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Letzte Radtour mit Bürgermeister

Oranienburg Letzte Radtour mit Bürgermeister

Seit 20 Jahren lädt Oranienburgs Bürgermeister ortsansässige Unternehmer zu einer Radtour durch seine Stadt ein. Er zeigt Wohnbereiche, die man als Autofahrer nicht wahrnimmt und erklärt die Pläne der Stadtentwicklung. Am Sonnabend fand die letzte dieser Touren statt, denn bei der Bürgermeisterwahl im September tritt Laeisicke nicht noch einmal an.

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Kurzer Stopp in Oranienburg-Süd vor der gerade eröffneten neuen Comenius-Grundschule: Der Bürgermeister erläutert Pläne für die Stadtentwicklung.

Quelle: Marion Bergsdorf

Oranienburg. Der große Tross der Radfahrer fiel auf, am Sonnabendvormittag. Vorneweg Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke, er hatte Vertreter von ortansässigen Unternehmen zur doppelten Jubiläums-Radtour durch die Stadt eingeladen: Es war die 20. Radtour und die letzte von Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke, der sich im September nicht noch einmal der Wahl stellt.

Seiner Einladung waren knapp 100 Gäste gefolgt. „Laesicke mit seiner lockeren Art, immer eine Anekdote einwerfend, führt diese Radtouren stets sehr unterhaltsam“, begründete ein Radler seine Teilnahme. Treffpunkt war vor der Gaststätte „Lieschen und Louise“ am Schloss, wo es noch Kaffee und Getränke vor dem Radeln gab. Dann ging es am Schlosshafen über die Havelbrücke die Havel entlang bis zum Henriettensteg, wieder über die Havel zurück zum Schloss zum Bötzower Platz, den Bötzower Stadtgraben zum Louise-Henriette-Gymnasium. Hier machte Laesicke die Wirtschaftsvertreter auf die Neubauten aufmerksam, die auf der kurzen Wegstrecke schon passiert worden waren: auf die fünf Stadtvillen an der Havel und die Stadthäuser am Bötzower Platz. „Was hatte es für Proteste gegen diese Stadthäuser gegeben. Die Linken warfen uns vor, damit würden die Millionäre die kleinen Leute verdrängen. Jetzt, wo das Projekt fertig ist, gibt es Anerkennung, wie wohlwollend der Wohnbereich dort verdichtet wurde.“ Auch für die Stadtvillen an der Havel gebe es eine „Riesenresonanz“. Menschen, die ihr Haus verkauft hätten und aus gesundheitlichen Gründen auch keine Weltreisen mehr unternehmen wollten, würden sich in diesen Stadtvillen gegenüber vom Schloss eine Wohnung nehmen.

Doch die Stadt wolle auch weiterhin Wohnraum für den kleineren Geldbeutel schaffen, betonte der Bürgermeister, als die Radtour weiter durch das neu entstandene Einfamilienhaus-Gebiet zwischen Friedhof und Walther-Bothe-Straße ging. Dort sollen Am Wolfsbusch Mehrfamilienhäuser entstehen. Auch dort gebe es schon wieder Protest von Besitzern der Einfamilienhäuser gegen den Bau von Mietshäusern und gegen eine geplante Kita. „Doch wir setzen das Projekt durch“, ließ Baustadtrat Frank Oltersdorf wissen. Schließlich sei der Zuzug aus Berlin nach Oranienburg groß, die Wohnungsnot ebenfalls.

„Die Radtour trägt zu mehr Verständnis für die geplante Stadtentwicklung bei. Mein Eindruck ist, dass Bedenken ernst genommen werden, dass man aber von den Visionen der Stadtentwicklung nicht abrückt. Das finde ich gut“, sagte Ronny Schmidt, Chef der Oranienburger Bürgerstiftung, der mit seiner Frau zu den Teilnehmern der Radtour gehörte.

In Oranienburg-Süd gab es einen Halt vor der gerade fertiggestellten neuen Comenius-Grundschule im sogenannten Thüringer-Viertel, in dem die Straßen Namen von Orten aus Thüringen haben.

Die Lacher auf seiner Seite hatte Laesicke, als er erzählte, dass Oranienburg-Süd zu DDR-Zeiten im Volksmund „EDV“ hieß. Das bedeutete nicht Elektronische Datenverarbeitung, sondern „Ende der Versorgung“, denn dort gab es keine Geschäfte. Aus diesem Grund wurde nach der Wende zuerst in Süd mit dem Südcenter ein Versorgungszentrum für diesen Stadtteil geschaffen.

Die Radtour ging weiter am Oranienburger Kanal entlang über Borgsdorf, Lehnitz und Friedrichsthal zurück nach Oranienburg zu Mercedes-Endres. Und dies aus gutem Grund. Denn Hans-Peter Adryan von der Mercedes-Niederlassung hatte die Radtour des Bürgermeistern mit Wirtschaftsvertretern 1997 mal angestoßen. Als er sich nämlich damals über Schmuddelecken in Oranienburg aufregte, sagte Laesicke: „Sie kennen die Stadt doch gar nicht richtig.“ Darauf Adryan: „Das können wir ja ändern!“ So zeigte Laesicke dann jährlich per Rad, was sich verändert hatte in der Stadt.

„Ich finde es gut, dass Akteure der Stadt zusammengeführt werden. In lockerer Runde kann man Kontakte knüpfen“, sagte Ulrike Neumann, Leiterin des Oberstufenzentrums in Oranienburg.

Von Marion Bergsdorf

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