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Oberhavel Lehnitz: Ideen zur Flüchtlingsintegration
Lokales Oberhavel Lehnitz: Ideen zur Flüchtlingsintegration
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06:05 06.05.2016
Am offenen Tisch wurde eifrig zum Thema Integration von Frauen diskutiert. Quelle: Foto: Ulrike Gawande
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Lehnitz

Kein anderes Thema habe das vergangene Jahr so beherrscht wie die Flüchtlingsbewegung, so der SPD-Landtagsabegordnete Björn Lüttmann. Bis heute leben allein 1044 Asylsuchende in Oranienburg, Anlass für ihn am Dienstagabend gemeinsam mit der Friedrich-Ebert-Stiftung zur Diskussionsveranstaltung „Integration von Geflüchteten – Wie schaffen wir das?“ ins Kulturhaus nach Lehnitz einzuladen.

Björn Lüttmann (rechts) mit Eugen Meckel von der Friedrich-Ebert-Stiftung Quelle: Ulrike Gawande

60 Oranienburger waren der Einladung gefolgt. „2015 war das Jahr der Krise, 2016 wird das Jahr der Taten“, so Lüttmann weiter. Deshalb habe man auf eine Podiumsdiskussion verzichtet, und das Format des World-Cafés gewählt. Lüttmann: „Unser Ziel sind konkrete Ergebnisse, die an Bürgermeister, Kreis und Land weitergegeben werden sollen.“

Zwischen fünf Thementischen konnten die Teilnehmer wählen und über die Gegebenheiten vor Ort diskutieren: Was läuft im Bereich der Integration in Oranienburg schon gut? Welche Angebote gibt es? Was könnte man noch verbessern? Was fehlt vielleicht ganz?

Waren die Gesprächsrunden zu Kita und Schule, zur örtlichen Infrastruktur, zur Integration der Neubürger und zur Willkommensinitiative Oranienburg inhaltlich eingegrenzt, konnte am sogenannten offenen Tisch völlig frei diskutiert werden. Einzige Bedingung: der Fokus auf Oranienburg. In drei Runden á 30 Minuten wurde beraten, dann wurde ein neuer Thementisch gewählt.

60 Oranienburger waren zur Diskussionsveranstaltung gekommen. Quelle: Ulrike Gawande

„Mir fehlt das Thema Frau an den Tischen“, eröffnete die Oranienburgerin Marianne Kern das Gespräch am offenen Tisch. Kern kritisierte, dass die Flüchtlingsproblematik immer nur auf Männer und Kinder reduziert werde. „Wenn Integration gelingen soll, muss das Potenzial der Frauen erfasst werden.“ Es dürfe sich keine Parallelgesellschaft bilden, in denen die Frauen zu Hause blieben, so Kern, sondern auch ihnen müsse eine Berufstätigkeit ermöglicht werden. Dazu gehöre auch eine entsprechende Kinderbetreuung. Und ein verbessertes Deutschkursangebot speziell für Frauen und eine Weiterbeschulung der 18 bis 25-Jährigen.

Ergebnisse der Diskussionsrunde

Verbesserung der ärztlichen Grundversorgung mit einem regelmäßigen Angebot direkt an der Gemeinschaftsunterkunft.

Ausbau der Kapazitäten der Grundschule und Kita in Lehnitz, mit einer Einführung einer Sekundarstufe (perspektivisch).

Einführung eines verpflichtenden Kita-Jahres vor der Schule.

Integration durch Schaffung von mehr Wohnraum, Orte der Begegnungen sowie Teilhabe am öffentlichen Leben durch Sport, Patenschaften, Freizeitangebote und Patenschaften.

Offensives Schaffen von mehr Praktikums- und Arbeitsplätzen.

Bessere Unterstützung durch die zuständigen Ämter.

Einstellung von weiteren und engagierten Sozialarbeitern.

Aber vieles laufe gut, lobte Carola Frèmont von der Willkommensinitiative, besonders die mittlerweile zügige und gute Zusammenarbeit mit Ausländerbehörde, Jugendamt und Arbeitsagentur. Probleme hingegen gäbe es oft beim Sozialamt. Besonders dann, wenn es bei der Vermittlung von Wohnungen Zeitdruck gäbe.

Von Ulrike Gawande

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