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Oberhavel Leegebruch und das Abwasserproblem
Lokales Oberhavel Leegebruch und das Abwasserproblem
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06:05 04.06.2016
Abwasserpumpwerk in Leegebruch Quelle: Archiv/ Bergt
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Leegebruch

Leegebruch hat ein Problem mit seinem Abwasser. Zum einen mit dem System selbst, das Anfang der 90er Jahre als Vakuumkanalisationssystem der Firma Schluff gebaut wurde, und mit dessen Folgen der Ort bis heute zu kämpfen hat.

Zum anderen mit dem Eigenbetrieb, dessen Werksleiter Bürgermeister Peter Müller (parteilos) immer noch erkrankt ist, und der Ende vergangenen Jahres in dieser Position mehrheitlich von der Gemeindevertretung nicht entlastet wurde. (MAZ berichtete) Weiter sorgten 2015 Abwassergebührenbescheide für Unmut in der Bevölkerung, die wegen einer fehlenden Gebührensatzung um Jahre verspäte verschickt wurden. Widersprüche der Bürger warten nun auf Klärung.

Mehrere Gründe also, weshalb der Kämmerer und amtierende Bürgermeister Martin Rother den Geschäftsführer der OWA (Osthavelländische Trinkwasserversorgung und Abwasserbehandlung), Günter Fredrich, in die Sitzung des Werksausschusses eingeladen hatte, um den Gemeindevertretern einen umfassenden Überblick über den Abwasserbetrieb der Gemeinde zu geben.

Fredrich resümierte, dass nach Gründung des Eigenbetriebes 1997 bei der Schließung der Verträge zwischen OWA und der Gemeinde, viele „Geburtsfehler, die schon deutlich älter waren“, mitübernommen wurden. Bezugnehmend auf den zuvor ausgebliebenen Variantenvergleich zwischen dem Vakuumsystem der Firma Schluff und einem konventionellem Gefällesystem. „Man kann nicht den Betreiber eines Systems mit einem Vergleich beauftragen.“

Die Ausschussvorsitzende Wolfgard-Sonja Siebert (Die Linke) erinnerte sich: „Uns fehlten die Fachleute, Schluff war überzeugend. Wir wurden überfahren.“ Die größten Probleme, die das Schluff-System bereitete, waren eine zu geringe Dimensionierung der Anlage, inkrustierte Vakuumpumpen, weil der Härtegrad des Wassers nicht beachtet wurde, hohe Betriebskosten für die Pumpen und eine insgesamt große Störanfälligkeit. „Die Vakuumentwässerung ist ein Sonderentwässerungssystem, das aus der Schifffahrt kommt. Leegebruch ist das erste und einzige Projekt dieser Größenordnung, das so gebaut wurde“, versuchte Fredrich die Problematik zu erklären. Noch nicht einmal ein Betriebskonzept habe es damals gegeben.

Seit der Zusammenarbeit mit der OWA konnten viele Probleme gelöst werden. Die Vakuumstationen wurden umgerüstet. Der Stromverbrauch sei massiv gesunken und es gäbe kaum noch Störungen. 276 Schächte von 1477 müssen noch umgerüstet werden.

Problematisch sei aber der Engpass der Druckleitung nach Oranienburg, die an ihre Kapazitätsgrenzen stieße, so Fredrich. „Das ist der begrenzende Faktor.“ Somit werde auch eine Erschließung des Ortes, über die bisher genehmigten Baugebiete hinaus, immer schwerer realisierbar. Oder teurer, wie Rother anmerkte.

Dieser sieht jedoch noch eine viel schwerwiegendere Problematik: „Wir haben ein organisatorisches Problem, da der Bereich Abwasser keinem Sachgebiet zugeordnet ist. Wir müssen Struktur schaffen!“ Auch um vor Gericht bestehen zu können. Ständig würden neue Fakten auftauchen. Und das in Abwesenheit des Werkleiters. Rother deutlich:„Ich bin nicht bereit die Verantwortung für das zu übernehmen, was 20 Jahre lang liegen geblieben oder schief gelaufen ist.“

Von Ulrike Gawande

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