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Oberhavel Liebenberger Sommernachtstraum
Lokales Oberhavel Liebenberger Sommernachtstraum
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07:09 18.07.2016
Der Schlosshof von Schloss Liebenberg bildete die würdige Kulisse für das Open Air Konzert des 4. Liebenberger Flötenfestivals. Quelle: Fotos (4): Ulrike Gawande
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Liebenberg

Es war ein Sommernachtstraum, der den Besuchern des Open-Air-Konzertes, Höhepunkt des 4. Liebenberger Flötenfestivals, am Sonnabend im Schloss Liebenberg geboten wurde.

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Musikerlebnis: Liebenberg Flötenfestival 2016

Festlich illuminiert umrahmte das Schloss die Bühne, auf der Musik allerhöchster Güte gespielt wurde: Das erst 2015 gegründete junge Vox Orchester beeindruckte durch energisches, perfekt akzentuiertes Spiel und bildete die Grundlage für die herausragend spielenden Stars des Abends: Michael Martin Kofler (Querflöte) und Dorothee Oberlinger (Blockflöte).

Michael Martin Kofler (Querflöte) und Dorothee Oberliner (Blockflöte) Quelle: Ulrike Gawande

So stand der Abend ganz im Zeichen der Flöte, auch wenn der Text von William Shakespeare Sommernachtstraum zeitlich ins Konzertkonzept der Barockmusik, komponiert vor 1750, gepasst hätte, entstand Mendelssohns bekannte Vertonung von Shakespeares Meisterwerk erst im Jahre 1826. Doch auch vorher gab es Komponisten, die wussten, wie man Flöten in Szene setzen kann. Es erklang ein Beispiel aus Frankreich: Michel Pignolet de Montéclair. Nicht nur Komponist, sondern auch Pädagoge, der seinen Schützlingen einst Spiellust und Heiterkeit an der Musik vermittelte. So waren nicht nur Montéclairs Papagei, Amsel und Nachtigall zu hören, sondern auch ein Truthahn und Geflügel. Vorgetragen mit unübersehbarer Spielfreude von Oberlinger und Kofler. Eben ein Sommerabend in den Gärten der Freude – „Gardens of Delight“. So der Titel des Konzerts.

Ein Hörgenuss Quelle: Ulrike Gawande

Passend dazu spielte Kofler, Professor am Mozarteum in Salzuburg und seit mehreren Jahren Leiter der Meisterkurse für Querflöte in Liebenberg, den „Sommer“ aus den „Vier Jahreszeiten“ (1725) von Antonio Vivaldi. Knackig und rockig, beschrieb Moderator Matthias Jahrmärker die Spielweise des Orchesters. Selten hat man so einen energiegeladenen und dann wieder so melancholisch, traurigen Sommer gehört. Es sei eben so wie das Sommerwetter diesen Jahres, so Jahrmärker. Ein Wechsel von extremer Hitze und Gewittern.

Gemeinsames Spiel mit den Libertas-Preisträgerinnen Schulte (l.) und Mac Mahon (r.) Quelle: Ulrike Gawande

Doch auch der musikalische Nachwuchs bekam die Gelegenheit, sein Können zu präsentieren. Verena Beatrix Schulte auf der Querflöte, derzeit Flötistin bei den Stuttgarter Philharmonikern, und Fionnuala Mac Mahon (21), Blockflötistin aus Irland, spielten gemeinsam mit Kofler und Oberlinger das Quintett in h-moll von Jean Baptiste Loeillet de Gant aus dem 17. Jahrhundert. Sie zeigten, dass Musik Kommunikation in Perfektion ist. Beide junge Frauen sind zudem Preisträgerinnen des DKB-Stiftungspreises „Libertas lebt – Kreative mit sozialer Verantwortung“. Die DKB-Stiftung, Ausrichter des Flötenfestivals, zeichnete dabei 2015 erstmals Musiker (zukünftig auch Literaten und Künstler) aus, die sich für Toleranz, Freiheit und Menschlichkeit engagieren. Benannt ist der Preis nach Libertas Schulze-Boysen, Französin, die während des Nationalsozialismus wegen Verrats in Berlin zum Tode verurteilt wurde. Zuvor hatte sie lange in Liebenberg gelebt

Der irische Botschafter Michael Collins im Gespräch mit Fionnuala Mac Mahon (l.) und Verena Beatrix Schulte (r.). Quelle: Ulrike Gawande

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Schirmherr des Abends war der irische Botschafter Michael Collins, ein Kenner und Freund barocker Musik. In der Pause konnte man ihm beim Fachsimpeln mit den Libertas-Preisträgerinnen Mac Mahon und Schulte über Holz- und Metallsorten von Flöten zuhören. So erfuhr er von den Musikerinnen, dass Gold für einen weicheren Klang der Querflöte hilfreich sei, Silber hingegen hart klänge. Und, dass die junge Irin eine seltene, in G-gestimmte Altflöte der Renaissance als Preisgeld von der DKB-Stiftung erhalten hat.

Von Ulrike Gawande

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