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Oberhavel Lernen mit den Händen
Lokales Oberhavel Lernen mit den Händen
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00:17 03.10.2017
Der angehende Maler und Lackierer Tobias Gaib (l.) nimmt sich mit seinen Kollegen der maroden Fenster an (Pathologie). Quelle: Helga Müller-Schwartz
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Sachsenhausen

„Es ist meine Pflicht, als Antifaschist an diesem Projekt teilzunehmen und mich einzubringen“, sagt der ausgebildete Maurer Thomas Hoppe. Als Azubi und Schüler des Hennigsdorfer Edward-Maurer-Oberstufenzentrums (EMOSZ) hat er schon mehrmals seine Kraft für notwendige Restaurierungen in der Gedenkstätte Sachsenhausen eingebracht. Für diese 22. Projektwoche „Lernen und Arbeiten“ hat er sich extra Urlaub genommen.

40 Berufsschüler aus Bremen und Hennigsdorf arbeiteten in dieser Woche als Maurer, Schreiner, Lackierer, Gebäudereiniger und Vermessungstechniker. Doch in dieser Praktikumswoche geht es nicht allein um die Instandhaltung des Museums. Es geht darum, jungen Menschen die unverzeihlichen Dinge der jüngsten Vergangenheit Deutschlands bewusst zu machen und aufzuarbeiten.

Die Vertreter des Hennigsdorfer Oberstufenzentrums bei der Projektvorstellung in der Sachsenhauser Gedenkstätte (v.l.): Maurermeister Thomas Hoppe hat extra Urlaub genommen, um wieder an diesem Projekt teilnehmen zu können. Tobias Geib, Auszubildender Maler und Lackierer und Jutta Kissel, Vermessenstechnikerin in Weiterbildung. Quelle: Helga Müller-Schwartz

Der inzwischen pensionierte Bremer Berufsschullehrer Hans-Joachim Ries hat 1994 dieses Bildungsprojekt ins Leben gerufen, weil „es 1993 heftige rechtsradikale Ausschreitungen gab, etwa in Mölln und Solingen“, erzählt er. „Ich wollte etwas tun, um die Jugendlichen aufzuklären“. Berufsschüler lernen beim Arbeiten mit den Händen. Und das kam der Gedenkstätte zu Gute. 1998 schloss sich das Eduard-Mauerer-Oberstufenzentrum dieser Idee an. Henriette Fritzke, die dort unterrichtet und gleichzeitig eine engagierte Gedenkstättenlehrerin ist, arbeitet inzwischen mit Ries‘ Nachfolgerin Katrin Graf sehr produktiv zusammen. Neben KZ-Mauern ausbessern, Fensterrahmen Streichen und neuen Türen zimmern hatten die 40 Azubis Zeit, sich die Gedenkstätte anzusehen.

Der pensionierte Berufsschullehrer Hans-Joachim Ries aus Bremen (2.v.l.) hat das Lern-Projekt vor 23. Jahre initiiert. Seine einstige Schülerin Katrin Graf führt das Projekt weiter zusammen mit der Berufsschul- Lehrerin Henriette Fritzke, die gleichzeitig Gedenkstätten-Lehrerin ist und Schulklassen und Gruppen über das Gelände aufklärt. Quelle: Helga Müller Schwartz

Am Mittwoch erlebten sie die Geschichte lebendig in Person des 96-jährigen Zeitzeugen Henry Schwarzbaum, der auch im Auschwitzprozess aussagte. Er erzählte von dem Lagerleben und dem täglichen Schrecken. Nicht nur für den Bremer Tischler Norman Reents ist es eine tief beeindruckende Begegnung gewesen: „Der Ort klebt sich ins Gemüt ein. Das kann doch nicht wahr sein, was hier passiert ist“.

Auch die begleitende Bremer Lehrerin Renate Spannhake-Zander, war überwältigt von der Ausstrahlung der Gedenkstätte. „Durch Erzählungen von meinem Vater und Großvater war ich informiert, aber die Grausamkeiten, die Maschinerie und die Qualen bis zur Ermordung werden einem hier erst richtig bewusst.“ Sie sei ein optimistischer Mensch, doch Sprüche, wie: „Nun ist es genug mit dem Erinnern“ hätten sie schockiert. „Es gibt keine Zukunft ohne die Vergangenheit zu kennen“. Darum sei sie sehr froh, dass es dieses viele Male ausgezeichnete Projekt gibt.

Die Bremer Holztechnik-Schüler verpassen den Lagerhallen neue Türen.Norman Reents (grüne Schildmütze) ist ein erfahrener Tischler, der die informative Seite des Projekts für sehr wichtig hält. Quelle: Helga Müller-Schwartz

Von Helga Müller-Schwartz

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