Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Liebenwalde Handyempfang: tote Hose
Lokales Oberhavel Liebenwalde Handyempfang: tote Hose
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:38 19.05.2018
Wenn Christel Gottemeier mit ihrem Hund spazieren geht, findet sie im Notfall nur selten ein Handynetz. Quelle: Enrico Kugler
Anzeige
Neuholland

Wenn Christel Gottemeier mit ihrem Handy telefonieren will, hat sie auf dem Sperberhof ganz schlechte Karten. „Hier ist tote Hose“, zeigt sie auf ihr kleines Mobiltelefon.

Die 71-Jährige schnappt sich dann ihre Hündin Betty und macht sich auf den Weg. Nach einigen hundert Metern auf dem Plattenweg in Richtung Landstraße stehen die Chancen besser, dass sie Empfang bekommt. „Wenn ich richtig Glück hab, sind es mal drei Balken.“ Nun ja, heute klappt es nicht mit den Balken. Handyempfang in Neuholland ist Glückssache.

Telefone im ganzen Haus verteilt

„Ich würde mir ja gerne ein Smartphone anschaffen, aber wozu?“ Es nütze ihr ja nichts. Stattdessen hat die Rentnerin in ihrem Haus auf dem Sperberhof Vorsorge getroffen. „Ich habe fünf Festnetztelefone im ganzen Haus verteilt“, erzählt sie. Wenn ihr mal was passiert, will sie wenigsten ein Telefon in der Nähe haben. Erst vor drei Wochen war das hilfreich, da war sie gestürzt in ihrem Haus.

„Ich bin inzwischen schon ziemlich sauer, dass wir hier gar keinen Empfang haben“, sagt Christel Gottemeier. 1996 hatte sie auf dem Sperberhof ihre Pension eröffnet und pendelte immer von Berlin-Spandau aus. 2004 zog sie endgültig auf den Hof, der über die Eismeerstraße zu erreichen ist.

Die Natur und das Leben auf dem Sperberhof möchte sie nicht missen, die Hektik der Großstadt hat sie hinter sich gelassen. Aber eben auch den Komfort eines Handyempfangs.

„Meine Pensionsgäste haben hier auch immer mit ausstreckten Armen nach Empfang gesucht.“ Selbst ein Techniker der Telekom, der bei ihr zu tun hatte, war am Verzweifeln und reckte sein Smartphone gegen den Himmel. „Ich kann Ihnen auch noch einen Stuhl bringen“, hatte Christel Gottemeier angeboten. Doch telefonieren konnte der Telekom-Mitarbeiter trotzdem nicht.

Es gibt Landstriche, da ist nix mit Handyempfang. Neuholland gehört dazu.

Die 71-Jährige versteht das Problem nicht ganz. „Ich habe eine Freundin, die in Afrika mitten in der Pampa stand und einen Wahnsinnsempfang hatte.“

„Selbst im Pfarrhaus rennen wir immer rum und suchen Empfang“, stöhnt Christel Gottemeier. Auch im Dorfkern leiden etliche Neuholländer unter den Funklöchern. Sie müssen auf ihre Dachböden krabbeln, um zu telefonieren.

Oder sie laufen bis zum Ortsausgang. Am Rastplatz des Kopenhagen-Fahrradweges herrscht guter Empfang. Dort finden sich die Neuholländer dann zu ihren Telefonaten ein.

Netzanbieter interessieren sich nicht

Die Stadtverwaltung kann wenig tun, um Abhilfe zu schaffen. „Wir würden den Anbietern ja den Grund und Boden für ihre Masten zur Verfügung stellen“, sagt Bürgermeisters Jörn Lehmann (parteilos).

Liebenwalde hat schon drei Masten. „Neuholland als Fläche ist kompliziert“, schätzt Lehmann ein. Anfragen von Providern gibt es nicht.

Die CDU-Fraktion im Landtag hatte im Mai vorigen Jahres die Bürger aufgerufen, ihre Funklöcher zu melden. 23 237 wurden gemeldet, auch aus Neuholland, Freienhagen und Kreuzbruch. „Der Druck hat gewirkt, weil so viele Bürger mitgemacht haben“, sagt Dierk Homeyer von der CDU. Es bewegt sich was.

Die Funklochmelder

Nach einem Aufruf der CDU-Fraktion im Landtag im Mai 2017 hatten die Bürger 23 237 Funklöcher gemeldet.

Daraufhin wurde eine Karte erstellt, aus der hervorgeht, wo es kein Netz von T-Mobile, Vodafone und o2 gibt.

Die Daten wurden dem Wirtschaftsministerium und den Providern übergeben.

Beabsichtigt ist, dass sich nach dem Bau weiterer 50 Funkmasten für Feuerwehr und Polizei die Netzanbieter dort mit einmieten können.

Von Andrea Kathert

Es soll abermals ein Anreiz sein, um den Brandstifter zu fassen, der in der Gemeinde Löwenberger Land und in der Stadt Liebenwalde sein Unwesen treibt. Ziel ist es, die Summe wachsen zu lassen, um die Einwohner zu sensibilisieren, die Augen offen zu halten.

19.05.2018

Die Kinder von Neuholland stehen vor verschlossenen Türen. Der Jugendclub ist zu. Alle Bemühungen der Eltern, dass die geförderte Maßnahme weiterläuft, führten ins Leere. Die Zustimmung des Jobcenters blieb aus.

19.05.2018

Motorradunfall in Sommerfeld. Zusammenstöße in Oranienburg, Summt, Birkenwerder und Fürstenberg. In Oranienburg, Zehdenick und Marwitz waren Alkohol und Drogen im Spiel, und in Zootzen und Oranienburg gab’s Zoff. Das alles und mehr im Polizeibericht vom 14. Mai 2018.

17.05.2018
Anzeige