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Leegebruch Als Ehrenamtlicher nach Japan
Lokales Oberhavel Leegebruch Als Ehrenamtlicher nach Japan
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05:49 06.11.2018
Mathis Wiechmann aus Leegebruch mit Zubehör zur Teezubereitung, einem japanischen Manga-Kockbuch und Erinnerungen aus Japan. Quelle: Ulrike Gawande
Leegebruch

Mathis Wiechmann aus Leegebruch ist seit seinem sechsten Lebensjahr leidenschaftlicher Judoka, isst gerne japanisch, mag Mangas und vor allem ist er großer Literaturfan. So war er im vergangenen Jahr auf der Buchmesse in Leipzig. Dort gab es auch einen Stand des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin (JDZB), die über staatlich geförderte Austauschprogramme für junge Ehrenamtliche informierten.

Freiwilliges soziales Jahr im Judoverein

Genau passend für den 20-Jährigen, der 2017 sein Abitur am Runge-Gymnasium in Oranienburg abgelegt hat und anschließend ein Freiwilliges Soziales Jahr im Judo-Club Samura absolvierte. Der ausgebildete Leistungssporttrainer C half dort in der Verwaltung und trainierte Judoka aller Altersklassen. Gerade hat er sein Studium für das Oberstufenlehramt mit den Fächern Chemie und Sport an der Humboldt- Universität in Berlin begonnen. Im Rucksack eine ganz besondere Erfahrung. Denn Mathis Wiechmann reiste zuvor im Rahmen des Austauschprogramms des JDZB für zwei Wochen nach Japan und vor einigen Tagen stand der Gegenbesuch der Japaner in Deutschland auf dem Plan.

Ein abends beleuchteter Tempel in Tokyo. Quelle: Mathis Wiechmann

Aber bis es soweit war, sammelte sich bei dem 20-Jährigen erst einmal ein „gefühlter, halber Aktenordner“ mit Unterlagen. Denn bereits im April gab es ein erstes Vorbereitungstreffen der deutschen Delegation. Ein Wochenende lang lernten die jungen Leute die japanischen Höflichkeitsformeln. „Man darf in Japan nicht die Stäbchen in den Reis stecken, das ist ein Fauxpas“, erklärt der Jungstudent, außerdem verbeuge man sich zur Begrüßung, anstatt sich die Hand zu geben. Auch das Herumlaufen mit Essen in der Öffentlichkeit zeuge in Japan von einer schlechten Kinderstube. „Die Japaner nehmen außerdem immer ihren Müll wieder mit nach Hause, wo sie ihn strikt trennen“, hat Mathis Wiechmann dann bei seinem Japanaufenthalt beobachtet. Überhaupt seien die Menschen dort zurückhaltender, solange man sich noch nicht kennt.

Japanische Ehrenamtliche beim Gegenbesuch in Deutschland. Bei den Seminaren in Ravensbrück waren auch die deutschen Teilnehmer wie Mathis Wiechmann (M.) dabei Quelle: Mathis Wiechmann

In Fernost angekommen, ging es für die 16 Teilnehmer, alles junge Ehrenamtliche aus ganz Deutschland zwischen 18 und 27 Jahren, in eine Art Jugendherberge in Tokyo. Dort fanden Vorträge, Präsentationen und Diskussionsrunden gemeinsam mit jungen Erwachsenen aus Japan zum Thema Partizipation und Ehrenamt statt. „Bei uns kann Ehrenamt alles sein, in Japan konzentriert es sich und ist eher auf die Jugendbildung ausgerichtet.“ So hat besonders eine Jugendfreizeitzentrum bei dem Leegebrucher Eindruck hinterlassen. „Das B-Lap in Tokyo ist eine wunderbare Einrichtung, die rege genutzt wird. Es gibt sogar Familienzuzug nur wegen des Centers, in dem es Musikräume, eine Küche, Hausaufgaben- und Versammlungsräume und sogar ein Theater gibt.“

Mathis Wiechmann aus Leegebruch (M.) bei einem Trainingsbesuch in einer Judoschule in Biei in Japan. Quelle: Ulrike Gawande

Abends hatte die Delegation dann Zeit, die japanische Hauptstadt zu erkunden. „Ich bin gern abseits vom Weg unterwegs und mit dem Tages-Metropass für umgerechnet acht Euro kam man überall hin.“ Als Judofan zog es Mathis dabei nicht zu den üblichen Sehenswürdigkeiten, sondern zur ersten Judoschule Tokyos. Dort sah er beim Training zu. „Früher war die Sportart noch mehr verbreitet, wird jetzt aber durch Baseball und Fußball verdrängt.“ Die zweite Woche in Japan verbrachte er in Biei auf der Insel Hokkaido. Erst in einer Gemeinschaftsunterkunft, später auch in Gastfamilien. Die ermöglichte es dem Leegebrucher auch, selbst an einer Trainingseinheit in einer Judoschule teilzunehmen. „Mit meinem Gastvater einem buddhistischen Priester haben wir auch ein öffentliches Bad besucht.“ Es sei einer sehr herzlich Aufnahme in der Familie gewesen, die ihm viele Fragen gestellt hätten.

Gegenbesuch aus Japan

Auch der Besuch einer Grundschule stand für die Deutschen auf dem Programm. Während der Vorbereitung hatten sie bereits einige Sätze Japanisch gelernt. „Das waren süße, kleine Fratzen. Wir haben aktiv am Unterricht teilgenommen von Sport bis Kaligraphie. Wir waren wieder Schüler“, lacht der Leegebrucher, bei dem besonders die Esskultur des asiatischen Landes Eindruck hinterlassen hat. „Die Auswahl ist gefühlt gigantisch“, gerät er immer noch ins Schwärmen. Täglich gibt es drei warme Mahlzeiten. „Ich habe versucht alles mitzunehmen.“ Von den mittäglichen Nudelsuppen Udon und Ramen, über Tempura, bis hin zu Takoyaki und Sushi und dem Besuch eines Fischmarktes. „Der Austausch war eine Erfahrung, die man sonst nicht hat. Ich würde sie auch anderen empfehlen.“ Im November wird Mathis Wiechmann einen japanischen Studenten bei sich in Leegebruch willkommen heißen.

Von Ulrike Gawande

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