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Oberhavel Wasserleiche aus der Havel gezogen
Lokales Oberhavel Wasserleiche aus der Havel gezogen
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15:11 17.01.2014
Die Leiche wurde in eine schwarze Plane gehüllt. Quelle: Enrico Kugler
Nieder Neuendorf

Mit Vollgas und Blaulicht starteten am Donnerstag vier Feuerwehrleute mit dem Rettungsboot vom Hafen in Hennigsdorf. Ihr Ziel war der Nieder Neuendorfer See, wo eine leblose Person gesichtet worden war. Nur wenige Minuten dauerte es, bis das Boot, das eine riesige Heckwelle hinter sich herzog, auf Höhe der Kolonie Papenberge ankam. Nur wenige Meter von einer Steganlage entfernt, trieb der Körper im eiskalten Wasser. Die Feuerwehrleute hievten die Person an Bord und brachten sie eingewickelt in eine schwarze Plane sofort an Land, wo bereits zwei Rettungswagen mit dem Notarzt warteten. Doch der konnte nur den Tod des Mannes feststellen.

„Es handelt sich um einen männlichen Leichnam“, sagte Frank Künzler von der Wasserschutzpolizei Oranienburg. Der Mann hätte augenscheinlich schon länger im Wasser gelegen, das Gesicht und der Körper seien sehr aufgedunsen. Nach ersten Vermutungen der Polizei könnte es sich bei dem Toten um den polnischen Seemann handeln, der vor sechs Wochen als vermisst gemeldet wurde. Sein Schiff hatte auf der Havel am Hennigsdorfer Stahlwerksgelände angelegt. Wegen dieses Verdachts trafen kurze später auch die Kriminalbeamten ein, die den Vermisstenfall behandeln. Allerdings konnten auch sie nicht mit Sicherheit sagen, ob es der polnische Seemann war. Dazu war die Leiche zu entstellt und zu sehr verschmutzt. Zudem hatten die Kriminalbeamten ihre Zweifel, weil die Bekleidung nicht auf den Matrosen schließen lässt.

Der Mann trug offenbar eine Jacke mit einem „Borussia-Aufdruck“. Da von allen Vermissten DNA-Material sicher gestellt wird, muss nun ein DNA-Abgleich, der in der Gerichtsmedizin in Potsdam durchgeführt wird, Gewissheit bringen. Die Kripo wird nun zur Todesursache ermitteln. Als zuständiger Revierpolizist war auch Hauptkommissar Gerald Bliß vor Ort. „Mein Bereich ist eher friedlich, Mord und Totschlag gab es bisher nicht.“

Ein Anwohner der Kolonie Papenberge hatte den leblosen Körper am Donnerstagmittag unweit einer Steganlage im See treiben sehen und verständigte umgehend die Polizei. Kurz nach 13 Uhr rückte die Feuerwehr aus. Die Männer mussten zunächst das Rettungsboot mit der Drehleiter ins Hennigsdorfer Hafenbecken hieven. „Im Winter holen wir das Boot immer aus dem Wasser“, sagte Einsatzleiter und Wehrführer Frank Dobratz. Das Rettungsboot sei wegen der Bugklappe besonders für Bergungen geeignet, so Dobratz. Ohne die Hennigsdorfer Feuerwehrleute hätte die Leiche nicht so schnell geborgen werden können. Die Wasserschutzpolizei wäre wegen Arbeiten an der Schleuse und am Schiffshebewerk gar nicht nach Nieder Neuendorf gekommen.

Von Andrea Kathert

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