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Lehnitz bekommt Asylbewerberheim

Bauarbeiten auf ehemaligem Kasernengelände beginnen Lehnitz bekommt Asylbewerberheim

In der ehemaligen Lehnitzer Kaserne entstehen Heimplätze für rund 220 Asylbewerber. Ob dauerhafter Wohnraum geschaffen wird, ist bislang unklar. Initiative fordert Sozialwohnungen.

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Das Eingangsgebäude zur früheren Märkischen Kaserne verschwindet. Zwei Komplexe werden zu Asylunterkünften umgebaut.

Quelle: Robert Poeske

Oranienberg. Das alte Wachhaus der Märkischen Kaserne in Lehnitz verschwindet. Der Abrissbagger ist dort im Einsatz. Nebenan, im früheren Stabsgebäude und im medizinischen Trakt, wird umgebaut. Die Bauarbeiten liegen im Zeitplan, heißt es aus der Kreisverwaltung.

Ab November sollen die ersten von 220 Asylbewerber einziehen

Die kreiseigene Oberhavel-Holding hat die beiden, noch von der Bundeswehr sanierten Gebäudekomplexe sowie zwei unsanierte Mannschaftsgebäude zu einem nicht genannten Preis vom Bund gekauft. Der Kreis muss in diesem Jahr Platz für 388 neu ankommende Flüchtlinge schaffen.

Wie viele Asylbewerber Oberhavel im kommenden Jahr aufnehmen muss, ist noch unklar. „Pauschal wird aber immer wieder darauf verwiesen, dass die Zahlen steigen werden“, sagte Kreissprecherin Irina Schmidt. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums werden bis Jahresende 200 000 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sein.

Der Kreis rechnet 2015 mit weiteren 420 Flüchtlingen

In diesem Jahr sind es laut „Aufnahmesoll“ 329 Asylbewerber. Dabei ist der Kreis bei der Bereitstellung von Wohnplätzen in Verzug. Nach der Instandsetzung zweier früherer Kasernenblöcke in Stolpe-Süd sollte das Heim in Lehnitz ursprünglich im September fertig werden. Die 80 neuen Plätzen in Gransee werden statt im Oktober erst 2015 fertig sein. Solange müssen die Plätze in Lehnitz reichen. Außerdem ist der Kreis bemüht, vor allem Flüchtlingsfamilien in Wohnungen unterzubringen.

Kaserne steht seit 2006 leer

  • Die Märkische Kaserne in Lehnitz wurde 1975 von der NVA bezogen. Bis Oktober 1990 war dort das selbstständige Artillerieregiment 1 stationiert. Mit der Eingliederung der NVA in die Bundeswehr wurde die Einheit neu gegliedert. Zuletzt gehörten ihr 730 Soldaten an.
  • Am 30. Juni 2006 wurde die Kaserne geschlossen. Weite Teile stehen seither leer. Einige Hallen sind an Gewerbebetriebe vermietet.
  • Der Landkreis hat vier Gebäude von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zu unbekanntem Preis gekauft.

Man überlegt dauerhaften Wohnraum zu schaffen

Sozialdezernent Michael Garske unterrichtete am Donnerstag die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen und Fachausschüsse während einer eintägigen Klausurtagung mit Übernachtung im „Barnimer Hof“ in Wandlitz über die Fortschreibung der „Unterbringungskonzeption“ des Landkreises. Bisher hat die Kreisverwaltung nicht öffentlich mitgeteilt, welche Pläne sie für die beiden Mannschaftsgebäude in Lehnitz hat.
Aus der Initiative „Willkommen in Oberhavel“ kam zuletzt der Vorschlag, in der früheren Kaserne statt weiterer provisorischer Unterkünfte dauerhaft Wohnraum zu schaffen. So könnten günstige Sozialwohnungen auch Mietern mit geringem Einkommen, Rentnern, Studenten oder Arbeitslosen zur Verfügung stehen.

Die Kreis-SPD hatte den Bau von Sozialwohnungen zum zentralen Thema bei der Kommunalwahl gemacht. Noch ist unklar, mit wem die Sozialdemokraten diese Pläne umsetzen wollen. Sondierungsverhandlungen mit anderen Fraktionen verliefen bislang ergebnislos. Der Grünen- Fraktionschef Thomas von Gizycki rechnet daher damit, dass die SPD mit wechselnden Mehrheiten arbeiten will. Die Grünen-Fraktion hat für eine Zusammenarbeit die Abschaffung des Wertgutscheinsystems für Asylbewerber zur Bedingung gemacht.

Von Klaus D. Grote

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