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Liebenwalde Nach Anschlag auf Agrarbetrieb: Behandlung erkrankter Kühe schlägt gut an
Lokales Oberhavel Liebenwalde Nach Anschlag auf Agrarbetrieb: Behandlung erkrankter Kühe schlägt gut an
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00:24 16.09.2018
Kühe aus Liebenwalde, die weiter unter besonderer Beobachtung stehen. Die rote Farbe dient als Zeichen dafür, dass diese Tiere bereits behandelt wurden. Foto: Bert Wittke
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Liebenwalde

Auch Tage nach dem Anschlag auf die Kühe der Gut Hammer-Liebenwalde GmbH stehen immer noch einige Tiere mit Vergiftungssymptomen der Leber unter besonderer Beobachtungen und werden in einem separaten Gehege gehalten. „Wir müssen abwarten, ob sie es schaffen, dem Tod zu entgehen“, sagte Produktionsleiter Timo Schiemann am Donnerstag.

Ansonsten könne aber eingeschätzt werden, dass die Behandlung erkrankter Kühe durch Tierarzt Karsten Schlaefer aus Fürstenberg erstaunlich gut angeschlagen habe. Tiere, denen zunächst kaum Chancen auf ein Überleben eingeräumt worden waren, hätten sich schließlich doch noch erholt. Timo Schiemann erinnert sich an eine Begebenheit, bei der es ausgesehen habe, als ob eine der Kühe den Tierarzt bei dessen Erscheinen angelächelt habe. Nach der Injektion, die das Entgiften der Leber unterstützen soll, habe sie sich vom Boden erhoben und inzwischen gehe es dem Tier wieder ganz gut. Auf der anderen Seite könne aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass das eine oder andere Tier auch Tage nach dem Vorfall noch verendet. Erst am Donnerstag lag wieder eine Kuh auf dem Gutsgelände, die aussah, als würde sie gerade Heu fressen. Bei näherer Betrachtung musste Timo Schiemann jedoch feststellen, dass sie tot war.

Verluste sind noch lange nicht absehbar

Wegen der Spätfolgen, die die übermäßige Einnahme von Kraftfutter auch nach Wochen und Monaten noch für die Tiere haben kann, lässt sich der Gesamtschaden für die Liebenwalder Agrar GmbH auch Tage nach dem Anschlag immer noch nicht genau beziffern. Neben dem Verlust von Tieren und damit verbunden deren Milchleistung waren so gut wie alle Kühe tragend. In welchem Maße sich die Erkrankung der Mutterkühe auf den Gesundheitszustand noch ungeborener Kälber auswirken wird, ist gegenwärtig noch unklar.

Eine der verstorbenen Kühe der Gut Hammer-Liebenwalde GmbH Quelle: Bert Wittke

2000 Liter Milch weniger am Tag

Tatsache ist, dass die Liebenwalder Agrar GmbH statt der üblichen 6000 Liter gegenwärtig täglich nur etwa 4000 Liter Milch an die Molkerei in Münchehofe (Landkreis Dahme-Spreewald) liefern kann. Das bedeutet Einnahmeverluste von etwa 1000 Euro am Tag.

Entscheidung für Überwachungskameras

Beraten wurde am Mittwoch in Liebenwalde über zusätzliche Sicherungsmaßnahmen für das Gelände der Gut Hammer-Liebenwalde GmbH. Nach Auskunft von Geschäftsführerin Anja Schiemann sei Einigung darüber erzielt worden, auf dem Gutsgelände Überwachungskameras zu installieren.

Noch keine Hinweise auf die Täter

Die Polizei hat zurzeit noch keine heiße Spur, wer hinter dem Anschlag in Liebenwalde steckt. Die Liebenwalder Agrar GmbH hat für Informationen, die zur Ergreifung der Täter führen, eine Belohnung von 1000 Euro ausgesetzt. Hinweise bitte an die Polizei unter 03301/85 10 oder direkt an die Agrar GmbH in Liebenwalde unter 033054/60 200.

Von Bert Wittke

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