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Lehnitz sagt nein zu geplantem Bauland

Lehnitz Lehnitz sagt nein zu geplantem Bauland

Der Ortsbeirat fühlt sich vom Vorschlag der Stadt überfahren, einen B-Plan für ein 2,4 Hektar großes Waldareal aufzustellen, um dort später eine Kita und Wohnungen bauen zu können. Er ist gegen die Fällung des Waldstreifens und machte stattdessen eigene Vorschläge für Kita-Standorte. Und möchte vor allem eines: gehört werden.

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Der Waldstreifen hinter dem Sportplatz würde dann verschwinden und für eine Bebauung freigegeben.

Quelle: Heike Bergt

Lehnitz. Die Lehnitzer fühlten sich an ihren Protest vor zehn Jahren erinnert. Damals seien locker 800 Unterschriften im Ort zusammen gekommen. Nein, man wollte schon damals keine Bebauung im Waldstück, das sich an den Sportplatz anschließt! Nun bringe die Stadtverwaltung das Thema wieder aufs Tapet: „Aber hat uns einer gefragt, ob wir das wollen?“, stellte Ortsvorsteher Matthias Hennig (SPD) auf der Ortsbeiratssitzung am Mittwochabend im Kulturhaus in den Raum. Und beantwortet die Frage selbst mit einem nein. Man sei nicht beteiligt gewesen an der Vorlage der Stadt, „und das ist einfach der falsche Weg“, so Hennig.

Denn für das 2,4 Hektar große Waldareal, das mit einem Streifen neben der Schule beginnt und sich vor allem hinter dem Sportplatz entlangzieht, soll der B-Plan „Gemeinbedarfsfläche und Wohnen an der Dianastraße“ aufgestellt werden.

16 Lehnitzer waren gekommen, um auch diesmal ihren Protest kund zu tun. Man sei gegen die Rodung von Wald in einer Zeit, wo der Klimawandel in aller Munde und schon deutlich zu spüren ist. Im Waldstück lebten viele Tiere und Vögel, die Kinder von Kita und Schule nutzten es zum Spielen und Wandern. Und Wohnungen würden schon auf dem Ex-Kasernengelände und an der Magnus-Hirschfeld-Straße gebaut.

Auch die Begründung der Stadt, hier für eine zweite Kita im Ort Vorsorge treffen zu wollen und den Wald von der Forst dafür zu erwerben, ließen sie nicht gelten: Zweifellos brauche Lehnitz eine weitere Kita, aber wenn schon, dann doch nicht neben der vorhandenen, sondern in Lehnitz-Süd beziehungsweise Ost.

Architekt Malte Reimer fand das geplante Bauland gar nicht so übel, allerdings für ein Jugend- oder Mehrgenerationenhaus mitten im Ort. „Die Stadt müsste die Fläche nach unseren Vorstellungen entwickeln“. Doch genau da hapert es. Zwar könne man ja innerhalb des B-Plan-Verfahrens noch diskutieren, aber „wenn das erst mal auf den Weg gebracht ist, dann geht das auch in Richtung Bebauung“, so Hennig. „Das Vertrauen auf Einbeziehung ist einfach weg“, so Nicola Jores (FWO). Man war sich einig: Der Wald solle bleiben, stattdessen Lehnitz-Ost weiterentwickelt werden. Die „Übergangsschule“, die sicher eine bleibe, sei schon da. Die neue Kita stünde dort auch gut. Die Lehnitzer wollen sich jetzt um ein gemeinsamen Termin mit Kreis-Holdingchef Klaus-Peter Fischer bemühen: „Wir wollen mitreden können, wie Lehnitz-Ost sich entwickeln wird“, so der Ortsvorsteher. Man habe viele Ideen und wolle gehört werden.

Alle fünf anwesenden Mitglieder des Ortsbeirates stimmten gegen die Aufstellung eines B-Plans an der Dianastraße. Mit diesem Votum im Rücken will sich Hennig am Montag ab 17 Uhr im Hauptausschuss zu Wort melden. Heiner Klemp erinnerte auch an das Rederecht in der Stadtverordnetenversammlung am 5. März vor einer Entscheidung.

Von Heike Bergt

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