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Liebenwalde Brandenburger Rapperin mit Doktortitel startet auf Youtube durch
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01:15 16.03.2019
Ansen ist nicht nur studierte Zahnärztin, sondern auch Rapperin und Songschreiberin.Quelle: Moritz Kluth
Hammer

Na, das ist ja mal hammerstark: Dr. Anne Enssle, alias Ansen, (29) aus Hammer bei Liebenwalde ist nicht nur studierte Zahnärztin, sondern sie rappt auch aus Leidenschaft. In sozialen Netzwerken hat sie Tausende Follower und Hunderttausende Klicks auf ihre Videos. Erst jetzt kam ihre neue Single „Nah“ heraus. „Die Inspiration meiner Texte bekomme ich aus dem Alltag“, sagt Ansen, die Unterricht bei Rapper Presto nimmt. So geht es im Song „Nah“ um einen Mann, in den sie sich mal verguckt hatte, der aber nicht gut für sie gewesen wäre. Der Song „Bei Dir“ ist einem guten Freund gewidmet, der als Arzt bei der Bundeswehr arbeitet.

Viele Leute wundern sich, dass die Zahnärztin rappt. Kommt diese Musikrichtung bei Leuten älteren Semesters teils doch aggressiv rüber. „Rap ist eine Kunstform, bei der man seinen Gedanken Ausdruck verleiht. Man kann das mit einem Regisseur für Horror-Filme vergleichen. Wenn er Horror-Filme dreht, heißt das nicht, dass er Menschen ermordet. Das Genre Horrorfilm ist eine anerkannte Kunstform. Ich würde mir wünschen, dass Rap und Hip-Hop auch als Kunstform anerkannter wären“, sagt Ansen.

Schon als Knirps hatte Ansen ein Faible für Musik

Schon als Knirps hatte Ansen ein Faible für Musik. „Mein Vater hat viel Hip-Hop gehört“, erinnert sie sich. Und ihr Vater staunte nicht schlecht, als die siebenjährige Anne plötzlich durchs Haus rappte und den Titel „Stutter“ von Joe performte. „In dem Song habe ich meine Liebe für Hip-Hop entdeckt“, sagt Ansen. In der Torhorst-Gesamtschule nimmt sie an der „Musikwerkstatt“ teil, nimmt Unterricht in Gesang und Tanz. Mit 16 unterschreibt sie ihren ersten Plattenvertrag. Dann stand sie vor der Wahl, wie es in ihrem jungen Leben weitergehen soll. „Ich wollte eigentlich nach dem Abi weiter Musik machen. Aber mein Vater riet mir, zu studieren und einen sicheren Beruf zu erlernen“, sagt Ansen.

Die Idee, Ärztin zu werden, kam ihr durch ihre Oma. Die Allgemeinmedizinerin Ursula Heinz praktiziert noch heute in Liebenwalde in der Eberswalder Straße 17.

Also packt Ansen ihre Zeugnisse zusammen und düst nach Erlangen zur Studienberatung. „Eigentlich wollte ich ja zur Beratung für den Studiengang Medizin“, erzählt Ansen. „Doch ich stand im Stau. Und als ich endlich in Erlangen ankam, war gerade die Beratung zum Studium der Zahnmedizin dran.“

Ansen – wie ihre Fans sie lieben. Quelle: Moritz Kluth

Interessiert hört sich die junge Frau an, was die Dozenten zu erzählen hatten. Und weil sie das Studienfach so interessant fand, hat sie sich an der Uni FAU in Erlangen zum Studium eingetragen. Das Studium finanziert sie sich als Kellnerin. Nach dem Studium arbeitet sie bis zu 60 Stunden die Woche als Assistenzärztin in einer Praxis in Nürnberg. „Die Arbeit dort hat mir nicht gefallen, weil für die Patienten so wenig Zeit war. Sie wurden ein bisschen wie am Fließband abgehandelt“, sagt Ansen. Und clever, wie sie ist, googelt sie einfach: „Beste Praxis Nürnberg“ – Volltreffer. Kurz darauf wechselt sie den Arbeitgeber. Die ganze Zeit blieb sie auch ihrer Musik treu.

Am Wochenende arbeitet sie als Zahnärztin am Berliner Kudamm

Doch später plagt sie dann doch das Heimweh. Ende letzten Jahres packt sie ihre Koffer und zieht zurück nach Hammer. Inzwischen hat sie auch einen Weg gefunden, um Arbeit und Hip-Hop unter einen Hut zu bekommen. Am Wochenende arbeitet sie in der Zahnarzt-Praxis KU64 am Kudamm in Berlin und unter der Woche rappt sie für ihre Fans. Dabei ist ihr ganz wichtig, beides strikt zu trennen. „In der Praxis bin ich die studierte Zahnärztin, die für ihre Patienten das Beste möchte und alles gibt“, sagt Ansen. Doch außerhalb der Praxis ist sie einfach nur Ansen. Und sowohl ihre Patienten als auch ihre Hip-Hop-Fans lieben Ansen, aber jeder auf seine Weise.

Von Jeannette Hix

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