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Oberhavel Liebling der Zehdenicker
Lokales Oberhavel Liebling der Zehdenicker
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19:06 21.03.2014
Mit vereinten Kräften wurde der Baum ins Pflanzloch gehievt. Quelle: Uwe Halling
Zehdenick

Zuvor mussten das Pflanzloch ausgehoben und dem Baum die Transportfesseln abgenommen werden. Viele Havelstädter verfolgten das Schauspiel und zollten Applaus, als der stattliche Baum stand. Bis Firmenchef Norbert Gerth aber den Daumen hob und signalisierte, dass der Stamm jetzt geradesteht, vergingen dann noch mal einige Minuten.

Bis vor kurzem stand an dieser Stelle unmittelbar neben dem Rathaus die Friedenseiche, die laut Überlieferung im Jahr 1871 gepflanzt wurde. Recherchen von Stadtarchivarin Margitta Gatzke haben jedoch ergeben, dass die Zehdenicker mehrere Versuche benötigten, ehe eines der Bäumchen endlich anwuchs.

Die neue Stieleiche ist auch nicht mehr die jüngste, wie Norbert Gerth gestern sagte. Sie ist vor 25Jahren gepflanzt und seitdem von der Baumschule Lorberg in Tremmen sechsmal umgesetzt worden. Nur dadurch kann sie überhaupt in diesem Alter noch- mal an einem anderen Ort heimisch werden. Diese Eiche hat sozusagen Training im Ortswechsel und kann bei guter Pflege ein ähnlich langes Leben haben wie die Friedenseiche zuvor.

Gute Nachrichten brachte gestern Sibylle Trampisch mit. Sie hat 1000 Euro von einer ehemaligen Zehdenickerin für den Baumkauf bekommen. Die Spenderin lebt jetzt in der Schweiz und hatte ihre einstige Heimat schon früher mal bedacht. Weitere 100 Euro hat eine Frau gespendet, die nicht namentlich genannt werden möchte. Insgesamt sind bislang 3363 Euro zusammengekommen. 4800 Euro kostet die Stieleiche. Pflanzung und Pflege übernimmt die Firma Gartenbau Gerth unentgeltlich.

"Vielleicht entscheiden sich ja noch einige Zehdenicker, etwas Geld dazuzugeben", sprach der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Dieter Hass (CDU) gestern eine leise Hoffnung aus. Der 71-Jährige kam mit seinen Eltern am 31. März 1946 nach Zehdenick. Damals war er drei Jahre alt und seitdem ist die Eiche für ihn ein fester Bestandteil des Rathaus-Ensembles. Als der Baum dann gefällt wurde, habe der Markt für ihn an Wert verloren. Für Bürgermeister Arno Dahlenburg (SPD) galt die Friedenseiche in seiner Jugend indes nicht als Treffpunkt, wie er verriet. Er stammt ja aus Mildenberg und dort gibt es genug andere lauschige Plätzchen.

Michael Gerth, der in der Firma seines Vaters arbeitet, hatte gestern den schwierigsten Job. Er sollte die Stieleiche mit dem Baggerarm an ihren Bestimmungsort hieven. So viele Augenpaare hatten ihm noch nie bei der Arbeit zugesehen, und dann war es ja auch der bislang größte Baum, den er in ein Pflanzloch bugsierte, wie er verriet. Aber er hat seine Aufgabe mit Bravour gemeistert.

FRIEDENSEICHE

  • Stadtarchivarin Margitta Gatzke fand bei Recherchen die Lebenserinnerungen von Schlächtermeister August Grunthal: „1871 wurde die Friedenseiche auf dem Marktplatz gepflanzt. Diese und noch zwei weitere gingen wieder ein, und erst 1876 haben mein Vater, ein alter Feldhüter, und ich eines Morgens ganz früh, 4 Uhr, die jetzige Eiche gepflanzt.“
  • Die Zehdenicker hatten 1871 nicht nur eine Friedenseiche aufgestellt, sondern derer gleich vier. Die auf dem Kirchplatz steht heute noch und ist ein prächtiger Baum. Die anderen beiden – eine vor der Gaststätte Berlin in der Dammhaststraße und eine vor der früheren Schule Kamp in der Kampstraße – gibt es längst nicht mehr.

Von Andreas Röhl

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