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Liebenwalde Um jede erkrankte Kuh wird fieberhaft gerungen
Lokales Oberhavel Liebenwalde Um jede erkrankte Kuh wird fieberhaft gerungen
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00:22 14.09.2018
Tiere mit Krankheitssymptomen werden gesondert gehalten und ständig beobachtet. Quelle: Bert Wittke
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Liebenwalde

Anja Schiemann ist überwältigt. Mit einer solchen Anteilnahme der Öffentlichkeit an den jüngsten Geschehnissen auf dem Gelände der Gut Hammer-Liebenwalde GmbH hätte sie nie und nimmer gerechnet. „Viele Leute haben angerufen oder sind vorbeigekommen, um uns zu versichern, dass sie den Anschlag auf unsere Milchkühe abscheulich finden und verurteilen“, sagt die Geschäftsführerin der Liebenwalder Agrar GmbH, zu der auch die Gut Hammer-Liebenwalde GmbH gehört. Dort hatten Unbekannte in der Nacht zu Sonntag sämtliche Ställe sowie darin installierte sogenannte Zwischentore geöffnet. Die Tiere waren daraufhin aus den Ställen entwichen und unkontrolliert über das Gelände gelaufen. Einige gelangten dabei an die Kraftfuttervorräte, fraßen kiloweise davon und erlitten dabei schwere Leberschäden. Bis Montagabend waren 20 Tiere verendet beziehungsweise mussten getötet werden. Die toten Kühe sind am Dienstag abgeholt und in eine Tierkörperbeseitigungsanlage gebracht worden, wo sie vorschriftsgemäß entsorgt werden.

Diese Bilder schockierten eine breitende Öffentlichkeit: Sterbende Kühe auf dem Gelände der Gut Hammer-Liebenwalde GmbH. Quelle: Bert Wittke

„Wir werden erst in einigen Tagen wissen, wie hoch die Verluste tatsächlich sind“, sagt Anja Schiemann. Es werde gegenwärtig immer noch um zahlreiche Tiere in der Hoffnung gerungen, dass sich ihr Zustand stabilisiert und schrittweise verbessert. Unabhängig davon würden etliche Tiere mit Sicherheit Langzeitschäden davontragen. Wie hoch diese Zahl sei, werde sich womöglich erst in Wochen oder Monaten zeigen.

Sicherheitsmaßnahmen auf dem Prüfstand

Bei der Liebenwalder Agrar GmbH macht man sich unterdessen Gedanken, wie sich ähnliche Katastrophen künftig verhindern lassen. Komplett eingezäunt ist das Gelände der Gut Hammer-Liebenwalde GmbH. Es bedürfe schon einer ganzen Portion krimineller Energie, um sich des Nachts dort Zutritt zu verschaffen. Es werde laut Anja Schiemann künftig zusätzliche Sicherungsmaßnahmen geben. Darüber sei aber noch nicht entschieden. Gegenwärtig würden sich die Mitarbeiter natürlich um das Wohlergehen der 700 Kühe kümmern, wobei die Aufmerksamkeit den Tieren mit möglichen Krankheitssymptomen gelte.

20 Kühe waren bis zum Montagabend verendet. Quelle: Bert Wittke

Nachgedacht werde auch über das Kraftfutter auf dem Gelände. Dieses lagert nach Auskunft der Geschäftsführerin in einer großen Offenhalle. Bislang sei es nicht notwendig gewesen, sie gesondert zu sichern. „Unsere Tiere sind sonst nicht frei auf dem Gelände unterwegs“, so Anja Schiemann. Doch nun werde überlegt, Tore anzubauen oder die Halle einzuzäunen.

Kraftfutter stammt aus eigenem Anbau

Bei dem Kraftfutter handelt es sich übrigens nach Auskunft von Anja Schiemann um geschrotetes Getreide (zum Beispiel Bio-Roggen oder Triticale) aus eigenem Anbau. Diesem werde vor dem Verfüttern noch Gras und Maissilage zugefügt.

Von Bert Wittke

Bei der Gut Hammer-Liebenwalde GmbH verenden derzeit qualvoll Kühe beziehungsweise müssen getötet werden. Das Ergebnis eines nächtlichen Anschlages von Unbekannten, die unbemerkt alle Stalltüren geöffnet haben. Dadurch konnten die Tiere unkontrolliert an Kraftfutter gelangen.

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