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Leegebruch Als Quereinsteiger bis in Liga 3
Lokales Oberhavel Leegebruch Als Quereinsteiger bis in Liga 3
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13:22 09.10.2018
Schiedsrichterkollegen feierten zusammen mit Kay Wiese (M.) sein Jubiläum. Quelle: Knut Hagedorn
Leegebruch

Nach Worte ringend erlebt man den 41-jährigen Leegebrucher Kay Wiese eher selten. Wiese gilt als kommunikativ, aufgeschlossen und lebenslustiger Mensch. Doch als ihm Michael Reichert, Vorsitzender des Fußballkreises Oberhavel/Barnim, am Samstagabend die Verdienstnadel ans Revers heftete, erschien Wiese schon sehr berührt. Seit 25 Jahren leitet der als Postbote beruflich aktive Leegebrucher inzwischen Fußballspiele auf Kreis- und Landesebene und wurde nun für seine Verdienste vom Fußballkreis ausgezeichnet.

Vielleicht dachte der 41-Jährige in diesem Moment auch an seine Anfangszeit 1993, denn Wiese kam eher durch Zufall zur Schiedsrichterei: „Ich habe selber nie Fußball gespielt, war aber immer stetiger Zaungast bei den Spielen von Blau-Weiss Leegebruch. Irgendwann sprach mich der leider inzwischen verstorbene Erwin Nitschke an, ob ich nicht Lust hätte mal zu pfeifen. Im September 1993 hab ich dann meinen Schiedsrichterschein gemacht.“ Die ersten Jahre empfand Wiese jedoch als Knochenmühle: „Als Quereinsteiger zu pfeifen ist echt hart und ein klarer Nachteil, ich habe zu Beginn eine ganze schöne Scheiße zusammengepfiffen“, erzählt Wiese schmunzelnd. Dennoch stieg Wiese recht schnell auf. 1997 leitete er Spiele in der Landesklasse, 1998 in der Landesliga und ein Jahr später sogar in der Verbandsliga und als Assistent in der Oberliga. 1999 agierte Kay Wiese zudem als Assistent von Michael Wendorf in der 3. Liga, beim Spiel 1. FC Magdeburg gegen den FSV Zwickau. „Das war schon grandios muss ich sagen. Leider zog sich Michael kurze Zeit später aus der 3. Liga zurück und somit war auch mein Platz futsch.“

Aber gerade Personen wie Thoralf Schwarz, Steffen Misdziol, Helmut Ploch und Michael Wendorf prägten Wiese zu dieser Zeit. „Das waren ganz tolle Jahre, wir hatten super viel Spaß und sportlich hätte ich natürlich nie damit gerechnet, das ich so hoch pfeifen könnte. Allerdings war ich auch immer ehrgeizig.“ Als Highlight sieht Wiese das Kreispokalfinale 2010 in Krewelin. „Vor über 1000 Menschen ein Pokalfinale zu leiten ist schon super und bleibt mir immer in Erinnerung.“ Allerdings erlebte der Leegebrucher auch die Schattenseiten des Schiedsrichterwesens. 1994 wurde Wiese nach einem Pokalspiel in Schmachtenhagen körperlich attackiert. „Ein Zuschauer hat mir auf dem Weg zum Auto aufgelauert und mir eine verpasst. Aber zum Glück blieb das eine Ausnahme.“

Der Fußball generell hat sich laut Wiese nicht viel verändert: „Gemeckert wurde damals wie heute auf dem Platz. Was sich aber deutlich zum positiven verändert hat, sind die Rahmenbedingungen, nicht nur für Schiedsrichter. Wenn man sich jetzt mal die neuen Sportanlagen anschaut, ist das echt toll.“ Einen ganz beeindruckenden Schritt vollzog Wiese im Jahre 2010, er outete sich öffentlich als homosexuell. „Das war ganz geräuschlos und hat mir keinerlei Probleme bereitet.“

An ein Laufbahnende denkt der 41-Jährige noch nicht. „Das pfeifen macht mir immer noch extrem viel Spaß, ich habe tolle Menschen kennengelernt, die heute enge Freunde sind. Ich habe großen Spaß an meinem Hobby“, sprach er und setzte sich in seinen Garten zu seinen Freunden.

Von Knut Hagedorn

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