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Liebenwalde Treue Seele: Fußballverrücktes Organisationstalent aus Liebenwalde
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17:33 06.11.2018
Einen Großteil seiner Freizeit verbringt der 47-jährige David Pritschow auf dem Fußballplatz in Liebenwalde. Quelle: Bert Wittke
Liebenwalde

Der FV 1997 Liebenwalde ohne David Pritschow ist wie Monte Carlo ohne Roulette – undenkbar. Zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Denn der 47-Jährige ist in dem Verein so etwas wie der Mann für alle Fälle. Ob als Finanzchef im Vorstand, auf der Trainerbank an der Außenlinie, als Ordner am Spielfeldrand, beim Ausfüllen von Spielformularen in der Kabine oder auch an Spieltagen am Bierhahn des kleinen Verkaufshauses – der 47-Jährige ist überall anzutreffen. Wo immer er gebraucht wird, wann immer irgendwo Not am Mann ist – David Pritschow ist zur Stelle. Ein Allrounder über den nicht wenige sagen, er habe dort, wo anderen ein Kopf gewachsen ist, einen Fußball. Ein positiv Verrückter, der den Liebenwalder Fußball ganz tief in seinem Herzen trägt. Und das bereits verdammt lange.

Seit der Grundschule auf dem Fußballplatz

Der gebürtige Liebenwalder ist in seiner Heimatstadt zehn Jahre zur Schule gegangen. Bereits in der 1. Klasse begann David Pritschow, im Verein Fußball zu spielen. Damals noch bei der TSG Liebenwalde. Zwischenzeitlich machte er einen Abstecher zu den Handballern, ging aber ab dem A-Junioren-Bereich wieder für die Fußballer auf Torejagd.

Motorradunfall beendet alle sportlichen Träume

Nach der 10. Klasse absolvierte er in Hennigsdorf eine Berufsausbildung mit Abitur zum Elektromonteur. 1991 traf ihn dann aber ein folgenschwerer Schicksalsschlag. David Pritschow wurde als Motorradfahrer in einen schweren Unfall verwickelt. Ein Pkw-Fahrer aus Mildenberg erwischte ihn am Ortseingang von Liebenwalde und verletzte ihn derart schwer, dass ihm das linke Bein bis zum Oberschenkel amputiert werden musste. Ein halbes Jahr brachte er in Krankenhäusern zu. Wenn’s auch schwer fiel, der damals 20-Jährige ließ sich von diesem Unglück nicht unterkriegen, warf die Flinte zu keiner Zeit ins Korn. Manch anderer hätte vermutlich verzagt, wäre an dem unfassbaren Unheil zerbrochen und hätte dem Fußballsport für immer adieu gesagt. Nicht so David Pritschow. Er lernte mit einer Prothese wieder laufen, blieb ein Anhänger des runden Leders.

Seit der Gründung des FV Liebenwalde in seinem Herzensverein dabei

Ab 1993 stand er als Nachwuchstrainer in Liebenwalde an der Seitenlinie des Sportplatzes in der Hammerallee. Später trainierte er lange Zeit die zweite Männermannschaft des Vereins. Mit der Gründung des FV Liebenwalde im Jahr 1997 engagierte er sich zudem im Vorstand, zuerst in der Revisionskommission, zwischenzeitlich als stellvertretender Vereinschef, ab 2004 als Kassierer.

