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Liebenwalde Der Feuerteufel hält die Wehr in Atem
Lokales Oberhavel Liebenwalde Der Feuerteufel hält die Wehr in Atem
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01:15 07.09.2018
René Borowski ist der Feuerwehrchef in Neuholland. Quelle: Stefan Blumberg (2), privat
Neuholland

Wenn die Feuerwehrsirene in Neuholland ertönt, sitzt den Einwohnern der Schreck schon wieder in den Gliedern. Für die Kameraden der örtlichen Wehr hingegen ist es das Signal, zum Depot in den Liebenberger Damm zu spurten. Der nächste Einsatz wartet. Und damit die große Frage: Hat er wieder zugeschlagen? Der Feuerteufel? Der, der seit Jahren sein Unwesen treibt. „Man nimmt sich schon gar nichts mehr vor“, sagt René Borowski aus Erfahrung. „Es kotzt einen wirklich an.“ Die vielen ausgebrochenen Brände, die von einem Feuerteufel gelegt worden sind, halten die aufrechten Feuerwehrleute aus Neuholland (und von den Wehren der Region) in Atem. Und machen sie wütend. Aber niemand haut deshalb in den Sack, rückt pflichtbewusst jedes Mal aus. „Wir können von Glück reden, dass noch niemand zu Schaden gekommen ist“, sagt Ortswehrführer René Borowski. Wenn in anderen Feuerwehren die Rede davon ist, dass etwa 70 Prozent der Einsätze technische Hilfeleistungen seien, kann er das für Neuholland nicht bestätigen. „Wir rücken oftmals wegen der Brände aus.“

Die zwölf aktiven Feuerwehrleute setzen damit die Traditionen fort, die genau vor 60 Jahren aus der Taufe gehoben wurden: Am 6. August 1958 wurde die Freiwillige Feuerwehr des Ortes gegründet. Am kommenden Sonnabend, 8. September, wird das Jubiläum groß gefeiert. Zu den Gründungsmitgliedern zählten Horst Franke (Oberfeuerwehrmann), Dieter Wohlgemuth, Günter Wegner (beide Feuerwehrmann), Günter Backhaus und Heinz Rosenbusch. Erwin Dorsch, Heinz Engler, Manfred Hasse, Emil Schramm, Erich Rickmann, Otto Wegner, Johannes Mrosek und Günter Schwalm (alle Unterfeuerwehrmann) folgten in den Monaten danach.

Werbung für den eigenen Geburtstag: Die Feuerwehr wird 60. Quelle: Stefan Blumberg

„Es ist nicht so leicht, alle zwölf Aktiven zu halten oder neue Mitstreiter, zu gewinnen“, sagt René Borowski über die Ist-Situation, auch wenn die recht stabil ist. Viele von den Kameraden würden außerhalb des Ortes arbeiten. Es gebe vier von ihnen, die in der Neuholländer Agrarproduktion tätig sind. Gott sei Dank! Das seien die Pfeiler, wenn Alarm ausgelöst wird. Zu einem Einsatz fahren manchmal nur zwei, drei Leute los, an der Brandstelle würden sie sich mit anderen (ähnlich kleinen) Löschzügen zusammentun. Das ist der Alltag. Es gab in jüngster Vergangenheit nur einen Fall, dass die Neuholländer Feuerwehr im Depot blieb; bei einem Waldbrand am Radweg Richtung Malz.

Die Neuholländer haben dank der guten Arbeit von Anika und Sven Lewandowski – sie bilden das Team der Jugendwarte – immerhin neun Kinder und Jugendliche, die sachte an die Feuerwehrarbeit herangeführt werden. „Das machen die beiden wirklich sehr gut und abwechslungsreich. Sie fahren mit den Kindern auch mal weg. Der Knackpunkt aber sind das Alter der Jugendlichen und die Bereitschaft, die Truppmann-Ausbildung zu machen“, so der Ortswehrführer. Denn die werde an acht Wochenenden hintereinander durchgezogen. Das bekämen viele gar nicht hin. Und wenn sie es überhaupt bis zu diesem Alter geschafft hätten, müsse man als Feuerwehr das Glück haben, dass die jungen Leute aus beruflichen Gründen nicht wegziehen.

Joachim Völker ist mit 88 Jahren ältestes Feuerwehrmitglied. Quelle: Stefan Blumberg

Die Neuholländer Wehr ist gut ausgestattet, hat ein neuwertiges Depot (2002 gebaut). Die Technik ist auf dem aktuellen Stand, auch wenn das Tragspritzenfahrzeug Wasser auch aus dem Jahr 2001 stammt. Joachim Völker (geboren 1930) kennt da noch ganz andere Zeiten. Er ist ältestes Mitglied der Feuerwehr Neuholland und gehört der Alters- und Ehrenabteilung an. „Das kann man ja alles gar nicht miteinander vergleichen. Wir sind am Anfang mit einem Lkw rausgefahren und hatten da einen Anhänger hinten dran. Und es gab auch nicht soviel Schlauchmaterial wie heute. Wir löschten mit dem Eimer. Irgendwann gab es einen B 1000. Aber es hat auch Spaß gemacht“, erinnert er sich. „Heute sind die Zeiten vergleichsweise goldig!“

Der Geburtstag: Einen Empfang gibt es bereits am 7. September mit geladenen Gästen (alle Ortswehrführer, Bürgermeister, Ortsbeirat). Zwei Geschenke werden Lothar Köhn und Guido Jacobs übergeben. Sonnabend, 10 Uhr: Beginn des Umzugs mit allen Feuerwehrfahrzeugen der Stadt (23); 12 Uhr: Ansprache und Begrüßung. 13 Uhr: Vorstellung der Feuerwehrtechnik Anschließend Programm mit Vorführungen, Wettkämpfen, Kinderbelustigung, Tanzvorführung und am Abend Disco.

Feuerwehr Neuholland 7. April 1887:Brand auf dem Gehöft des Gastwirtes Schättler Das „Feuerlöschwesen“ gab es schon vor der Gründung der Feuerwehr 1958. Auch technische Geräte wie eine Motorspritze gehörte 1932 bereits zu den Hilfsmitteln, Feuerlöschbrunnen wurden gebohrt. Nach der Gründung der Feuerwehr im August 1958 gehörten diese Geräte und Hilfsmittel zum Bestand: Motorspritze T 54, neun Feuerwehrhelme, ein Saugschlauch, elf E-Schläuche, sechs C-Schläuche. 1961 waren sie Haus- und Brandschutzverantwortlichen: Friedrich Behrend (Zehdenicker Damm), Siegfried Tornow (Hamburger Chaussee), Friedrich Krüger (Nassenheider Chaussee), Herbert Schultz, Heinz Lüdke (Sperberhof), Günther Schilling (Bergemannhof), Hermann Miebs (Walterhof), Frieda Schwanebeck (Liebenberger Damm), Rudolf Leuschner (LPG-Verwaltung). Die Medaille für treue Dienste erhielten 1981: Karl-Heinz Lotze, Johannes Mrosek, Manfred Borowski, Wolfgang Haase, Rainer Gwosdz, Werner Borowski (aus den Recherchen von Jörn Lehmann)

Von Stefan Blumberg

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