Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Leegebruch Ein Jahr nach dem Jahrhundertregen
Lokales Oberhavel Leegebruch Ein Jahr nach dem Jahrhundertregen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 02.07.2018
Martin Rother ist Kämmerer und seit rund drei Jahren amtierender Bürgermeister von Leegebruch. Quelle: Robert Roeske
Leegebruch

Er denke noch oft an den 29. Juni 2017, verrät der amtierende Bürgermeister von Leegebruch Martin Rother, der seit mehr als drei Jahren den erkrankten Amtsinhaber Peter Müller (parteilos) vertritt. Eigentlich vergehe kein Tag, an dem das Ereignis und dessen Folgen nicht irgendwo Thema seien, so der 46-Jährige. Besonders oft denke er zurück, wenn er an einem der Gräben stehe, die zum Synonym dessen geworden seien, was vor einem Jahr beim sogenannten Jahrhundertregen, als 260 Liter pro Quadratmeter vom Himmel kamen, in Leegebruch passiert ist.

Schon um 14 Uhr war der erste Einsatz für die Feuerwehr

Aus dem Büro heraus habe er ein starkes Gewitter gesehen. Schon um 14 Uhr fuhr die Feuerwehr ihren ersten Einsatz. Und musste schon an der Birkenallee mit der vorhandenen Technik passen. Zwei Bilder seien bis heute eng mit dem Tag verbunden, so Rother: Zum einen der Moment, als der komplette Eichenhof unter Wasser stand und er im Rathauskeller war, als das Wasser in die Räume floss. Mit Mitarbeitern räumte er die Akten in die Regale. Und zum anderen der Moment, als ihm abends vom Feuerwehrfahrzeug das wahre Ausmaß der Katastrophe bewusst wurde. „Die Bilder habe ich noch klar vor Augen.“

Das Hochwasser hat den Ort verändert

Wenig Schlaf kennzeichnete dann die folgenden Tage. Doch auch dann habe er nicht abschalten können. „Ich bin über Schläuche gestiegen, die es gar nicht gab.“ Das Hochwasser habe einerseits den Ort verändert, andererseits aber auch nicht, erklärt der Ortschef. „Die Leute sind betroffen, nicht nur finanziell, habe teilweise Ängste bis heute und dann schmeißen die ersten nach fünf Tagen ihren Heckenschnitt in die Gräben oder vergleichen die Zustände in der Kita mit Bangladesh.“ Das sei für ihn nicht nachvollziehbar.

Entwässerung im Fokus

Man habe sich sehr geholfen im Ort und ihm sei dienstlich vor Augen geführt worden, die Entwässerung in den Fokus zu rücken. „Der allerwichtigste Punkt ist, das Wasser muss fließen – innerorts und außerhalb der Gemarkung.“ Daher möchte er gerne eine Möglichkeit schaffen, dass man das Thema selbst in der Hand hat und nicht auf den Goodwill anderer angewiesen sei. Sperrwerke wären eine Option, so Rother.

Auch Straßen und Durchlässe stehen auf dem Plan

Die Straßen und Durchlässe müssen gemacht werden. „Da bleibt kein finanzieller Spielraum für Schönes.“ Vorrang hätten die Pflichtaufgaben, denn auch die Straßen seien alt und das Abwassersystem anfällig. Und so freue er sich, wenn er am Durchlass stehe und das Wasser fließt. „Und ich habe gelernt, die Wetter-App zu lesen“, beweist er Humor.

Lesen sie weiter:

Teil 1: Für Daria Zupke geht es ein Jahr nach dem Regen Schritt für Schritt vorwärts

Teil 2: Die Tanzschule Dancepoint Oberhavel kehrt ein Jahr nach dem Regen zurück ins Tanzstudio

Teil 3: Die Birkenquelle hatte 30 Prozent weniger Umsatz nach dem Jahrhundertregen

Von Ulrike Gawande

In der MAZ-Reihe Tipps von MAZ-Reportern stellt Ulrike Gawande den Leegebrucher Verein „Haus der Möglichkeiten“ vor, der seit 2017 eine vielgenutzte Begegnungsstätte für den Ort in den Räumen im Eichenhof geschaffen hat.

28.06.2018

Nicht nur im Zeit- und Kostenrahmen, sondern sogar deutlich darunter, wurde das neue Gebäude der Gemeindeverwaltung mit Bürgersaal und Bibliothek fertiggestellt. Am Freitag war offizielle Einweihung mit geladenen Gästen. Am 30. Juni gibt es einen Tag der offenen Tür.

02.07.2018

Das Thema Biberdamm bewegte in den letzten Tagen die Gemüter der Bürger. Nun fand am Montag eine Begehung statt, wie die MAZ auf Nachfrage vom Landkreis erfuhr. Während zwei Staustellen in Velten beseitigt werden können, gibt es jedoch noch keine abschließende Entscheidung für den Damm bei Leegebruch

14.06.2018