Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Lilli Trebs: Auf dem Weg zur Uno?
Lokales Oberhavel Lilli Trebs: Auf dem Weg zur Uno?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:58 16.02.2017
Lilli (Mitte) beschreibt ihr Engagement so: „Flüchtlinge brauchen Freunde, keine distanzierten Helfer.“ Hier bei der Besichtigung des Reichstags. Quelle: privat
Birkenwerder

Auf Kursfahrt nach Genf in der 11. Klasse kam Lilli Trebs mit dem Marie-Curie-Gymnasium auch in den Saal der Vereinten Nationen. Und da stand für die 20-Jährige aus Birkenwerder fest: „Das mache ich. Ich habe ein interkulturelles Bedürfnis.“ Sie beschließt, das Fach Internationale Beziehungen zu studieren. Mit einem Abischnitt von 1,3 hat sie beste Bedingungen. Doch die Abiturientin will erst praktische Erfahrungen sammeln und reisen, bevor sie mit dem Studium beginnt, das an staatlichen Hochschulen nur in Erfurt und Dresden angeboten wird. 500 Bewerber kommen auf nur 35 Plätze.

„Mein Berufsziel ist es, bei der Uno, der Unesco, Amnesty International oder Pro Asyl zu arbeiten“, verrät die Hobbyschauspielerin, deren Mutter eine Casting-Agentur für Nachwuchsschauspieler betreibt. „Meine Familie hat mich geprägt und dafür bin ich dankbar. Wir haben auch viel politisch diskutiert.“ So habe sie auch gelernt, anderen stets auf Augenhöhe zu begegnen, ist Lilli Trebs überzeugt. Die Schauspielerei sei hilfreich gewesen, Sprachen zu lernen. „Das fällt mir leicht, weil ich intuitiv lerne. Außerdem ist Sprachen sprechen wie Schauspielerei.“

Lilli Trebs Quelle: Enrico Kugler

Deutsch, Englisch, Französisch, Latein und Arabisch beherrscht Lilli. Türkisch wird in den nächsten sechs Monaten hinzukommen, denn gerade absolviert sie einen Freiwilligendienst in Kocaeli, einer Provinz südlich von Istanbul. Dort arbeitet sie mit Flüchtlingen zusammen, unterrichtet Jugendliche in Deutsch und Englisch. Hintergrund für diesen Auslandsaufenthalt ist unter anderem ihr Engagement in der Willkommensinitiative Birkenwerder, wo sie sich seit 2015 für Flüchtlinge im Ort eingesetzt hat. „Ich engagiere mich, weil ich etwas geben möchte, schließlich habe ich nichts dafür geleistet, in Deutschland geboren zu sein.“

Schnell fand sie Kontakt zu den Geflüchteten. Half bei Übersetzungen, egal ob von Post, bei Arztbesuchen oder Behördengängen. „Ich war täglich vor Ort, manchmal von morgens bis abends. Niemand sprach Deutsch.“ So lerne man sich schnell kennen. „Ich kenne fast jeden beim Namen. Es entstehen Freundschaften.“ Neben Familien, kümmerte sie sich auch um die jungen Männer in der Unterkunft. Auf die Frage, ob sie dabei jemals Angst gehabt, erklärt sie, dass sie sich nie Sorgen gemacht habe. Im Gegenteil, sie sei stets mit großer Ehrfurcht behandelt worden. Nie sei jemand anzüglich geworden. „Wir pflegen einen unkomplizierten Umgang.“

Lilli Trebs Quelle: Enrico Kugler

Besonderen Respekt habe ihr aber verschafft, dass sie sich für die arabische Sprache und Kultur zu interessieren begann. „Man freute sich, dass eine blonde Frau, arabisch lernen will.“ Mittlerweile habe sie sogar einiges aus dem Arabischen übernommen, erzählt die 20-Jährige, die selber vier Geschwister hat. „Ich komme immer zu spät“, sagt sie und lacht. Aber auch Mimik und Gestik, Höflichkeitsformeln beim Essen und die Musik haben es ihr angetan.

Obwohl sie sich für Politik interessiere, kann sich Lilli nicht vorstellen, in die Politik oder den diplomatischen Dienst zu gehen. „Ich bin kein Freund von Parteien und Zwängen.“ Stattdessen geht sie ihren Weg, bereist die Welt und hilft. Nepal, Brasilien und nun die Türkei.

Von Ulrike Gawande

Eine Ausstellung mit Fotos zur Städtepartnerschaft zwischen Oranienburg und dem niederländischen Vught ist seit Donnerstagnachmittag im Schloss zu sehen. Fotograf Hajo Eckert ist vor allem wichtig, zu zeigen, wie lebendig diese Partnerschaft über 17 Jahren geblieben ist.

16.02.2017
Oberhavel Oranienburg - Torte im Turm

Mit einer großen Himbeertorte sind am Donnerstagmorgen um 9 Uhr die ersten Gäste in der Turm-Erlebniscity begrüßt worden. Wer wollte, konnte kosten, denn das Haus besteht 15 Jahre. Bürgermeister und Geschäftsführer sagten vor allem den Mitarbeitern danke.

16.02.2017
Oberhavel Glienicke/Nordbahn - Vom Bauch auf die Turnmatte

Die Hebammen Dana Hinnerichs und Sabine Gowitzke, die seit anderthalb Jahren in Glienicke eine Praxis mit Turnstudio betreiben, sind von der bündnisgrünen Landesvorsitzenden Petra Budke als „Grüne Gründerinnen“ ausgezeichnet worden. Die Politikerin lobte das Konzept, herkömmliche Hebammenarbeit mit Bewegungs- und Gesundheitsangeboten zu verbinden.

16.02.2017