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Leegebruch Bibliothek zieht um
Lokales Oberhavel Leegebruch Bibliothek zieht um
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00:19 13.07.2018
Die neuen Räume der Bibliothek Leegebruch im Gemeindezentrum mit dem Schmiedehammer vor der Tür. Quelle: Urike Gawande
Leegebruch

Am Donnerstag, 12. Juli, von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 18 Uhr haben Leser der Gemeindebibliothek Leegebruch ein letztes Mal Gelegenheit, sich einerseits mit Urlaubslektüre, Gesellschaftsspielen oder Zeitschriften zu versorgen und andererseits den angestammten Räumen im Eichenhof 4 Lebewohl zu sagen. Denn vom 16. Juli bis 31. August wird die Bibliothek ihre Türen schließen, Urlaub machen und dann in die neuen Bibliotheksräume im Gemeindezentrum in der Birkenallee 1 umziehen. Dort ist dann wieder ab 3. September zu den gewohnten Öffnungszeiten geöffnet.

Beim Fest „90 Jahre Leegebruh“ konnten die Besucher schon einen Blick in die neuen Räume werfen. Quelle: Ulrike Gawande

Eigentlich sollte die Bibliothek gemeinsam mit der Verwaltung bereits im Mai in das neue Gemeindezentrum wechseln. Doch es gab Lieferschwierigkeiten bei den neuen Bibliotheksmöbeln. Diese wurden nötig, weil die neuen Räume durch die großen Glasflächen zur Birkenallee hin weniger Wandstellflächen haben. Doch ein großer Teil der Ausstattung wird in die neuen Räume mitgenommen. Diese sind zwar mit 125 Quadratmetern nur minimal größer als die alten, aber bieten durch die breite Glasfront mit dem historischen Schmiedehammer vor der Tür und mit einem separatem Eingang einen echten Hingucker. Die Bibliothek solle noch besser wahrgenommen werden als bisher, erhoffte man sich in der Verwaltung bei der Planung.

Die neuen Räume der Bibliothek im Gemeindezentrum. Quelle: Robert Roeske

Dabei ist die Einrichtung mit 511 aktiven Nutzern und jährlich fast 15.000 Entleihungen (Stand 2017) schon jetzt eine kleine Erfolgsgeschichte. Ein Erfolg, der vor allem einen Namen hat: Babett Wiechmann. Seit Herbst 2012 ist die zweifache Mutter in Leegebruch Bibliothekarin. Und Alleinunterhalterin vor Ort, denn es gibt keine weiteren Mitarbeiter. Trotzdem konnte sie in den letzten fünf Jahren viel erreichen. So haben allein die Entleihungen stark zugenommen. 2013 gab es gerade einmal 444 Nutzer und nur rund 11.000 Entleihungen.

Babett Wiechmann ist Bibliothekarin in Leegebruch. Quelle: Ulrike Gawande

Auswählen können die Leser zwischen 9421 Medien – knapp 1000 mehr als noch 2013. Besonders bei den 1284 DVDs, CDs, Hörbüchern sowie den 104 Spielen ist ein besonders großer Zuwachs an Ausleihen zu verzeichnen. Wurden 2013 gerade 17 mal Spiele entliehen, waren es 2017 schon 414 Entleihungen. „Ich habe einen Jubelschrei bei der Zahl gemacht“, verrät Babett Wiechmann, die eigentlich keine gelernte Bibliothekarin, sondern Gestalterin für visuelles Marketing ist. „Früher war die Auswahl an Spielen nicht groß und auch nicht reizvoll.“ Mithilfe von Fördermitteln änderte sie das 2015 und lud zudem 2016 erstmals zu einem Spielenachmittag ein, bei dem nach Herzenslust gespielt und ausprobiert werden konnte. „Gesellschaftsspiele sind teuer und werden deshalb gerne ausgeliehen.“ Wiechmann möchte diesen Bereich gerne weiter ausbauen.

Märchenerzählerin Heike Grützmacher kam zu den Märchentagen Quelle: Ulrike Gawande

„Die Bibliothek ist schon lange keine Bücherausleihstation mehr“, ist sie überzeugt. Alleine im letzten Jahr lud sie zu 66 Veranstaltungen ein. Vom Vorlesewettbewerb, der traditionell gemeinsam mit der Pestalozzi-Grundschule organisiert wird, über den bundesweiten Vorlesetag mit Poetry-Slam und Abendlesungen bis hin zu einem Schreibworkshop mit einer Kinderbuchautorin reichte das Angebot. „Es war ein veranstaltungsreiches Jahr“, gesteht Wiechmann, denn auch die Schüler kommen zu Bibliotheksführungen und Buchvorstellungen. Und die Kitas nutzen wöchentlich die Vormittagsangebote der Einrichtung. „Die Kitas sind besonders fleißige Nutzer. Das ist aber nicht uneigennützig, sondern beschert neue Leser.“

Immer wieder hat Babett Wiechmann neue Ideen, um Leser zu gewinnen. Hier werden Lesezeichen gebastelt. Quelle: Robert Roeske

Wiechmann, selber zweifache Mutter, verrät, dass manche Kinder ihren Eltern so lange „auf den Keks gehen“, bis diese mit ihnen nachmittags in die Bibliothek kommen, um die Bücher auszuleihen, die sich die Kinder morgens angesehen haben. Überhaupt verwehrt sich die Fachfrau der Wahrnehmung, dass Kinder heute weniger lesen und spielen (Gesellschaftsspiele). Da habe sie deutlich andere Erfahrungen gemacht, so Wiechmann, die in den kommenden Monaten den Medienbestand digitalisieren will, damit im Idealfall 2020 die digitale Ausleihe eingeführt werden kann. Das Prinzip „Scanner statt Stempel“ soll auch hinter den Kulissen die Arbeit erleichtern, die sich zwei Schülerpraktikanten 2017 aus der Nähe ansehen konnten. „So etwas ist eine Bereicherung und die Jugendlichen waren erstaunt, was sich hinter dem Tresen so alles abspielt.“

Leegebruch: Flohmarkt und Bibliotheksfest Quelle: Robert Roeske

Erstmals gab es 2017 auch einen Büchermarkt, bei dem Platz für Neues geschaffen wurde. Veranstaltet in Kooperation mit dem Haus der Möglichkeiten, die zu einem Trödelmarkt in den Eichenhof geladen hatten. „Das war eine Herzensangelegenheit für mich. Doch alleine war es nicht zu schaffen“, ist Wiechmann froh über die gelungene Kooperation. Dreimal wurde im vergangenen Jahr getrödelt.

Die History Kids aus Leegebruch besichtigten das Schlossgewölbe in Oranienburg. Quelle: privat

Auch das Projekt der History Kids, eine Kooperation mit dem Geschichtsverein, ist eine Erfolgsgeschichte und wird weiter ausgebaut. Mittlerweile veröffentlichen die Kinder sogar einen eigenen Newsletter, der auf der Homepage des Geschichtsvereins erscheint.

Von Ulrike Gawande

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