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Leegebrucher Techno-Sound für Kanada und Kroatien

Leegebruch Leegebrucher Techno-Sound für Kanada und Kroatien

Unzählige Stunden hat Tino Mertin für die Organisation des Benefizkonzertes „Wir stehen zusammen“ zugunsten der Hochwassergeschädigten von Leegebruch investiert, bei dem am letzten Wochenende über 5000 Euro an Spenden zusammenkamen. Doch auch der Leegebrucher ist nebenberuflich Musiker und sorgt in Clubs für Stimmung.

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Tino Mertin hat als Max Lindemann nicht nur ein eigenes Label, sondern bringt auch Songs heraus. Der bekannteste ist „#Frei“ von 2016.

Quelle: Robert Roeske

Leegebruch. Zur Zeit hat der Leegebrucher Tino Mertin nur eines im Kopf: Die Geburt seines zweiten Kindes, die unmittelbar bevorsteht. Am vergangenen Wochenende sah das noch ganz anders aus, als er zusammen mit Fotograf Sascha Funke das Benefizkonzert „Wir stehen zusammen“ für die Hochwassergeschädigten in Leegebruch auf die Beine gestellt hatte. Auch wenn nicht alles glatt gelaufen sei, war das Konzert mit über 5000 Euro an eingenommen Spenden doch ein großer Erfolg.

Im normalen Leben arbeitet Tino Mertin als angestellter Fachwirt für Versicherungen und Finanzen. Wenn er nicht gerade als Max Lindemann in Technoclubs für Stimmung sorgt. „Meinen ersten Auftritt hatte ich mit 16 in einem Hinterhof, den ersten bezahlten Gig im bekannten und verrufenen Sky Club, der erst in diesem Jahr zugemacht hat.“ Als Gage habe es damals 20 Mark und vier Getränkemarken gegeben, erinnert sich Mertin schmunzelnd.

Doch viel wichtiger als die Gage, sei das Vorweisen eines offiziellen Clubs gewesen, so die schlichte Erklärung des 39-Jährigen, der mit Frau Sabine – sein ruhender Pol – und der fünfjährigen Tochter seit 2010 in Leegebruch lebt. „In den 90ern musste man mit selbstgemixten Kassetten von Club zu Club ziehen und sich durch Mundpropaganda einen Namen als DJ machen.“ Heute laufe das alles digital, so Mertin.

„Die 90er waren eine spannende Zeit mit einem Freiheitsgefühl, das auch in der Musik zu spüren war.“ Schon vor der Wende habe er oft vor dem Radio gesessen und bei Rias 2 samstags bei der „Wunschmusik“ Hits von Depeche Mode oder Kraftwerk aufgenommen, erklärt der gebürtige Ostberliner seine Vorliebe für elektronische Musik.

Nach dem Mauerfall habe er die Gelegenheit genutzt auszubrechen. „Es hat niemanden interessiert, wo wir Musik gemacht haben.“ Sie seien stets auf der Suche gewesen nach Kellern oder leererstehenden Firmen, wo man Musik machen konnte. Zwischennutzung, so die Bezeichnung für diese Art von Locations. Vier Künstlernamen hatte Tino Mertin, der seine ersten Mixversuche noch mit Schraubendreher und Walkman von „Rudis Resterampe“ gemacht hat, im Laufe der Zeit. „DJ Speed Track“ (schnelles Lied) war einer der ersten und steht für die zügigeren Beats der Ravezeit zu Beginn seiner Musikerkarriere. „Ich habe früher mal davon gelebt. Das meiste Geld ging für neue Platten drauf.“

Heute brauche man als DJ nur noch USB-Stick und Kopfhörer, Laptop und Controller und nicht mehr ganze Koffer voller Platten. „Ich mixe nicht nur zusammen, sondern mache komplett eigene Interpretationen.“ Zehn bis 15 Auftritte absolviert der gelernte Metallbauer im Jahr. Mal in Zadar in Kroatien, mal in Berlin oder im kanadischen Toronto. Das lasse sich dann gut mit einem Familienurlaub verbinden. Als Stadtmensch, so Mertin, brauche er Tumult und Leute um sich herum, doch in Leegebruch fühle er sich ausgesprochen wohl. Er schätzt das Familiäre im Ort und hat als Stürmer bei Blau-Weiß Leegebruch mehr als nur elf Freunde gefunden.

Von Ulrike Gawande

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