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Liebenwalder ist der beste Tischler bundesweit

So sehen Sieger aus Liebenwalder ist der beste Tischler bundesweit

Richard Jäger aus Liebenwalde ist der Beste von allen. Beim Bundeswettbewerb der Tischler befand die Jury sein Stück als das Gelungenste. Der 23-Jährige bekam am Dienstag eine Urkunde überreicht und präsentierte die Siegerarbeit: einen stummen Diener. Sein Chef, Tischlermeister Oliver Giese, ist stolz auf seinen Gesellen, der auch bei ihm in die Lehre ging.

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Tischlergeselle Richard Jäger (M.) bekam am Dienstag seine Urkunde. Dazu viele Schrauben von Spax-Mitarbeiter Michael S. Hecker (l.) und jede Menge Lob von seinem Chef Oliver Giese.

Quelle: ENRICO KUGLER

Liebenwalde. Eigentlich war sich Richard Jäger gar nicht sicher, ob er sich zutraut, an einem Wettbewerb teilzunehmen. Und nun ist der 23-Jähriger der Sieger des bundesweiten Tischlerwettstreits. Am Dienstag konnte er seine Urkunde in Empfang nehmen und sein Siegerstück präsentieren: einen stummen Diener aus Buchenholz. Die Kulisse für den schönen Anlass bot der „Tag der offenen Tür“ beim Layer-Großhandel in der Hammerallee. Niederlassungsleiter Andreas Lüth begrüßte die Gäste.

Richard Jäger hat in der Tischlerei Oliver Giese gelernt und darf sich seit einem halben Jahr Geselle nennen. Unter den Tischlerlehrlingen des Kreises Oberhavel war er im Juli schon der Beste. Bei den drei Teilnehmern des Landeswettbewerbes in Groß Räschen bei Cottbus hatte der Liebenwalder auch die Nase vorn. In sechseinhalb Stunden mussten die Teilnehmer eine Schubkarre aus Kiefernholz bauen. „Bei Kiefer braucht man viel Feingefühl beim Sägen“, sagt der 23-Jährige. Und das hat er offenbar. Beim Bundeswettbewerb in Ebern in Oberbayern wollte die Jury einen stummen Diener sehen, den die Tischler in 19 Stunden bauen sollten. Die große Herausforderung waren die komplizierten Holzverbindungen. Und: „Es gibt nur drei wichtige Dinge“, sagt Richard Jäger. „Und das sind Maße, Maße, Maße.“ Für den Wettbewerb hat er eine Menge trainiert, immer wieder Verbindungen geübt, damit er besser und schneller wurde. „Von der Maßgenauigkeit hat er sein Stück so toll gemacht, dass er seine Konkurrenz disqualifizierte“, sagt Oliver Giese, bei dem Richard Jäger inzwischen fest angestellt ist. In seiner Tischlerei werde die Ausbildung hochgehalten. Ein halbes Jahr lang lernen die Lehrlinge erst mal mit den Werkzeugen umzugehen, müssen einfache Bohlen abhobeln und Leisten fausten, bevor es an die Maschinen geht. „Wir arbeiten viel mit CNC-Maschinen“, meint Giese. Die Arbeiter schreiben die Programme für die Fertigung der Stücke selbst.

Richard Jäger im Gespräch mit seinem Chef, Tischlermeister  Oliver Giese, der über die Zukunft der Handwerksausbildung spricht

Richard Jäger im Gespräch mit seinem Chef, Tischlermeister Oliver Giese, der über die Zukunft der Handwerksausbildung spricht.

Quelle: ENRICO KUGLER

Richard Jäger dachte eigentlich, dass er einmal studieren würde. Aber nach dem Abi wollte er doch erst mal einen Beruf lernen. Und nun hat er etwas gefunden, was ihm so richtig Spaß macht. „Die jungen Leute, die jetzt einen Handwerksberuf lernen, sind in zehn, 15 Jahren ganz begehrte Fachleute“, ist Oliver Giese fest überzeugt. In seiner Tischlerei haben schon mehrere Preisträger gelernt. Einer nahm sogar an einer Weltmeisterschaft teil.

Der Sieg im Landeswettbewerb hat Richard Jäger eine Begabtenförderung eingebracht. Sollte sich der junge Geselle entschließen, seinen Meister zu machen, kann er sich für ein Stipendium von bis zu 6000 Euro bewerben. „So ein Meisterabschluss ist mit einem Bachelor gleich zu setzen“, sagt Oliver Giese. Für den Sieg im Bundeswettbewerb bekam Richard Jäger vom Sponsor ein Regal mit vielen, vielen Spax-Schrauben.

Das Gesellenstück von Richrad Jäger ist übrigens ein ganz praktischer Puzzletisch zum Einklappen, der bei ihm zu Hause steht und viel benutzt wird. Die Schubkarre steht unterm Weihnachtsbaum, gefüllt mit Dekoartikeln. Und der stumme Diener leistet auch gute Dienste. „Ich lebe eben mit meinen Stücken“, lacht Richard Jäger.

Von Andrea Kathert

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