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Leegebruch Kois: Juwelen der Karpfenteiche
Lokales Oberhavel Leegebruch Kois: Juwelen der Karpfenteiche
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08:39 28.08.2018
Für seine Kois verzichtet Frank Schneider aus Leegebruch auch gern auf den Urlaub. Quelle: Robert Roeske
Leegebruch

Als Frank Schneider aus Leegebruch während einer Mittagspause in Berlin mit einem Arbeitskollegen das erste Mal in einer Koi-Halle war, war dem 44-Jährigen sofort klar: „Das ist mein Ding.“ Sofort packte den gelernten Industriemechaniker, der zwar in Hennigsdorf geboren wurde, aber in Leegebruch bei der Oma aufgewachsen ist und seit 1987 dort lebt, das Fieber für die Fische, die auch als „Könige der Gartenteiche“ bezeichnet werden.

Kois in Leegebruch. Quelle: Robert Roeske

Kois sind eine Zuchtform des Karpfens. Nishikigois, so ihr eigentlicher Name – wörtlich aus dem Japanischen übersetzt heißt das Brokatkarpfen – kamen vermutlich als einfarbige Speisefische vor langer Zeit nach Asien. Seit Ende des 19. Jahrhunderts gelten sie in Japan als Statussymbole von Adligen und werden in 16 Hauptvarianten und mehr als hundert Unterformen, deren Zahl ständig steigt, gezüchtet. Mit teils uralten Geheimnissen.

gelbe Karachis Quelle: Robert Roeske

Kois sind eben die Juwelen im Karpfenteich und für einzelne Exemplare japanischer Züchter werden teilweise fünfstellige Summen gezahlt. Es sind gesellige Tiere, ein Fakt, der Frank Schneider gefällt. In den 2000ern habe er sich seine ersten Tiere gekauft. Aber schon als kleiner Junge habe er am Gartenteich seines Vaters gesessen und den Stichlingen beim Schwimmen zugesehen. „Ich habe eine große Liebe zum Wasser und zu Wassertieren“, lacht der Leegebrucher der sein Faible für Kois 2006 vom Hobby zum Beruf gemacht hat. Schließlich sei er ja auch vom Sternzeichen Fisch, ergänzt er schmunzelnd.

Frank Schneider bei der Fütterung der Kois. Quelle: Robert Roeske

Doch der wichtigste Faktor bei der Koihaltung ist für ihn, Natur und Technik, die für einen optimalen Lebensraum der empfindlichen Tiere sorgt, in Einklang zu bringen. „Es ist ein künstlich geschaffenes Biotop, erst Herausforderung und dann Entspannung, wenn alles funktioniert.“ Ihm gehe es nur gut, wenn es auch seinen Fischen gut gehe, so der Koi-Fachmann. Schon früh morgens dreht er seine erste Runde. Schließlich sei die Nacht die längste Zeit ohne Blick auf die Tiere. Technische Störungen der Pumpen oder ein gefräßiger Graureiher, die Schneider aber mit Sehnen von den Winterteichen fernhält, sind die größten Probleme für Kohakus, Kinginrins oder Bekkos. So heißen drei der bekanntesten Koi-Zuchtformen. „In diesem Jahr ging der Trend aber zu schwarzen, samtschwarzen Kois“, weiß Schneider, der in seinem „Koi-Tempel“ auch Tiere verkauft.

Frank Schneider und die Koi-Übersicht. Quelle: Robert Roeske

Er selbst mag Tanchos, ein weißer Koi mit rotem Kopf, der an die japanische Flagge erinnert. Aber nur wenn es nach der Koi-Tabelle gehe. „Eigentlich sind die, die der Tabelle nicht entsprechen, die interessantesten.“ Er könne seine Tiere aus-einanderhalten: anhand der Körperform Flossen oder der Augen. Es gibt sogar Kois mit blauen Augen, weiß Schneiders Frau Andrea, die seine Liebe zu den Edelfischen teilt:„Jedes Tier hat Charakter, nicht nur die Farbe ist anders. Sie haben unterschiedliche Verhaltensweisen. Die einen sind scheu, die anderen zutraulich.“ Manche Tiere fressen Schneider aus der Hand.

Mit Ehefrau Andrea am Innenbecken. Quelle: Robert Roeske

Man sagt, dass Kois bis zu 60 Jahre alt werden können. In kleinen Gartenteichen seien aber eher 25 Jahre realistisch, weiß Koi-Fachmann Schneider, der virtuell schon alle Koizüchter in Japan besucht hat, aber real noch nie dort war. Es ist ein Traum von ihm. Bis zu einem Meter lang, wie der unifarbene, gelbe Karachi und 24 Kilo schwer, können manche Kois werden. Wenn denn die Lebensbedingungen für die Tiere ideal seien, so Schneider. „Wir leben nicht im Wasser, darum müssen wir jeden Tag die Wasserwerte bestimmen, denn die Fische sind sehr empfindlich.“ Die Tiere lieben es warm. 20 Grad Celsius sind ideal. Dann sei der Stoffwechsel gut. Über 25 Grad werde es schwierig, dann sei genug Sauerstoff wichtig, erklärt Schneider und unter vier Grad beginne die Todeszone. Darum müssen Teiche, in denen die Kois überwintern auch mindestens 1,80 Meter tief sein.

Eine Idylle: der Koi-Teich in Leegebruch Quelle: Robert Roeske

Er selbst höre nicht auf zu forschen, um für die Kois ideale Lebensbedingungen zu schaffen. „In diesem heißen Sommer hat sich vieles bewährt.“ Seien es andere Filtertechniken, bei denen die Bakterien den Sauerstoff aus der Luft und nicht aus dem Wasser ziehen oder hochwertiges, wissenschaftlich erforschtes Futter, durch das weniger Ammoniak in den Teich gelangte. Seine Kois dankten es ihm.

weitere Informationen: www.koitempel24.de

Von Ulrike Gawande

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