Beharrlich und unermüdlich – ein Organisationstalent

Immer wieder gefragt ist das große Organisationstalent von David Pritschow. Weil er beharrlich, unnachgiebig, unermüdlich und im Laufe der Jahre sehr erfahren geworden ist, wird ihm bei der Organisation von Turnieren, aber auch von anderen Veranstaltungen wie die gemeinsam mit den TSG-Handballern auf die Beine gestellten Pfingstkonzerte und die traditionellen Silvesterfeiern in der örtlichen Weinberghalle stets viel Verantwortung übertragen – ja man könnte fast sagen aufgebürdet. Eine Last ist das durchaus, aber David Pritschow hat dennoch noch nie einen Rückzieher gemacht. Vielleicht, weil in ihm auch etwas von einem Manager steckt, weil er andere begeistern, mitziehen und überzeugen kann. Und sicher auch weil es Genugtuung verschafft, wenn er für seinen Arbeitsaufwand gelobt wird – was allerdings unter den Fußballern eher selten öffentlich geschieht. Dort klopft man ihm hin und wieder auf die Schulter. „Das muss reichen“, sagt er selbst. Die Liebenwalder Kicker wissen ohnehin, was sie an ihm haben und würden es nie zulassen, dass diese Mühen von jemandem niedergemacht oder kleingeredet werden.

Beruflich in der Stadtverwaltung von Liebenwalde unterwegs

Auch beruflich änderte sich für David Pritschow nach seinem Unfall einiges. Er absolvierte von 1996 bis 1998 im Berufsförderungswerk in Mühlenbeck eine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten und fing im September 1998 in der Kämmerei der Liebenwalder Stadtverwaltung als Sachbearbeiter an.

Privates Glück im Eigenheim

2003 ist David Pritschow mit seiner Lebensgefährtin Issi in ein neues Einfamilienhaus in Liebenwalde gezogen. „Sie hält mir den Rücken frei“, sagt er. „Sonst könnte ich nicht so viel Zeit in den Fußball investieren.“ Zur Familie gehört außerdem die gemeinsame Tochter Jessica (14). Außerdem hat seine Frau aus erster Ehe zwei bereits erwachsene Kinder - Joseph (22) und Josephin (29). Ebenfalls in Liebenwalde leben auch Davids beiden Brüder Torsten (34) und Dirk (49). Auch die beiden sind in der Liebenwalder Fußballszene keine unbeschriebenen Blätter.

Herz schlägt nicht nur für den FV Liebenwalde, sondern auch für die Feuerwehr

Neben seiner großen Fußballleidenschaft ist David Pritschow seit 1993 Mitglied in der freiwilligen Feuerwehr. Auch dort ist der Löschmeister ein Mitorganisator und kümmert sich neben der Versorgung der Kameradinnen und Kameraden bei Einsätzen um die Vorbereitung und Durchführung solcher traditionsreicher Veranstaltungen wie das Osterfeuer oder den Feuerwehrball.

Klare Zukunftsziele für David Pritschow

Für Liebenwaldes Kicker und Fußballfans könnte David Pritschow noch möglichst lange die Ärmel im Interesse des runden Leders hochkrempeln, doch der 47-Jährige hat einen anderen Plan für die Zukunft. „2022 ist mit der Vorstandsarbeit Schluss“, sagt er. Bis dahin müssen Nachfolger für ihn und auch andere Mitglieder des Vorstandes gefunden werden, denn so wie David Pritschow wollen weitere Leute, die heute an der Spitze des Fußballvereins stehen, spätestens in drei Jahren Platz für frisches Blut machen.

Zu 100 Prozent verlässlich

Bis es soweit ist, werden sich die Mitstreiter des FV 1997 Liebenwalde aber weiterhin 100-prozentig auf David Pritschow verlassen können. Und er? Er wird weiter viel Kraft und Zeit in den Liebenwalder Fußball stecken. Denn er liebt diesen Verein. „Wenn es auch manchmal von außen betrachtet nicht so den Anschein hat, sind wir dennoch ein verschworener Haufen“, sagte er. Trotz aller Schwierigkeiten habe man seit Jahren immer eine erste und zweite Mannschaft zu Saisonbeginn an den Start bringen können. Und obwohl es Durststrecken gab, als zum Beispiel beide Männermannschaften in der 2. Kreisklasse kickten, sind die Treusten der Treuen immer auf den Platz gekommen, um sich die Spiele anzuschauen. David Pritschow gehört dazu.

Von Bert Wittke

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