gesetzlichen Auftrag als erfüllt an. „Das Schreiben haben alle unsere Versicherten im Landkreis Oberhavel erhalten, die älter als 16 Jahre sind“, sagte Marcel Panzer, Leiter des DAK-Servicezentrums in Oranienburg. Dabei sei die Resonanz – das bestätigten alle befragten Kassen – „grundsätzlich positiv“ ausgefallen. „Die vielen Nachfragen unserer Versicherten haben gezeigt, wie groß das Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit beim Thema Organspende ist“, sagte Gabriele Rähse, Sprecherin der AOK Nordost.

Noch immer ist die Verunsicherung bei vielen Versicherten spürbar. Dafür haben nicht zuletzt die Skandale um angeblich manipulierte Wartelisten für Spenderorgane an Kliniken in Göttingen, Regensburg und München gesorgt. Erst vor wenigen Wochen bestätigte eine Prüfungskommission der Ärztekammer entsprechende Verstöße an vier deutschen Transplantationszentren (die MAZ berichtete). Ein Vertrauensbruch mit schwerwiegenden Folgen: In einer aktuellen Forsa-Umfrage unter eintausend TK-Versicherten gaben zwölf Prozent der Befragten an, aufgrund der Negativ-Schlagzeilen keinen Organspendeausweis zu besitzen. Zudem brachen die Organspendezahlen allein im ersten Halbjahr 2013 bundesweit um 18 Prozent ein. „Die wirklich Leidtragenden dieser Entwicklung sind die Menschen auf der Warteliste“, sagte Detlef Bösebeck, Regionalchef der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) auf MAZ-Nachfrage. „Sie müssen länger und möglicherweise vergebens auf eine Transplantation warten.“ Deutschlandweit hoffen derzeit 11.000 Menschen auf ein lebensrettendes Organ, allein in Brandenburg sind es 396 Erkrankte.

Ziel der Kampagne ist deshalb auch, wieder Vertrauen in das Vergabesystem herzustellen, das in einigen Punkten verschärft wurde. Ob das gelingt, ist allerdings kaum messbar. Denn Menschen, die einen Organspendeausweis besitzen, dürfen von den Kassen nicht registriert werden. Was zählt, ist allein die Selbstverpflichtung des Einzelnen. Und in diesem Punkt gehen die Meinungen weiterhin auseinander. Sigrun Papst aus Oranienburg hat zwar einen Informationsbrief bekommen, ihn bisher aber nicht ausgefüllt. „Ich denke, dass ich das noch machen werde“, sagt die Stadtverordnete. Es sei gut, dass das Thema – auch durch prominente Unterstützer – öffentlich gemacht werde. Auch Augenoptiker Steffen Hennes sieht die Kampagne positiv. Dennoch stehe er der Organspende weiter skeptisch gegenüber. Jedoch nicht aufgrund der Skandale, wie er versichert. „Der Gedanke der Unversehrtheit ist mir einfach lieber.“

Von Judith Görs

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