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Leegebruch Frauenpower bei der Leegebrucher Feuerwehr
Lokales Oberhavel Leegebruch Frauenpower bei der Leegebrucher Feuerwehr
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01:15 09.07.2018
Die Leegebrucher Feuerwehrfrauen Gina Kaps (l.) und Madeleine Jakob fühlen sich wohl in der Truppe der derzeit 40 Aktiven.. Quelle: Enrico Kugler
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Leegebruch

Man müsse das „Mädchenhafte in die Ecke stellen“, wolle man als Frau in der Noch-Männerdomäne Feuerwehr akzeptiert werden, sagt Madeleine Jakob. „Man muss zeigen, dass man es will, und höchstens innerlich Schweißerlen haben“, ergänzt Gina Kaps. „Denn wir sind keine Püppchen, bleiben locker, sind ehrgeizig, haben Ahnung, packen mit an und machen uns auch dreckig, ohne zu heulen.“

Die beiden 18-jährigen Leegebrucherinnen haben 2017 dafür gesorgt, dass der Frauenanteil der Wehr mit einem Schlag um 200 Prozent gestiegen ist. Vorher habe es sehr lange keine aktiven Feuerwehrfrauen mehr in Leegebruch gegeben, weiß Wehrführer Sebastian Hentschel, der froh ist, die beiden nun in seinen Reihen zu haben.

Die Leegebrucher Feuerwehrfrauen Gina Kaps und Madeleine Jakob (l.) Quelle: Enrico Kugler

Gina Kaps ist angehende Abiturientin an der Oranienburger Torhorst-Schule und stammt aus einer Feuerwehrfamilie. Bis zu ihrem 14. Lebensjahr war sie in der Jugendfeuerwehr Lehnitz aktiv. Doch dann traten andere Hobbys in den Vordergrund, bis sie wieder in ihren Geburtsort Leegebruch zurückkehrte und sich an die Feuerwehr erinnerte. Gemeinsam mit sechs Kameraden aus Leegebruch und Oberkrämer absolvierten die jungen Frauen in den letzten Monaten ihre Ausbildung zum Truppmann und wurden zum 88. Stiftungsfest der Wehr am 23. Juni als Feuerwehrfrauen in den aktiven Dienst aufgenommen. Die Freude nach den bestandenen Prüfungen auf dem Trainingsgelände in Spandau war groß. Schließlich waren sie die einzigen weiblichen Teilnehmerinnen. Gina Kaps wurde sogar Prüfungsbeste. „Ich habe die Jungs in Theorie und Praxis in den Boden gestampft. Das fühlte sich gut an“, freut sich die Schülerin.

Die Leegebrucher Feuerwehrfrauen Gina Kaps und Madeleine Jakob (r.) Quelle: Enrico Kugler

Denn auch wenn die beiden bei ihren Kameraden beliebt sind und akzeptiert werden, mussten sie sich doch beweisen. „Aufgeben war da keine Option. Schließlich möchte man zeigen: ich kann es. Auch wenn manche skeptisch waren“, erklärt Madeleine Jakob, die im zweiten Lehrjahr zur Gesundheits- und Krankenpflegerin ist, ihre Motivation für die Prüfungen neben dem Job gebüffelt zu haben. Denn anders als Gina konnte Madeleine nicht auf das Vorwissen aus der Jugendfeuerwehr zurückgreifen.

Die Leegebrucher Feuerwehrfrauen Gina Kaps und Madeleine Jakob (l.) Quelle: Enrico Kugler

Madeleine Jakob war durch den Jahrhundertregen auf die Feuerwehr aufmerksam geworden. Half damals, als Not am Mann war. Gemeinsam mit einer Freundin föhnte sie sogar die Stiefel der Einsatzkräfte trocken. „Es war toll, was die Einsatzkräfte geleistet haben.“ Jeden Tag war sie im Juni 2017 auf der Wache und half. Umso mehr freute sie sich, als der Wehrführer ihr grünes Licht für eine Mitgliedschaft gab. „Ich dachte damals, ich wäre zu alt, dass man dafür schon in der Jugendfeuerwehr gewesen sein muss“, erinnert sich die angehende Krankenschwester, die sich mit offenen Armen aufgenommen fühlte. „Es ist ein guter Ausgleich zur Ausbildung. Man nimmt viel mit, für beides.“

Die Leegebrucher Feuerwehrfrauen Gina Kaps und Madeleine Jakob (l.) Quelle: Enrico Kugler

Madeleine und Gina schätzen die Gemeinschaft der Wehr, das agieren als Team und anderen helfen zu können. Über mehr Frauen würden sie sich aber freuen. Wollen daher auch ein wenig Vorbild sein.

Von Ulrike Gawande

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