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Lesestoff für Lesemuffel

Autor Günter Strempel stellt neue Kinderbücher vor Lesestoff für Lesemuffel

Jungs sind Lesemuffel. Das wissen viele Eltern aus Erfahrung. Beim „Infotag Kinderbuch“ stellte Autor Günter Strempel in Hohen Neuendorf Bücher vor, mit denen man sie dennoch fürs Lesen begeistern kann. 

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Leser von morgen: Elise, Robin, Sira und Leander (v. l.) schmökerten in den Neuerscheinungen der Saison.

Quelle: Robert Röske

Hohen Neuendorf. Ach, Jungs: In der ersten Klasse lesen sie noch ähnlich gerne wie Mädchen. Später aber erlahmt ihr Leseinteresse meist deutlich. "Jungs finden den Weg zum Buch schwerer", sagt Autor und Buchhändler Günter Strempel. Hoffnungslose Fälle sind Jungs deswegen noch lange nicht. "Man muss ihnen einfach immer etwas anbieten."

Welches Lesefutter begeistert auch Jungs? Und woran können Eltern ein gutes Kinderbuch überhaupt erkennen? Zum "Infotag Kinderbuch" in der Hohen Neuendorfer Mosaik-Grundschule stellte Strempel am Sonnabend seine ganz persönliche Auswahl schönster Neuerscheinungen vor. Wer seinem Kind zu Weihnachten Bücher schenken wolle, sollte sich bei der Auswahl durchaus auf seinen Geschmack verlassen, rät er: "Ein gutes Kinderbuch muss auch einem Erwachsenen in sprachlicher und ästhetischer Hinsicht gefallen."

Jedes Jahr lässt sich Strempel von den Verlagen etwa 400 Kinderbücher zuschicken, um eine Vorauswahl zu treffen und Buchhändlerkollegen in Berlin und Brandenburg Tipps zu geben. Nur etwa 60Titel seien tatsächlich so gut, dass er sie auch gerne verkauft. In der Flut der Neuerscheinungen entdeckt der Flensburger eine Menge lieblos gemachter Werke. "Da gibt es auch eine Menge Schrott."

"Ben", ein von Oliver Scherz geschriebenes und Annette Swoboda liebevoll illustriertes Buch für Fünf- bis Siebenjährige, gehört nicht dazu. Die Abenteuer des Jungen Ben und seiner Schildkröte "Herr Sowa" haben Strempel begeistert. Einzelne Geschichten zu schreiben sei schwieriger als einen ganzen Roman zu entwickeln, sagt der Flensburger Autor. "Man muss auf den Punkt kommen ‒ das gelingt hier." Beim Bücherverkauf in der Pause gehört "Ben" zu den Titeln, die ganz schnell nicht mehr zu haben sind.

Der "Infotag Kinderbuch" soll Kindern Lust aufs Lesen machen. Bei verschiedenen Vorleserunden konnten sich kleinere und größere Zuhörer neue Bücher vorstellen lassen ‒ ganz gemütlich mit Kissen auf dem Boden. Wer wollte, ließ sich anschließend von seinen Eltern am Bücherstand gleich beschenken.

Immer noch beliebt, wenn auch nicht mehr so begehrt wie vor einigen Jahren: Fantasy-Bücher. "Fantasy wird nie vergehen", sagt Strempel. Am Sonnabend hatte er Jonathan Strouds "Lockwood & Co ‒ Die seufzende Wendeltreppe" mit dabei, eine abenteuerliche Geschichte von drei Jugendlichen, die sich gegen eine Welt der Geister behaupten müssen. "Manchmal glaube ich, nur Engländer können wirklich gute Fantasy-Bücher schreiben", sagt Strempel lächelnd.

Strouds neuestes Werk ist Strempels Einschätzung nach voller feinem englischen Humor. Bei dem Flensburger Autor kommt das gut an. "Wenn hinten auf einem Buch steht, es sei zum Brüllen komisch, lege ich das Buch sofort weg", sagt Strempel. "Zum Brüllen komisch ist für mich meist überhaupt nicht komisch."

Von Frauke Herweg

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