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Liebenwalde Jetzt wird schon das Heu eingefahren
Lokales Oberhavel Liebenwalde Jetzt wird schon das Heu eingefahren
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00:23 12.08.2018
Die Kolonne der Traktoren ist auf dem Weg zur Eismeerstraße. Quelle: Enrico Kugler
Neuholland

„So früh waren wir noch nie dran“, sagt Geschäftsführer Nils Fischer. Auf dem Hof der Agrarproduktion Neuholland wird schon der Mähdrescher gewienert, der kann ins Winterlager.

Am 10. Juli ging’s los, Ende des Monats war die Getreideernte durch. Die Landwirte konnten durchweg dreschen von morgens um Zehn bis Mitternacht.

Jetzt im August, der klassischen Zeit für die Getreideernte, fahren die Neuholländer schon das Heu ein. Die Kolonne fährt gerade zum Kuhstall an der Eismeerstraße. Sven Lewandowski spießt gleich zwei der Bunde mit seinem Radlader auf und bugsiert sie in die Halle. 4000 Bunde Heu, jedes 220 Kilo schwer, werden wohl zusammenkommen.

Das Heulager ist schon gut gefüllt. Quelle: Enrico Kugler

Das ist goldwert und eine sichere Bank für Stallmeister Arnim Lutze, der sich um die 420 Mastfärsen kümmert. Hungern müssen die Tiere nicht, zu früh verkaufen muss die Fleischrind GmbH sicher auch keine. Als Futter bekommen die Rinder auch Mais. Auf 800 Hektar baut ihn die Agrar GmbH an. Ein Teil wird an die Mastrinder verfüttert, der Rest geht in die Biogasanlage.

Der Maisertrag in diesem Jahr wird nicht gut aussehen. Die Pflanzen sind gezeichnet von der Hitze, die Stiele bräunlich, die Kolben dünn. Und auch an Energie fehlt es den Pflanzen. Das bedeutet sicherlich, dass der Betrieb Kraftfutter für die Rinder dazu kaufen muss.

Stallmeister Arnim Lutze muss sich keine Sorgen machen. Seine Tiere werden satt. Quelle: Enrico Kugler

Und wahrscheinlich muss auch mehr Tonnage in die Biogasanlage, die täglich 22 Megawatt Energie erzeugt und dafür 35 bis 40 Tonnen Mais verschlingt. Dazu Mist, Gülle und zwei Tonnen Getreide. „Aber das Biogas ist die sicherste Einnahme für uns“, meint Geschäftsführer Fischer. Über 20 Jahre garantiert der Erlös aus dem Strom, dass der gesamte Betrieb mit Pflanzen- und Tierproduktion weiter existieren und sich nötige Investitionen leisten kann. Bei den Getreidepreisen und bei 3,60 Euro für ein Kilo Schlachtrind könnten die Landwirte nicht gut wirtschaften, es wäre schwierig, den Betrieb liquide zu halten.

Die Neuholländer Agrar GmbH

Der Landwirtschaftsbetrieb in Neuholland ist ein Zusammenschluss aus der Agrarproduktion GmbH Neuholland-Freienhagen, der Neuholländer Fleischrind GmbH und der Neuholländer Biowärme GmbH.

Bewirtschaftet werden insgesamt 2500 Hektar, davon 1000 Hektar Grünland für Rinderfutter, Heu und Grassilage und etwa 1500 Hektar Ackerland. Auf 800 Hektar steht Mais.

Auf circa 650 Hektar wird Getreide angebaut, 50 Hektar sind ökologische Vorrangfläche

Der Betrieb hält 420 Mastfärsen im Stall und 320 Mutterkühe mit Nachzucht auf der Weide.

Beschäftigt sind 21 Mitarbeiter.

Die Flächen der Agrarproduktion ziehen sich zudem noch wie ein Schlauch durch die Gemarkung.Wege von bis zu 17 Kilometern legen die Landwirte zurück, von den Havelwiesen in Malz bis nach Krewelin. Die Neuholländer müssen jedes Jahr mindestens so viel ernten, dass sie davon ihre Tiere und die Biogasanlage satt bekommen. „So eine Biogasanlage ist auch nur eine Kuh“, lacht Fischer.

Drei Knuffige Landwirte (v. l.): Geschäftsführer Nils Fischer, Marco Kirchner und Daniel Lößnitzer, der von allen nur Seppel genannt wird. Quelle: Enrico Kugler

Die Getreideernte fiel in diesem Sommer mager aus. Das wundert wohl niemanden. Normalerweise fahren die Neuholländer von ihren 650 Hektar Getreide im Schnitt 3000 Tonnen ein. Die Hälfte des Getreides wird eingelagert, die andere Hälfte verkauft. 1500 bis 2000 Tonnen Brotgetreide wurden sonst an den Handel verkauft. Doch 2018 brachte die Ernte nur insgesamt 1800 Tonnen Getreide ein. Das heißt, nur 800 Tonnen wird die Agrar GmbH Neuholland in diesem Jahr verkaufen. 1000 Tonnen Roggen wurden bereits für den Eigenbedarf eingelagert.„Mit dem Mais kommen wir wahrscheinlich rum“, denkt Fischer. Aber zum Verkauf wird nicht viel übrig bleiben. Das ist wieder Geld, was der GmbH fehlen wird. Alleine die Maschinen kosten ein Vermögen.

Die Neuanschaffunf des Jahres hat den Betrieb 200 000 Euro gekostet. Quelle: Enrico Kugler

Für die diesjährige Neuanschaffung, einen Gülletanker, wurden 200 000 Euro investiert. Aber die Anschaffung ist ein Schritt in Richtung Umweltschutz. Mit dem Aufsatz des Wagens werden kleine Furchen in den Acker gezogen, damit die Gülle direkt in den Boden gelangt. Trotzdem, ohne Fördermittel könnte heutzutage kein Landwirtschaftsbetrieb mehr existieren. Die Entscheidung vor zwei Jahren, die Milchkühe abzuschaffen, war damals sehr bitter, aber der richtige Schritt. Wegen des Milchpreises und wegen des Futters, das nach dieser Ernte überall knapp wird.

In dem Milchkuhstall stehen nun die 420 Mastfärsen. Gerade ist Stallmeister Lutze dabei, das letzte Silo Mais aus der vorjährigen Ernte zu verfüttern. Die Fleischrind GmbH hält außerdem 320 Mütterkühe, die ganzjährig im Freien stehen, zum Teil im Naturschutzgebiet Schnelle Havel. Ein Kalb pro Jahr bringen sie zur Welt. Dass der Betrieb funktioniert, hat Nils Fischer auch seinen 20 Mitarbeitern zu verdanken. „Die machen eine vernünftige Arbeit, die denken auch mit.“

Von Andrea Kathert

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