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Oberhavel Lichtblick für Bergfelder Naturschutzturm
Lokales Oberhavel Lichtblick für Bergfelder Naturschutzturm
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00:59 30.10.2014
Schlosser René Matern hat den Scheinwerfer auf dem ehemaligen Grenzturm wieder in Ordnung gebracht. Quelle: Josefine Sack
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Bergfelde

Jahrelang fristete der alte Scheinwerfer sein Dasein im Bunker des ehemaligen Grenzturms in Bergfelde. Kurz nach der Wende wurde er vom Turmdach entfernt. Die Deutsche Waldjugend, die den Turm seit 1990 nutzt, hatte das Gehäuse damals ein paar Meter weiter im Wald gefunden. Seitdem verwendeten die Naturschützer das zerbeulte Blechteil der Lampe, um darin ihre Gummistiefel aufzubewahren.

Doch damit ist jetzt Schluss. Denn pünktlich zum 25. Jahrestag des Berliner Mauerfalls hat der Schlosser René Matern den DDR-Scheinwerfer aus dem Bunker geholt, ihn restauriert und mit Marian Przybilla wieder aufs Dach des Turmes gehievt. Von dort aus erhellt der Scheinwerfer, der das Waldgebiet einst nach Flüchtlingen durchleuchtete, seit Freitagabend wieder die Umgebung rund um Bergfelde.

Sanierung dauerte 4 Wochen

Knapp vier Wochen seiner Freizeit kostete René Matern die Sanierung des Scheinwerfers. Das Gehäuse reinigte der gelernte Maschinenbauer per Sandstrahlung. Anschließend grundierte er die Umhüllung und verpasste ihr einen neuen Anstrich. Um den alten Scheinwerfer wieder zu neuem Glanz zu verhelfen – und für die bessere Haltbarkeit – bestrich Matern das Gehäuse mit schwarzem Klavierlack. So kann die DDR-Lampe das ganze Jahr über auf dem Turmdach bleiben, ohne zu rosten.

Drei Fragen an...

Marian Przybilla (62) vom Naturschutzturm, der seit 1990 von der Deutschen Waldjugend genutzt wird.

Wieso hat es 25 Jahre gedauert, bis Sie den alten Scheinwerfer auf dem Dach des ehemaligen Grenzturms wieder zum Leuchten gebracht haben?

Weil es immer etwas anderes zu tun gab. Am Anfang stand die Turmsanierung im Vordergrund. Wir haben hier im Sommer 1990 ja im Endeffekt eine Ruine, um nicht zu sagen ein Betonskelett, übernommen. Da geriet der Scheinwerfer erst einmal in Vergessenheit.

Warum war es Ihnen dennoch ein Anliegen, den Scheinwerfer zu restaurieren?

Erst einmal hatte der Scheinwerfer keine Priorität. Aber als Bestandteil des alten Grenzturms gehört er zum Denkmal. Zumal so ein Originalscheinwerfer aus DDR-Zeiten äußerst selten ist. Als wir den Turm damals übernahmen, fanden wir das alte Gehäuse ein paar Meter weiter im Wald. Solange lagerte der Scheinwerfer im Bunker nebenan. Das Gehäuse eignete sich gut, um darin Gummistiefel aufzubewahren. Die Idee, ihn wieder in Gang zu bringen, gab es immer. Der Scheinwerfer ist wichtig für unsere Veranstaltungen. Wir haben auf dem Gelände abends sonst keine Beleuchtung.

Ist es nicht makaber, dass der Turmscheinwerfer, der einst dazu diente, das Gebiet nach Flüchtlingen auszuleuchten, nun wieder den Wald erhellt?

Schon ein bisschen, vor allem, wenn ich daran denke, dass mich der Scheinwerfer zu DDR-Zeiten selbst mal anstrahlte, als ich auf der anderen Seite der Mauer, also in West-Berlin, mit der Waldjugend nachts auf Krötenwanderung war. Aber das ist nun mal die Geschichte. Der Scheinwerfer gehört zum Bauwerk.

Interview: Josefine Sack

Sogar originalgetreue DDR-Schrauben hatte der Schlosser für die Restaurierung im Internet bestellt. Auch die abgebrochenen Schwenkhalterungen aus Stahl an der Rückseite des Scheinwerfers erneuerte Matern. So ist das 90 Kilogramm schwere Teil heute wieder beweglich. Mit seinen 6000 Lumen ist der Halogenscheinwerfer zudem deutlich heller als ein einfacher Baustrahler, der lediglich um die 600 Lumen Leuchtkraft besitzt.

Stolpern durch die Dunkelheit hat ein Ende

„Wir haben den Scheinwerfer aus seinem Dornröschenschlaf zurückgeholt“, freute sich der Hobby-Restaurator zur Einweihung am Freitagabend. Endlich habe das Stolpern durch den Wald nach Einbruch der Dunkelheit ein Ende, sagte er. Und auch zu den Abendveranstaltungen der Waldjugend finden Besucher von nun an ohne Probleme hin: Der Scheinwerfer zeigt ihnen vom 8,5 Meter hohen Turmdach schon von Weitem den Weg.

„Die Arbeit, die die Waldjugend hier leistet, ist nicht selbstverständlich“, lobte René Matern. Der Schlosser aus Glienicke sei oft am früheren Grenzturm vorbeigeradelt. Als er von dem alten Scheinwerfer hörte, bot er seine Hilfe an: „Denn ohne Scheinwerfer ist das kein richtiger Grenzturm.“

Von Josefine Sack

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