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Lehrerkollegin mit vier Pfoten

Hohen Neuendorf (Oberhavel) Lehrerkollegin mit vier Pfoten

Labrador-Mix-Hündin Auri assistiert Lehrerin Andrea Lange seit Kurzem beim Unterricht in der Grundschule Niederheide in Hohen Neuendorf. Wenn Auri dabei ist, ändern die Kinder ihr Verhalten.

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Grundschullehrerin Andrea Lange mit Therapiehund Auri.

Quelle: Helge Treichel

Hohen Neuendorf. Klassenlehrerin Andrea Lange hat neuerdings öfter einen Assistenten an ihrer Seite, wenn sie ihre Flexklasse „Maus“ in der Grundschule Niederheide unterrichtet. Der hat vier Pfoten und hört auf den Namen Auri. Ende Juni hat die einjährige Labrador-Mix-Hündin ihre achtmonatige Ausbildung zum Therapiehund beendet. Bereits seit April durfte die Hundedame ein paarmal stundenweise in die Schulklasse hineinschnuppern. Und sie machte ihre Sache gut. Sie gibt Pfötchen, geht durch den immer länger werdenden Menschen-Tunnel und findet auf Anhieb das in einem von vier Bechern versteckte Leckerli.

Pfötchen geben klappt auch schon sehr gut

Pfötchen geben klappt auch schon sehr gut. Die Belohnung: ein Leckerli.

Quelle: Helge Treichel

Die Grundschule Niederheide habe sich als Schule für gemeinsames Lernen dem Hundeprojekt gewidmet, sagt Schulleiterin Ilona Petrausch. Als Lehrerin Andrea Lange deshalb auf sie zukam, musste sie nicht lange überlegen. „Ich bin selber Hundebesitzerin und habe keine Berührungsängste“, sagt sie. Außerdem komme sie viel herum und habe immer wieder vom Einsatz von Therapiehunden an anderen Schulen gehört – als Erfolgsgeschichte. Und sie dachte sich: „Das ist ein toller Ansatz auch für unsere Schule.“ Da sie aber niemanden dazu „verdonnern“, könne, hätten sich die Dinge einfach prima gefügt.

Zielsicher findet Auri die leckeren Häppchen

Zielsicher findet Auri die leckeren Häppchen.

Quelle: Helge Treichel

Denn Andrea Lange und ihr Mann wollten ihren heimischen „Zoo“ mit Katzen und Pferd ohnehin um einen Hund erweitern. Im Tierheim habe sie dann einen acht Wochen alten Welpen gefunden – Auri. Es war Liebe auf den ersten Blick. Schnell entstand der Gedanke für eine Therapiehundeausbildung. Die rund 2000 Euro dafür zahlte die 34-Jährige aus der eigenen Tasche. Lediglich die 250 Euro für die Abschlussprüfung übernahm der Schulförderverein. Außerdem war das Projekt mit dem Schulamt, dem Schulträger und den Eltern abgestimmt worden. Darüber hinaus wurde über Allergien und mögliche Hundephobien gesprochen. „All das mussten wir im Vorfeld abklären“, sagt Ilona Petrausch.

Im Klassenraum hängen die Nachweise fürs „Hundediplom“

Im Klassenraum hängen die Nachweise fürs „Hundediplom“.

Quelle: Helge Treichel

Auf den Hund gekommen sind allerdings schon andere: Immerhin rund 300 Therapiehunde seien in Deutschland im Einsatz, sagt Andrea Lange, die Deutsch, Mathe, Englisch und Sachkunde unterrichtet. In alle Fächer lasse sich das Thema Hund prima integrieren. Aber das sei es nicht, worum es im Grunde geht, sagt sie. Denn der Hund verändere das Verhalten der Kinder durch seine bloße Anwesenheit. Es gehe darum, nicht herumzuschreien und herumzurennen. Sie habe in ihrer Klasse auch schon einige Aha-Erlebnisse gehabt, erzählt die junge Lehrerin. Gern erinnert sie sich an den magischen Moment, als ein Junge, der sich immer weggedreht hatte, seine Angst vor Hunden überwand. Oder an das stets besonders lebhafte Mädchen, das auf einmal ganz ruhig wurde. Ein sehr schöner Augenblick sei auch gewesen, als Auri sich selbstständig an eines der Kinder kuschelte. Die Entspanntheit des Tieres wiederum wirke sich auch beruhigend auf die Kinder aus. Deshalb soll Auri auch als „Vorlesehund“ dienen: als ganz entspannter Zuhörer. Als solcher soll er Kindern überdies helfen, die Scheu zu überwinden, zum Beispiel ein Gedicht vor der Klasse vorzutragen. Besonders ruhigen Kindern helfe das Tier, aus sich herauszukommen, den lebhaften bei der Konzentration, fasst Andrea Lange die therapeutische Wirkung des Hundes zusammen.

Schulleiterin Ilona Petrausch ist selbst Hundebesitzerin

Schulleiterin Ilona Petrausch ist selbst Hundebesitzerin.

Quelle: Helge Treichel

Aber natürlich lernen die Kinder nebenbei auch etwas über die Vierbeiner. Dass Schokolade nicht gut für sie ist, zum Beispiel. Oder dass man dem Hund die Hand gibt, indem man ihn zur Begrüßung daran schnüffeln lässt. All das wussten die Kinder in der Unterrichtsstunde am Donnerstag bereits, als sie danach gefragt wurden.

Ab dem nächsten Schuljahr soll „Lehrerkollegin“ Auri fest in den Stundenplan integriert werden – mit zwei bis drei Einsätzen pro Woche in unterschiedlichen Klassen.

Von Helge Treichel

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