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Leegebruch Klaus Reichenberger feiert 40 Jahre Selbstständigkeit
Lokales Oberhavel Leegebruch Klaus Reichenberger feiert 40 Jahre Selbstständigkeit
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17:54 29.06.2018
Aus seiner zusätzlichen Tätigkeit als öffentlich bestellter, vereidigter Sachverständiger lerne er stets dazu, verrät Klaus Reichenberger Quelle: Ulrike Gawande
Leegebruch

Am 1. Juli 1978 eröffnete Klaus Reichenberger aus Leegebruch seinen Betrieb für Heizung, Lüftung und Sanitär. Damals noch mit einem geliehenen Auto, erinnert sich der 64-Jährige. Ein Jahr später stellte er den ersten Lehrling ein. In den 40 Jahren, die sein Betrieb nun besteht, brachte er 65 Azubis den Beruf des Anlagenmechanikers in Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik nahe. Viele seiner sechs Mitarbeiter gingen durch seine Schule. „Ich war ein strenger Ausbilder, weil ich Wert darauf gelegt habe, dass sie es schaffen.“ Der älteste Azubi war 31, der jüngste 16.

Technisches Detailwissen ist heutzutage gefragt

Besonders das technische Detailwissen stelle heute höhere Anforderungen an die Lehrlinge, als zu seiner Zeit, erinnert sich der zweifache Vater und Großvater. „Wir mussten damals noch selber Gewinde schneiden, heute ist viel vorgefertigt.“ Was aber die Suche nach einem Nachfolger für seinen Betrieb auch nicht einfacher mache. Für ihn selbst war der Beruf des Heizungsinstallateurs ein Traumberuf. Schon sein Vater arbeitete auf dem Bau. Er begleitete ihn oft mit Interesse.

Studium in Erfurt und Halle

An die Ausbildung schloss er ein Studium an der Fachhochschule für Bau, Heizung, Lüftung und Sanitär in Erfurt an. „Das war damals die einzige und größte mit diesem Fach.“ Ergänzt wurde das technische Fachwissen dort um betriebswirtschaftliche Lehrinhalte. „Es war ein breites Spektrum.“ In einem zweiten Studium ließ er sich zum Schweißtechniker am Zentralinstitut für Schweißtechnik in Halle ausbilden. „Es war eine interessante Sache, auch die Hintergründe zu verstehen. Und man hatte so andere technische Möglichkeiten, um an Schwerkraftheizungen oder Kohlekesseln zu arbeiten.“

Verzögerungen bei der Gewerbeerlaubnis

Und obwohl er in einer Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) einen guten Job hatte, wollte Reichenberger in die Selbstständigkeit. „Ich habe trotz zweier Abschlüsse weniger verdient, als ein Rohrlegerhelfer. Ich wollte mich nicht mehr rumkommandieren lassen.“ Und so wählte er den Weg des Einzelkämpfers, auch wenn man die Gewerbeerlaubnis verhindern wollte. Denn er wurde schon im Februar 1978 in die Handwerksrolle eingetragen. Er bereue nichts. „Mich fasziniert bis heute, dass sich die Technik weiterentwickelt. Die Herausforderungen sind jeden Tag neu, jedes Gebäude ist anders und die Kunden haben verschiedene Wünsche. Es wird nie langweilig.“

Mitgründer der Innung

Heute hat er 40 Prozent Privatkunden, 40 Prozent gewerbliche und 20 Prozent öffentliche Auftraggeber. Von der Schule in der Kaserne in Lehnitz, über den umgebauten Getränkemarkt und das alte Waisenhaus in Oranienburg direkt nach der Wende, bis hin zu Wohngebieten mit 82 Einfamilienhäusern in Berlin, reicht sein Aufgabenspektrum. In seiner Freizeit ist er in der Schützengilde in Oranienburg aktiv oder erkundet mit seinem belgischen Schäferhund Kaddy die Umgebung. Oder er engagiert sich in Handwerkskammer oder Innung, die er nach 1989 mitgegründet hat.

Von Ulrike Gawande

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