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Liebenwaldes Bauchef verlässt das Rathaus

Ruhestand Liebenwaldes Bauchef verlässt das Rathaus

26 Jahre war Hartmut Bein Bauamtsleiter in Liebenwalde. Unter seiner Regie wurde in der Stadt und ihren Ortsteilen viel neu gebaut und saniert. Nun hat der 63-Jährige seinen Schreibtisch geräumt und geht in den wohlverdienten Ruhestand.

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Hatte am Freitag seinen letzten Arbeitstag als Bauamtsleiter in Liebenwalde und kehrt nun dem Rathaus den Rücken: Hartmut Bein.

Quelle: Bert Wittke

Liebenwalde. Sein Gesichtsausdruck ist entspannt und unter dem Sakko trägt er ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Ich bin dann mal wech“. Die Rede ist von Hartmut Bein. Am vergangenen Freitag hat sich der 63-Jährige in den Ruhestand verabschiedet. Nach 26 Jahren, die er in Liebenwalde als Bauamtsleiter die Ärmel hochgekrempelt hat. In seinem Büro stapelten sich während dieser Zeit Aktenordner, Bauzeichnungen, Ausschreibungsunterlagen. Jetzt sieht es auf einmal seltsam aufgeräumt aus. „Dafür blieb immer zu wenig Zeit“, sagt Hartmut Bein, der es gern gesehen hätte, wenn für das Bauamt noch eine helfende Hand eingestellt worden wäre. Bei der Fülle von Bauvorhaben, die in seiner Amtszeit verwirklicht wurden, sei dies seiner Ansicht nach gerechtfertigt gewesen. Leider habe er sich mit dieser Auffassung aber nicht durchsetzen können. Gerade eines der letzten Projekte, der Bau der Senioreneinrichtung, habe ihn viel Kraft und Nerven gekostet, weil es in seiner alleinigen Zuständigkeit lag. Dabei sei es immerhin um ein Investitionsvolumen von sechs Millionen Euro gegangen. Am Ende ist alles gut gelaufen, aber der Aufwand sei enorm gewesen. „Mir wird nachgesagt, dass ich manchmal zu gutmütig bin“, meint der scheidende Bauamtsleiter. Es gebe Kollegen, die genau das an ihm geschätzt hätten, aber eben auch Leute, die dies ausgenutzt hätten.

Dennoch blickt Hartmut Bein nicht im Groll auf seine Arbeitszeit in Liebenwalde zurück. Im Gegenteil! Es sei schön zu sehen, dass er bei vielen Bauvorhaben, die in die Tat umgesetzt wurden, seine Handschrift durchbekommen habe. So etwa, was die Mehrzweckhalle in Liebenwalde oder das Dorfgemeinschaftshaus in Liebenthal betrifft. Mit der Zeit wisse man, mit welchen Planungs- oder Ingenieurbüros beziehungsweise mit welchen Baufirmen man gut zusammenarbeiten könne. Nicht wenige hätten sich hinterher bei ihm für das faire Miteinander bedankt.

Das größte Projekt, das Bauamtsleiter Hartmut Bein betreut hat, war der Bau des Seniorenheimes in Liebenwalde mit einem Investitionsvolumen von

Das größte Projekt, das Bauamtsleiter Hartmut Bein betreut hat, war der Bau des Seniorenheimes in Liebenwalde mit einem Investitionsvolumen von rund sechs Millionen Euro.

Quelle: Enrico Kugler

Nicht immer, so will der angehende Ruheständler gern eingestehen, sei nach dem Abschluss von Bauvorhaben gejubelt worden. Das gelte vor allem für den kommunalen Straßenbau. Spätestens, wenn die Gebührenbescheide ins Haus geflattert seien, habe es hier und da schon mal einige harte Worte gegeben. Aber in den meisten Fällen seien die Leute doch mit zunehmender Zeit froh gewesen, endlich über ordentliche Straße und Gehwege fahren beziehungsweise laufen zu können. Bestes und vor allem aktuellestes Beispiel seien die Straßen in der Liebenwalder Stadtrandsiedlung. „Die Leute im Birkensteig wären bei den jüngsten Starkregenfällen mit Sicherheit abgesoffen“, ist sich Hartmut Bein sicher. In Anbetracht der Situation nach Regenfällen und bezüglich der Erschütterungen, die der zunehmende Schwerlastverkehr verursacht, sei es auch richtig gewesen, um die Sanierung der Ortsdurchfahrt in Hammer zu kämpfen.

Wenn bei all den Neubauten oder sanierten Baulichkeiten ein Wunsch offen geblieben ist, dann aus Sicht des Bauamtsleiters die Gründung eines eigenen Bauhofes. „Den“, so ist er überzeugt, „könnte die Stadt gut gebrauchen.“ Schon allein, um sich um die Unterhaltung der zahlreichen kommunalen Gebäude kümmern zu können. Schließlich müsse dafür gesorgt werden, dass diese den Einwohnern möglichst lange uneingeschränkt zur Verfügung stehen.
Ob er als Privatperson noch oft nach Liebenwalde kommen wird, glaubt Hartmut Bein nicht. Als Bewohner von Groß Schönebeck sei er bezüglich all der Dinge, die ein Ruheständler so zum Leben braucht, mehr in Richtung Barnim orientiert. Jetzt wolle er erstmal morgens ein bisschen länger schlafen, mehr mit dem Fahrrad unterwegs sein und sich intensiver als bisher um den Garten kümmern. Ansonsten hält es der 63-Jährige mit Arthur Schopenhauer, der einst sagte: „Der Rentner hat die Heiterkeit dessen, der viele Fesseln los ist und sich nun frei bewegt.“ In Anbetracht dieser Aussichten kann man die Entspanntheit des langjährigen Liebenwalder Bauchefs gut verstehen.

Von Bert Wittke

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