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Liebevoll geschmückte Wagen

Erntefest in Kremmen Liebevoll geschmückte Wagen

Es waren mehr als tausend Menschen, die sich am Sonnabend ins Scheunenviertel begaben, um bloß nicht den Höhepunkt des Erntefestes zu verpassen. Mit viel Applaus wurden die liebevoll geschmückten Gefährte und ihre Macher begrüßt. Viele, viele Stunden Arbeit und unzählige Ideen steckten in den kleinen und großen Erntekunstwerken.

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Zahlreiche farbenfroh und liebevoll geschmückte Erntewagen erfreuten die Besucher des Erntefestes in Kremmen .

Quelle: Fotos: Ulrike Gawande

Kremmen. „Wir wussten nur, dass eine Vogelscheuche auf unserem Wagen sein soll“, erklären Sophie Böcker und Livia Kleinke aus Groß Ziethen einstimmig. Die restliche Gestaltung ihres Erntewagens, mit dem sie sich am Sonnabend am großen Umzug beim Kremmener Erntefest beteiligt haben, sei am Morgen ganz spontan entschieden worden. Frei nach dem Motto: „Lass uns doch einfach mal mitmachen.“

So stammt das farbenfroh karierte Oberhemd der Vogelscheuche aus dem Theaterfundus von Sophies Mama und die Krawatte wurde aus den langen Schoten eines Baumes kreiert. Beim Namen des Gewächses müssen die beiden Schülerinnen jedoch passen. Im Gegensatz zu all den Namen der Gemüse- und Kräuterarten, mit denen sie sonst ihren kleinen Bollerwagen ausgestattet haben: Salbei, Pfeffer- und Katzenminze, Zucchini und Kürbis. Alles aus biologischem Anbau im elterlichen Garten. Gewinnen wollen die zehn und zwölf Jahre alten Mädchen nicht unbedingt. „Dabei sein ist alles!“, erzählen sie. Wichtiger sei ihnen, dass es Spaß mache und alle ihre kreativen Ideen bewundern können.

Begeistert bewundert wurden auch die anderen, über zwanzig Erntewagen, die liebevoll und detailreich geschmückt, den Erntezug des Festes bildeten. Trotz Moderationspannen wurden alle mit großem Applaus bedacht und anerkennend von der mehrköpfigen Jury in Augenschein genommen. Eine schwere Entscheidung , die Schönsten zu prämieren.

Angeführt von der Kutsche mit den Hoheiten der Region: Erntekönigin Daniela Steinke, Kurfürstin Louise Henriette (Vivienne Netzeband), Landrat Ludger Weskamp und Kremmens Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (beide SPD), waren alle dabei. Von der Mostquetsche auf dem Fahrrad, über die elektrischen Trecker der Jüngsten bis hin zu den wahren Gestaltungskunstwerken der Kremmener Treckerkerls. Ein wahrer Augenschmaus bot sich den Besuchern, die von nah und fern ins historische Scheunenviertel geströmt waren.

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Jedes Jahr Anfang September wird es besonders bunt im Scheunenviertel. Dann wird das Erntefest gefeiert. Dieses Mal zogen mehr als 20 Wagen zwischen den Scheunen entlang, begleitet von viel Applaus für die Macher

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Zwei Zentner Obst und Gemüse habe er geladen, verriet ein Teilnehmer. Auf einem anderen Wagen wurden frische Kartoffeln gekocht und mit Quark an die Umstehenden verteilt. Brötchen dienten ebenso als Dekoration wie eine komplette Bierzeltgarnitur im Stile des Münchener Oktoberfestes oder die „feschen Mädels“ aus dem Lerchenweg, die mit Sekt, Naschereien und sehenswertem Dekolleté zu überzeugen wussten.

Eine besondere Überraschung erlebte Björn Rasenack, der zum Junggesellenabschied einen eigenen Erntewagen bekam: ein geschmückter Käfig, dessen Türen mit Brautkleid und Anzug den Insassen verrieten. Mit viel Hellau und Konfetti sorgten die Feiernden für Abwechslung im Erntezug.

Aber auch sonst hatte das Kremmener Erntefest an gleich drei Festtagen viel zu bieten. Bäcker Bollig verteilte kostenlos die 150 Stücke seiner Erntefesttorte, die als Obstkuchen-Traktor mit Schokoladentortenrädern gestaltet war. Kremmen zeigte außerdem seine maritime Seite: Die Tanzgruppe von Dagmar Martin begeisterte mit ihrer Interpretation des Hits der nordischen Seemannsrocker „Santiano“ und der Shantychor der Stadt lud ein: „Heut geht es an Bord“.

Es waren eben „Lieder, die von Herzen kommen“, wie sie auch der Chor „Harmonie Beetz“ vortrug. „Bei uns ist eben immer was los“, freut sich Daniela Hübner aus Kremmen,“ schön, dass solche Traditionen bewahrt werden.“

Von Ulrike Gawande

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